Was sollte man in der Sauna nicht machen? Die 5 größten No-Gos +Extra
Christian ReindlHygiene-No-Gos: Creme und barfuß
Hygiene beginnt nicht in der Kabine, sondern davor. No-Go Nummer eins: mit Creme, Maske oder Make-up in die Sauna. In der Hitze schmilzt das Zeug und tropft auf die Bänke, und Pflegeprodukte haben auf der Haut in der Sauna nichts verloren. Dusch dich vorher gründlich und wasch alles ab, das ist vielerorts Pflicht. No-Go Nummer zwei: barfuß durch die Nasszonen. Dort fühlen sich Fußpilz und Warzen pudelwohl. Trag Badeschuhe bis vor die Kabinentür, drinnen wird ohne sauniert.
Ruhe-No-Gos: Stammtisch und Handy
In Deutschland gilt die Sauna als Ruheraum, ähnlich wie eine Bibliothek. No-Go Nummer drei ist deshalb lautes Reden. Die meisten kommen zum Abschalten, Fußball-Debatten oder Business-Gespräche zerstören jede Ruhe. Quatschen darfst du im Ruheraum, nicht in der Kabine. No-Go Nummer vier hängt damit zusammen: das Handy. Ich habe einmal erlebt, wie jemand in der Kabine telefonierte, nur um mitzuteilen, dass es draußen regnet. Handys sind in textilfreien Bereichen aus Datenschutzgründen meist verboten, niemand will heimlich fotografiert werden. Lass das Gerät im Schließfach.
| Verhalten | Die Regel | Wann empfehlen wir das? |
|---|---|---|
| Duschen, Creme ab | gründlich, mit Duschgel | Immer, vor der ersten Runde |
| Badeschuhe | bis vor die Kabine, dann aus | In allen Nasszonen |
| Schweigen | höchstens kurz flüstern | Während des Saunagangs |
| Reden und telefonieren | nur außerhalb der Kabine | Im Ruheraum, nach dem Schwitzen |
Mein Extra: das 4-Handtuch-System
No-Go Nummer fünf ist das Ein-Handtuch-für-alles. Denk kurz nach: Du sitzt 15 Minuten mit Füßen und Po auf einem Tuch und trocknest dir danach das Gesicht damit ab. Genau dafür nutze ich mein 4-Handtuch-System: ein großes Liegetuch als Unterlage, ein kleines für Gesicht und Nacken, eins zum Wedeln und ein separates Duschtuch, das nie in die Kabine kommt. Klingt nach viel, ist aber pure Hygiene.
Ein letzter Etikette-Punkt beim Aufguss: Frag die Runde, ob ein Aufguss erwünscht ist, und kipp niemals pures Öl auf die Steine, das beißt in den Augen und kann eine Stichflamme geben. Meine vordosierten Saunadrops löst du einfach im Aufgusswasser auf, ohne Abmessen. Die Sorten findest du in der Aufguss-Auswahl.
💡 Mein Sauna-Tipp: Pack dir fürs nächste Mal ein zweites kleines Handtuch nur fürs Gesicht ein. Du gehst nie wieder mit demselben Tuch ins Gesicht, auf dem gerade deine Füße lagen, und genau dieser kleine Unterschied macht den Saunagang spürbar frischer.
Ehrlich gesagt: Sauna-Etikette ist keine Raketenwissenschaft, sondern Rücksicht. Niemand erwartet Perfektion, aber wer duscht, schweigt, das Handy weglässt und auf dem Handtuch sitzt, macht den Gang für alle angenehmer, auch für sich selbst.
Häufige Fragen
Darf man in der Sauna reden?
Die Sauna gilt als Ruheraum, lautes Reden ist also ein No-Go. Wenn überhaupt, dann kurz und leise flüstern. Für Gespräche gehst du in den Ruheraum oder an die Bar, dort ist Unterhaltung ausdrücklich erwünscht.
Muss man vor der Sauna duschen?
Ja, gründliches Duschen vor dem Saunagang ist Pflicht und Etikette zugleich. Wasch dabei Cremes, Make-up und Parfüm ab und leg Schmuck und Uhr ab, denn Metall wird in der Hitze heiß.
Darf man das Handy mit in die Sauna nehmen?
In den meisten Saunen nein. In textilfreien Bereichen sind Handys aus Datenschutzgründen oft verboten, dazu stören sie die Ruhe und die Hitze schadet dem Gerät. Lass es im Schließfach.
Wie viele Handtücher braucht man in der Sauna?
Mindestens ein großes Liegetuch, denn zwischen Körper und Holzbank gehört immer ein Tuch. Hygienischer wird es mit mehreren, etwa einem extra Tuch fürs Gesicht und einem getrennten Duschtuch.
Hinweis: Sauna-Regeln sind teils Etikette, teils Hausordnung und unterscheiden sich je nach Anlage, etwa bei textil oder textilfrei. Im Zweifel gilt der Aushang vor Ort, und ein Blick auf die Hausordnung schadet nie.