Saunaaufguss selber machen: 5 einfache Methoden
Christian ReindlDer perfekte Saunaaufguss ist kein Hexenwerk, sondern erlernbares Handwerk – und wer die Grundregeln beherrscht, verwandelt jede Heimsauna in eine private Wellness-Oase. In diesem Guide zeige ich dir fünf verschiedene Methoden, verrate bewährte Rezepte für jede Stimmung und erkläre, welche Fehler du unbedingt vermeiden solltest.
Nach über zehn Jahren Saunaerfahrung und unzähligen Aufgüssen in meiner eigenen Gartensauna im Bayerischen Wald weiß ich: Die entscheidende Regel lautet niemals unverdünnte Öle auf die heißen Steine geben. Was jahrhundertealte finnische Tradition und moderne Aromatherapie verbindet, wie die richtige Dosierung funktioniert und warum das Wedeln mehr als nur Show ist – all das erfährst du hier.
Warum einen Saunaaufguss selber machen?
Wer seinen Saunaaufguss selber macht, gewinnt die volle Kontrolle über Qualität, Herkunft und Zusammensetzung der Inhaltsstoffe. Du bestimmst selbst, ob naturreines Zirbenöl aus Tirol oder synthetischer Duft aus dem Discounter auf deine Saunasteine kommt. Gerade bei empfindlichen Atemwegen oder Allergien macht dieser Unterschied viel aus.

Hinzu kommt der finanzielle Aspekt: Ein hochwertiges ätherisches Öl kostet zwar initial mehr als ein billiges Konzentrat, reicht aber für dutzende Aufgüsse. Und ganz ehrlich – das Gefühl, den eigenen Lieblingsduft selbst kreiert zu haben, macht jeden Saunagang zu etwas Besonderem.
❓ Welche Methode passt zu dir – klassisch mit ätherischen Ölen, praktisch mit Konzentraten oder modern mit wasserlöslichen Saunadrops?
Fünf Methoden für deinen DIY-Saunaaufguss
Methode 1: Der klassische Aufguss mit ätherischen Ölen
Die beliebteste Variante unter Heimsaunierern bleibt der Aufguss mit naturreinen ätherischen Ölen. Das Grundrezept ist simpel: 4 bis 8 Tropfen 100% naturreines ätherisches Öl in einen Liter lauwarmes Wasser geben, gut umrühren und kellenweise über die Steine gießen.
Weil Öl nicht wasserlöslich ist, schwimmt es gerne auf der Oberfläche. Ein Trick aus der Aromatherapie schafft Abhilfe: Löse 50 Tropfen Öl in 50 ml hochprozentigem Alkohol (mindestens 40 Vol.-%, etwa Wodka) auf. Von dieser Mischung gibst du dann 1 bis 2 Teelöffel auf einen Liter Wasser. So verteilt sich der Duft gleichmäßig und du vermeidest Öltröpfchen auf der Wasseroberfläche.
Methode 2: Fertige Saunakonzentrate verwenden
Saunakonzentrate bieten den Komfort gebrauchsfertiger Mischungen mit professionellen Rezepturen. Die Dosierung variiert je nach Hersteller erheblich: Finnsa empfiehlt 5 ml pro Liter, Spitzner 15 bis 30 ml, während hochkonzentrierte Produkte wie Purelia mit 2 bis 3 ml pro Liter auskommen. Achte unbedingt auf die Herstellerangaben.
Der Vorteil liegt in der gleichbleibenden Qualität und dem Prüfsiegel des Deutschen Sauna-Bundes bei vielen Marken. Der Nachteil: Viele Konzentrate enthalten synthetische Duftstoffe, Emulgatoren und Konservierungsmittel, deren Inhaltsstoffe du bei der Hitze mit einatmest.
Methode 3: Frische Kräuter aus dem Garten
Für einen besonders authentischen Aufguss eignen sich frische oder getrocknete Kräuter hervorragend. Die Methode funktioniert so: Gib 1 bis 2 Handvoll Kräuter – etwa Kamille, Melisse, Rosmarin oder Thymian – in ein hitzebeständiges Gefäß. Übergieße sie mit einem Liter kochendem Wasser und lass den Sud mindestens 10 Minuten ziehen. Nach dem Abseihen durch ein feines Sieb ist das Aufgusswasser fertig.
Wichtig dabei: Die Kräuter müssen unbehandelt sein, also frei von Pestiziden und Schadstoffen. Am besten verwendest du Pflanzen aus dem eigenen Garten, aus der Apotheke oder dem Bioladen. Reste von Kräutern oder Blättern haben im Aufgusswasser nichts zu suchen, da sie auf den heißen Steinen verbrennen würden.
Methode 4: Wasserlösliche Saunadrops
Die modernste Variante am Markt sind wasserlösliche Saunadrops. Die einzeln verpackten Duftpods in biologisch abbaubarer PVA-Folie lösen sich vollständig im Wasser auf und hinterlassen keinerlei Rückstände auf den Steinen. Ein Drop genügt für 1 bis 1,8 Liter Aufgusswasser.
Der große Vorteil: Du kannst praktisch nichts falsch machen. Keine Überdosierung, kein Kleckern mit Ölen, keine Brandgefahr durch unverdünnte Konzentrate. Einziger Punkt, den du beachten musst – die Folie braucht etwa drei Minuten zum vollständigen Auflösen, bevor du das Wasser auf die Steine gießt.
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Methode 5: Spezialaufgüsse mit Honig, Bier oder Eis
Für Experimentierfreudige gibt es noch weitere Varianten. Beim Honig-Aufguss löst du einen Teelöffel Honig in warmem Wasser auf und gibst ihn dem Aufgusswasser hinzu. Niemals Honig direkt auf die Steine geben – er verbrennt, verklebt alles und der Geruch ist alles andere als angenehm. In Foren berichten Nutzer von regelrechten Hustenattacken bei falscher Anwendung.
Der Eis-Aufguss funktioniert anders: Hier gibst du einige Tropfen ätherisches Öl auf Crushed Ice oder Eiswürfel und legst diese direkt auf die Saunasteine. Der Vorteil ist der langsame, kontrollierte Dampfstoß, der den Duft sanft und gleichmäßig freisetzt. Diese Methode nutzen auch professionelle Saunameister in Thermen.
Saunaaufguss selber machen: Die richtige Dosierung
Die korrekte Dosierung entscheidet über Genuss oder Hustenreiz. Zu viel des Guten führt schnell zu Kopfschmerzen, brennenden Augen und gereizten Atemwegen. Zu wenig wiederum verpufft wirkungslos.
Als Faustregel gilt: 4ml ätherisches Öl pro Liter Wasser bei intensiven Ölen wie Pfefferminze oder Thymian eher 10% weniger.
| Saunagröße | Wassermenge pro Aufguss | Tropfen ätherisches Öl | Konzentrat (je nach Hersteller) |
|---|---|---|---|
| Kleine Heimsauna (2-4 Personen) | 75-120 ml | 20 Tropfen | 5-10 ml |
| Mittlere Sauna (4-6 Personen) | 120-180 ml | 50 Tropfen | 15-25 ml |
| Große Sauna (6-8 Personen) | 180-300 ml | 70 Tropfen | 25-35 ml |
Die Deutsche Gesellschaft für das Badewesen empfiehlt 15 bis 30 ml Aufgusswasser pro Kubikmeter Raumvolumen, aufgeteilt auf 2 bis 3 Aufgüsse pro Saunagang. Zwischen den Aufgüssen sollten mindestens 3 bis 5 Minuten Pause liegen, damit sich die Steine wieder aufheizen können.
Welches ätherische Öl für welche Wirkung?
Die Auswahl des richtigen Öls hängt davon ab, was du mit deinem Saunagang erreichen möchtest. Hier ein Überblick über die beliebtesten Düfte und ihre Eigenschaften:
❓ Willst du nach einem stressigen Tag abschalten oder morgens mit Energie in den Tag starten?
| Gewünschte Wirkung | Empfohlene Öle | Hinweise |
|---|---|---|
| Belebend & aktivierend | Pfefferminze, Rosmarin, Zitrone, Grapefruit | Ideal für den Morgen, Pfefferminze sparsam dosieren |
| Entspannend & beruhigend | Lavendel, Zirbe, Kamille, Ylang-Ylang | Perfekt für den Abend, fördert erholsamen Schlaf |
| Atemwegsbefreiend | Eukalyptus, Latschenkiefer, Fichtennadel, Thymian | Klassiker in der Erkältungszeit |
| Stimmungsaufhellend | Orange, Bergamotte, Mandarine | Citrusöle sind phototoxisch – Sonne meiden! |
| Sinnlich & wärmend | Rose, Sandelholz, Vanille | Für romantische Saunaabende |
Zirbelkiefer verdient besondere Erwähnung: Eine Studie des Joanneum-Instituts zeigte, dass der holzig-warme Duft die Herzfrequenz messbar senken kann. Das erklärt, warum Zirbenholz traditionell für Schlafzimmermöbel verwendet wird – und warum ein Zirben-Aufguss am Abend so wunderbar entspannt.
Diese Öle solltest du meiden
Nicht jedes ätherische Öl eignet sich für die Sauna. Einige können bei der Hitze Hautreizungen oder allergische Reaktionen auslösen, andere sind schlicht gefährlich.
Stark hautreizende Öle: Zimtrinde, Nelke und Oregano dürfen nur in sehr geringer Verdünnung verwendet werden. Oregano niemals unverdünnt einsetzen – die Schleimhautreizung ist erheblich.
Potenziell allergieauslösende Öle: Jasmin, Lorbeer, Lemongras und Teebaum (besonders wenn oxidiert) können bei empfindlichen Personen Probleme verursachen. Auch Nadelöle kribbeln bei manchen Menschen auf der warmen Haut.
Synthetische Duftöle: Diese gehören grundsätzlich nicht in die Sauna. Bei Hitze können sie zersetzt werden und bedenkliche Stoffe freisetzen. Ein naturidentisches Rosmarinöl enthält etwa 11 Bestandteile, ein echtes ätherisches Rosmarinöl dagegen bis zu 150 – entsprechend unterschiedlich ist die Wirkung.
Citrusöle mit Vorsicht: Orange, Zitrone, Grapefruit und Bergamotte wirken phototoxisch. Bei Sonnenexposition innerhalb von 12 Stunden nach dem Saunagang können Hautschäden und Pigmentstörungen entstehen. An sonnigen Tagen also lieber darauf verzichten.
Die Wedeltechnik richtig ausführen
Das Wedeln mit dem Handtuch ist weit mehr als nur Show – es erfüllt eine wichtige physikalische Funktion. Auf unserer Haut liegt eine etwa 4 bis 8 mm dicke Isolationsschicht aus kühlerer Luft. Die Wedelbewegung zerstört diese Pufferschicht, sodass die heiße Luft direkt an die Haut gelangt. Das Wärmeempfinden steigt spürbar, obwohl das Thermometer keine Veränderung anzeigt.

Für Einsteiger eignet sich die Propeller-Technik am besten: Das Handtuch wird wie ein Propeller kreisend über dem Kopf bewegt, möglichst nah unter der Kabinendecke. So leitest du die aufsteigende Hitze in die unteren Bereiche. Die Segel-Technik – das Handtuch horizontal mit wellenartigen Bewegungen führen – dient primär der Duftverteilung.
Wichtig beim Wedeln: Große, fließende Bewegungen statt ruckartiger Schläge verwenden. Mit mittlerem Tempo arbeiten, vom Ofen weg zu den Saunagästen hin wedeln. Erst nach dem Aufguss beginnen, wenn der Dampf aufsteigt, und auf die Reaktionen der Mitsaunierenden achten.
Sieben Fehler, die Anfänger beim Saunaaufguss machen
Aus Gesprächen mit anderen Saunafans und meiner eigenen Lernkurve habe ich die häufigsten Stolperfallen zusammengetragen:
Fehler 1: Zu viel Öl verwenden. Mehr ist definitiv nicht besser. Überdosierung führt zu Kopfschmerzen, Übelkeit und gereizten Schleimhäuten. Immer mit niedriger Dosierung starten und langsam steigern.
Fehler 2: Unverdünntes Öl auf die Steine gießen. Ätherische Öle sind ab etwa 50°C entflammbar, Saunasteine erreichen 200 bis 450°C. Das Ergebnis kann eine Stichflamme sein. In Foren berichten Nutzer von Verbrennungen ersten und zweiten Grades.
Fehler 3: Synthetische oder ungeeignete Öle wählen. Parfümöle, Raumduftöle oder Produkte ohne klare Kennzeichnung können bei Hitze gesundheitsschädliche Stoffe freisetzen. Nur Produkte mit der Angabe „100% naturrein" verwenden.
Fehler 4: Zu viel Wasser auf einmal. Ein extremer Hitzeschub belastet den Kreislauf und birgt Verbrühungsgefahr. Lieber mehrere kleine Aufgüsse als einen großen.
Fehler 5: Zum falschen Zeitpunkt aufgießen. Nicht gleich zu Beginn des Saunagangs – der Körper braucht 5 bis 10 Minuten zur Akklimatisierung. Der optimale Zeitpunkt liegt in den letzten 5 bis 7 Minuten.
Fehler 6: Zu häufig aufgießen. Maximum sind 2 bis 3 Aufgüsse pro Saunagang mit mindestens 3 bis 5 Minuten Pause dazwischen. Die Steine müssen sich wieder aufheizen.
Fehler 7: Kaltes Aufgusswasser verwenden. Bei kaltem Wasser schwimmt das Öl auf der Oberfläche und verteilt sich nicht richtig. Lauwarmes Wasser ist optimal.
Bewährte Rezepte zum Saunaaufguss selber machen
Hier meine persönlichen Lieblingsrezepte, die sich über die Jahre bewährt haben:
Belebender Morgen-Aufguss
3 Tropfen Pfefferminze + 3 Tropfen Rosmarin + 2 Tropfen Zitrone auf eine kleine Schöpfkelle Wasser. Weckt die Sinne, fördert die Konzentration und macht fit für den Tag.
Entspannender Abend-Aufguss
4 Tropfen Lavendel + 4 Tropfen Zirbe + optional 2 Tropfen Orange auf eine kleine Schöpfkelle Wasser. Hilft beim Abschalten und bereitet auf erholsamen Schlaf vor.
Erkältungs-Aufguss
5 Tropfen Eukalyptus + 3 Tropfen Latschenkiefer + 2 Tropfen Thymian auf eine kleine Schöpfkelle Wasser. Befreit die Atemwege und wirkt wohltuend bei verstopfter Nase. Nur anwenden, wenn kein Fieber besteht!
Waldspaziergang-Aufguss
3 Tropfen Fichtennadel + 3 Tropfen Zirbe + 2 Tropfen Wacholder auf eine kleine Schöpfkelle Wasser. Erinnert an einen Spaziergang durch den Nadelwald und wirkt erdend.
Romantischer Abend-Aufguss
2 Tropfen Rose + 2 Tropfen Sandelholz + 2 Tropfen Vanille auf eine kleine Schöpfkelle Wasser. Sinnlich, wärmend und stimmungsvoll für einen Saunaabend zu zweit.
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Finnische Tradition: Was Löyly wirklich bedeutet
Wer sich ernsthaft mit dem Thema Saunaaufguss beschäftigt, kommt am finnischen Begriff Löyly nicht vorbei. Das Wort bedeutet wörtlich „Gluthauch", beschreibt aber weit mehr als nur den Wasserdampf beim Aufguss. Löyly umfasst die gesamte Atmosphäre, den Geist und das Gefühl in der Sauna. Die finnische Saunakultur wurde 2020 von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe anerkannt.
Interessant ist, wie unterschiedlich Finnen und Deutsche den Aufguss zelebrieren: In Finnland wird Wasser langsam und gleichmäßig auf die Steine gegossen. Das Wedeln mit dem Handtuch ist dort eher unüblich. Jeder Saunagänger darf jederzeit selbst aufgießen, ohne auf feste Zeitabstände zu warten.
In Finnland steht die meditative Ruhe im Vordergrund – in Deutschland hat sich dagegen eine regelrechte Aufguss-Showkultur mit Events und Meisterschaften entwickelt.
Traditionell gehört zur finnischen Sauna auch die Vihta – ein Büschel aus frischen Birkenzweigen. Das in warmem Wasser eingeweichte Bündel wird zum sanften Abklopfen der Haut verwendet, was die Durchblutung fördert. Das Einweichwasser eignet sich übrigens hervorragend als Aufguss mit zartem Birkenduft.
Nach dem Aufguss: So machst du es richtig
Nach dem letzten Aufguss bleibst du am besten noch 2 bis 3 Minuten in der Sauna sitzen und genießt die nachlassende Wärme. Dann geht es zügig raus zum Abkühlen. Ob kalte Dusche, Tauchbecken, frische Luft oder im Winter der Sprung in den Schnee – schnelles Abkühlen gehört zum gesunden Saunieren dazu und trainiert die Gefäße.
Danach folgt die Ruhephase: Mindestens so lange ruhen, wie du in der Sauna warst. Eingewickelt in ein Handtuch oder Bademantel, die Füße warm halten. Und natürlich ausreichend trinken – am besten Wasser oder ungesüßten Tee, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen.
Diese Ausrüstung brauchst du
Für den perfekten DIY-Aufguss benötigst du nicht viel:
Aufgusskelle: Edelstahl- oder Aluminiummulde mit Holzgriff, Länge 40 bis 50 cm, Fassungsvermögen 150 bis 200 ml. Der Holzgriff verhindert Verbrennungen.
Aufgusseimer: Am besten aus Holz (Kiefer, Lärche oder Zeder) mit herausnehmbarem Kunststoffeinsatz. Der Einsatz schützt das Holz vor Feuchtigkeit und Verfärbungen durch Duftzusätze.
Großes Handtuch: Leichte Baumwolle zum Wedeln, mindestens 70 x 140 cm.
Optional: Thermometer zur Temperaturkontrolle (optimal 80 bis 100°C), Sanduhr für die Zeitmessung.
Häufige Fragen zum Saunaaufguss selber machen
Wie viele Tropfen ätherisches Öl kommen in den Saunaaufguss?
Als Richtwert gelten 3 bis 8 Tropfen pro Liter Wasser. Bei besonders intensiven Ölen wie Pfefferminze, Thymian oder Eukalyptus solltest du mit 1 bis 3 Tropfen beginnen. Grundsätzlich gilt: Lieber zu wenig als zu viel, denn nachdosieren kannst du immer noch.
Kann ich Saunaaufguss auch ohne ätherische Öle machen?
Ja, absolut. Ein Aufguss mit reinem Wasser erhöht die Luftfeuchtigkeit und intensiviert das Wärmegefühl auch ohne Duftzusätze. Alternativ kannst du Kräutersud aus frischen Kräutern verwenden oder klassisch wie die Finnen das Einweichwasser von Birkenzweigen nehmen.
Darf ich ätherisches Öl direkt auf die Saunasteine geben?
Nein, auf keinen Fall. Ätherische Öle sind leicht entzündlich und können auf den 200 bis 450°C heißen Steinen Stichflammen verursachen. Außerdem verbrennen die Öle und hinterlassen Rückstände, die unangenehm riechen und die Steine beschädigen. Immer zuerst im Wasser verdünnen.
Wie oft sollte ich während eines Saunagangs aufgießen?
Empfohlen werden maximal 2 bis 3 Aufgüsse pro Saunagang mit jeweils 3 bis 5 Minuten Pause dazwischen. Der erste Aufguss erfolgt idealerweise nach 5 bis 10 Minuten Akklimatisierung, nicht direkt zu Beginn. Mehr als drei Aufgüsse belasten den Kreislauf unnötig und lassen die Luftfeuchtigkeit zu stark ansteigen.
Fazit: Dein perfekter Saunaaufguss
Den Saunaaufguss selber zu machen ist keine Kunst, sondern eine Frage der richtigen Technik und Zutaten. Mit 3 bis 8 Tropfen hochwertiger ätherischer Öle pro Liter Wasser, der Beachtung der Sicherheitsregeln und etwas Experimentierfreude erschließt du dir ein Wellness-Erlebnis, das keine Therme ersetzen kann.

Ob klassisch mit Eukalyptus und Latschenkiefer, experimentell mit Kräutern aus dem Garten oder praktisch mit wasserlöslichen Saunadrops – finde heraus, was zu dir passt. Die finnische Weisheit „Löyly on saunan sielu" (der Dampf ist die Seele der Sauna) gilt auch für deine Heimsauna: Es geht nicht um Perfektion, sondern um bewussten Genuss.
