Eisaufguss Sauna: Eiskugeln selber machen + Tipps (2026)
Christian ReindlBeim Eisaufguss legst du Eiskugeln auf die heißen Saunasteine. Das Eis schmilzt langsam, erzeugt über mehrere Minuten heißen Dampf und verstärkt das Schwitzgefühl deutlich. Die Faustregel: 1 Eiskugel pro 20 m³ Raumvolumen. Der Effekt ist intensiver als bei normalen Aufgüssen, also achte auf deinen Kreislauf.
Bei Schwindel, Kopfschmerzen oder Unwohlsein: Sofort raus aus der Sauna. Der Eisaufguss beansprucht den Kreislauf stärker als klassische Aufgüsse. Bei Herz-Kreislauf-Problemen oder Bluthochdruck vorher mit dem Arzt sprechen.
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Was ist ein Eisaufguss?
Beim Eisaufguss verwendest du Schnee, Crushed Ice oder gefrorenes Wasser für den Saunaaufguss. Das kalte Eis trifft auf die heißen Saunasteine und erzeugt dabei besonders viel heißen Dampf. Temperatur und Luftfeuchtigkeit in der Kabine steigen schnell an, was das Schwitzen und die Durchblutung verstärkt.
Der entscheidende Unterschied zum normalen Aufguss: Das schmelzende Eis liefert über längere Zeit kontinuierlich Dampf. Bei einem klassischen Wasseraufguss verdampft ein Teil des Wassers sofort, ein anderer läuft ungenutzt ab. Beim Eisaufguss wird nahezu das gesamte Wasser in Dampf umgewandelt, weil es langsam und gleichmäßig schmilzt.
❓ Warum wirkt der Eisaufguss so intensiv?
Das Prinzip ist simpel: Die Eiskugel gibt über mehrere Minuten hinweg ständig neuen Dampf ab. Du erlebst keine einzelne Hitzewelle, sondern einen anhaltenden Anstieg der gefühlten Temperatur. Das macht den Eisaufguss für viele Saunagänger besonders reizvoll, aber auch anspruchsvoller für den Kreislauf.
Wichtig ist, dass du nur sauberes Wasser oder reinen Schnee verwendest. Verunreinigtes Eis kann Keime oder Partikel enthalten, die du nicht in der Saunaluft haben möchtest. Wenn du im Winter Schnee sammelst, nimm frischen Schnee von unberührten Flächen, nicht vom Straßenrand.
Effekte und Vorteile des Eisaufgusses
Der Eisaufguss liefert ein besonders intensives Saunaerlebnis. Durch das langsame Schmelzen der Eiskugeln entsteht kontinuierlich heißer Wasserdampf, der die Raumluft stark anfeuchtet. Dieser Effekt verstärkt die Wahrnehmung der Hitze und sorgt für ein intensiveres Schwitzgefühl.
Ein weiterer Vorteil: Du kannst Duftstoffe direkt ins Eis einbringen. Ätherische Öle, die du vor dem Einfrieren oder in eine Öffnung der gepressten Kugel gibst, werden über einen längeren Zeitraum freigesetzt. Der Duft hält dadurch nicht nur Sekunden, sondern begleitet dich durch den gesamten Aufguss.

Der Eisaufguss eignet sich besonders für:
Erfahrene Saunagänger, die nach einem intensiveren Erlebnis suchen. Wer den klassischen Aufguss als zu kurz oder zu mild empfindet, findet im Eisaufguss eine spürbare Steigerung. Außerdem ist er ideal für Wellness-Hotels und professionelle Saunen, die ihren Gästen etwas Besonderes bieten möchten. In der Heimsauna funktioniert er genauso gut, solange du die Mengenverhältnisse anpasst.
Eiskugeln für die Sauna selber machen (DIY-Anleitung)
Um Eiskugeln selbst herzustellen, brauchst du eine passende Form und etwa 500 g Crushed Ice pro Kugel. Spezielle Eiskugelformen aus gedrechseltem Holz, meist aus Eschenholz, erleichtern das Pressen enorm. Du findest diese Formen bei spezialisierten Saunaausstattern wie Saunagut.
Schritt für Schritt zur fertigen Eiskugel
Schritt 1: Eis vorbereiten
Zerkleinere Eiswürfel zu Crushed Ice oder verwende direkt gekauftes Crushed Ice. Ist das Eis zu fest oder zu pulvrig, lass es kurz antauen oder gib etwas Wasser hinzu. Das Eis sollte sich gut zusammenpressen lassen, ohne zu bröckeln.
Schritt 2: In die Form pressen
Fülle das Crushed Ice in die Holzform und presse es mit dem Deckel fest zusammen. Die Form sollte komplett gefüllt sein, damit eine stabile Kugel entsteht. Je fester du presst, desto langsamer schmilzt die Kugel später.
Schritt 3: Duft hinzufügen (optional)
In die Öffnung der Form oder direkt in eine Vertiefung der Kugel träufelst du ein paar Tropfen ätherisches Öl. Wichtig: Verwende nur alkoholfreie Öle, da Alkohol das Eis zu schnell schmelzen lässt.
Schritt 4: Auf die Steine legen
Die fertige Eiskugel legst du direkt auf die heißen Saunasteine oder in einen Aufgusseimer, den du mit in die Kabine nimmst.
Wenn du keine Holzform hast, funktioniert auch ein runder Löffel oder eine kleine Schale zum Pressen. Das Ergebnis ist nicht so perfekt, aber für den Hausgebrauch völlig ausreichend.
So führst du den Eisaufguss durch
Es gibt zwei Varianten des Eisaufgusses, die sich in Intensität und Aufwand unterscheiden.
Variante 1: Der dezente Eisaufguss
In größeren Saunakabinen genügt oft eine einzelne Kugel auf dem Ofen. Sie schmilzt langsam, das Raumklima verändert sich nur sanft. Diese Variante eignet sich zusätzlich zu klassischen Aufgüssen und führt nur zu einem leichten Anstieg der Feuchte. Ideal für Einsteiger oder wenn du den Effekt erstmal kennenlernen möchtest.
Variante 2: Der starke Eis-Wasser-Aufguss
Für den klassischen Aufguss kombinierst du Eiskugeln und heißes Wasser. Die Kugeln kommen zuerst auf die heißen Steine, danach gießt du wie gewohnt mit einer Schöpfkelle heißes Wasser darüber. Das schmelzende Eis erzeugt zusätzlichen Dampf, den du bei Bedarf mit einem Aufgussfächer verteilst.
Dieser Vorgang kann mehrfach wiederholt werden, üblicherweise zwei bis drei Durchgänge wie beim normalen Saunaaufguss mit Wedeltechnik.

Mengenempfehlung: Wie viele Eiskugeln brauchst du?
Die Faustregel ist einfach: Rechne mit etwa 1 Eiskugel pro 20 m³ Raumvolumen oder pro 10 kW Ofenleistung.
Bei einer typischen Heimsauna mit 8 bis 12 Kubikmetern reicht also eine Kugel für einen dezenten Aufguss. In größeren Saunen, wie du sie in Thermen oder Wellnesshotels findest, legst du entsprechend mehr Kugeln auf. Eine Kabine mit 60 m³ braucht dann etwa drei Kugeln.
📊 Schnell-Übersicht Eiskugeln
| Raumgröße | Eiskugeln (dezent) | Eiskugeln (intensiv) |
| 8–12 m³ (Heimsauna) | 1 Kugel | 1–2 Kugeln |
| 20–30 m³ | 1–2 Kugeln | 2–3 Kugeln |
| 40–60 m³ (Therme) | 2–3 Kugeln | 3–4 Kugeln |
Kreislauf und Sicherheit beim Eisaufguss
Jeder Saunaaufguss stellt eine Belastung für Herz und Kreislauf dar. Das ist bei normalen Aufgüssen so und beim Eisaufguss noch deutlicher, weil über längere Zeit ungewöhnlich viel heiße Feuchtigkeit entsteht.
❓ Wann wird es kritisch?
Die Warnzeichen sind dieselben wie bei jedem intensiven Saunagang: Schwindel, Unwohlsein, Kopfschmerzen oder ein Engegefühl in der Brust. Wenn eines dieser Symptome auftritt, verlässt du die Sauna sofort und kühlst dich langsam ab.
🚦 Kreislauf-Ampel für den Eisaufguss
Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Bluthochdruck sollten besonders vorsichtig sein. Experten raten, sehr heiße oder lang andauernde Aufgüsse bei Herzproblemen besser wegzulassen. Wenn du unsicher bist, sprich vorher mit deinem Arzt.
Für Anfänger gilt: In der Sauna niedrig sitzen. Die Hitze sammelt sich oben, auf der unteren Bank ist es milder. So kannst du den Eisaufguss kennenlernen, ohne deinen Kreislauf zu überfordern.
Düfte für Eiskugeln: Was funktioniert?
Für Eiskugeln eignen sich ausschließlich alkoholfreie ätherische Öle. Alkoholhaltige Konzentrate würden das Eis zu schnell schmelzen lassen und können beim Verdampfen auf den heißen Steinen unangenehme Dämpfe entwickeln.
Besonders gut funktionieren Öle, die auch bei langsamer Freisetzung ihr Aroma behalten: Eukalyptus für den Frische-Kick, Zirbe für ein waldiges Erlebnis oder Pfefferminze für intensives Durchatmen.
Wenn du die Dosierung nicht selbst abmessen möchtest, probier meine Saunadrops. Die vordosierten Kapseln enthalten 6,5 ml Öl für 1,5 Liter Wasser, du musst nichts abwiegen und hast immer die richtige Menge.
Richtig abkühlen nach dem Eisaufguss
Nach einem intensiven Eisaufguss ist die richtige Abkühlung entscheidend. Hier machen viele den Fehler, direkt ins kalte Wasser zu springen. Besser ist ein schrittweises Vorgehen.
Beginne mit frischer Luft, dann folgt eine lauwarme Dusche, die du langsam kälter werden lässt. Dieser sanfte Übergang schont den Kreislauf und verhindert den Schock, den ein plötzlicher Kältereiz auslösen kann. Mehr dazu findest du im Artikel Richtig abkühlen nach der Sauna.
Für Menschen mit Herzproblemen empfehlen Experten ausdrücklich einen sanften, schrittweise kälter werdenden Duschgang. Der Sprung ins Tauchbecken mag verlockend sein, ist aber nach einem Eisaufguss für den Kreislauf besonders belastend.

Ein gelegentlicher Eisaufguss kann für geübte Saunagänger ein besonderes Erlebnis sein, sollte aber keine Dauerroutine werden. Klassische Wasseraufgüsse und milde Varianten im Wechsel halten das Saunaerlebnis angenehm und schonen den Kreislauf.
Häufige Fragen zum Eisaufguss
Wie viele Eiskugeln brauche ich pro Saunagang?
Die Faustregel lautet: 1 Eiskugel pro 20 m³ Raumvolumen oder pro 10 kW Ofenleistung. Bei einer typischen Heimsauna mit 8 bis 12 m³ reicht eine Kugel für einen dezenten Aufguss.
Kann ich normale Eiswürfel für den Eisaufguss verwenden?
Theoretisch ja, aber Crushed Ice in Kugelform funktioniert besser. Die kompakte Form schmilzt langsamer und gleichmäßiger als lose Eiswürfel, die schnell verdampfen und den Effekt verkürzen.
Welche Düfte eignen sich für Eiskugeln in der Sauna?
Verwende ausschließlich alkoholfreie ätherische Öle. Alkohol würde das Eis zu schnell schmelzen lassen. Eukalyptus, Minze oder Zirbe funktionieren besonders gut und vertragen die langsame Freisetzung.
Ist ein Eisaufguss für Anfänger geeignet?
Bedingt. Der Eisaufguss ist intensiver als ein normaler Aufguss, weil über längere Zeit viel heißer Dampf entsteht. Wenn du gerade erst mit dem Saunieren anfängst, starte lieber mit klassischen Aufgüssen und taste dich an den Eisaufguss heran.
Warum darf kein Alkohol an die Eiskugel?
Alkohol senkt den Gefrierpunkt von Wasser. Das Eis würde zu schnell schmelzen und der gewünschte Langzeit-Effekt wäre dahin. Außerdem können alkoholhaltige Konzentrate auf heißen Steinen unangenehme Dämpfe entwickeln.
Kann ich Schnee statt Crushed Ice verwenden?
Ja, frischer, sauberer Schnee funktioniert sogar sehr gut. Achte darauf, dass der Schnee nicht verunreinigt ist. Schmutziger Schnee kann Keime oder Partikel enthalten, die du nicht in der Saunaluft haben willst.
