Saunaaufguss: Wasser trifft auf glühende Saunasteine – der Moment wenn der Löyly entsteht und Dampf aufsteigt

Der perfekte Saunaaufguss: Anleitung für Wedeltechnik, Dosierung und das "Löyly"-Gefühl

Christian Reindl

Hand aufs Herz: Du sitzt in der Sauna, der Aufgussmeister gießt auf, wedelt ein paar Mal, und plötzlich rollt diese Hitzewelle über dich, die einem den Atem nimmt. Das ist Löyly, und das ist große Kunst. Ich bin Christian, schwitze seit über zehn Jahren und gieße selbst leidenschaftlich gern auf. Die gute Nachricht: Ein guter Aufguss ist kein Hexenwerk, sondern eine Frage von Vorbereitung, Technik und Gefühl. Schauen wir Schritt für Schritt an, wie aus Wasser, Duft und Handtuch ein perfektes Saunaerlebnis wird.

⏱️ ca. 4 Min Lesezeit · 10 Jahre Sauna-Erfahrung · der perfekte Aufguss
Das Wichtigste zuerst: Ein perfekter Aufguss lebt von drei Dingen. Erstens die Vorbereitung: Der Ofen muss heiß sein, und der Duft kommt immer ins Wasser, ein paar Tropfen pro Liter, nie auf die Steine. Zweitens die Gießtechnik: langsam und kellenweise, sodass es zischt statt plätschert. Drittens das Wedeln: Mit dem Handtuch verteilst du den heißen Dampf, das Löyly, gleichmäßig im Raum. Übertreib die Hitze nicht, lieber zwei bis drei kurze Aufgüsse als einen brachialen.
✅ So gelingt der Aufguss
Heißer Ofen, Duft sparsam ins Wasser, langsam kellenweise gießen und mit dem Handtuch gleichmäßig wedeln. So entsteht das echte Löyly-Gefühl.
❌ Diese Fehler killen ihn
Öl pur auf die Steine, das ganze Wasser auf einmal, ein zu kalter Ofen und wildes Anfächern. Das gibt Spritzer, Pfützen und überreizte Gäste.

Die Vorbereitung: Wasser, Duft und der richtige Moment

Jeder gute Aufguss beginnt vor dem ersten Guss. Der Ofen und die Steine müssen richtig durchgeheizt sein, sonst plätschert das Wasser nur und verdampft nicht. Dann kommt der Duft, und hier ist Maß alles: Ein paar Tropfen Öl oder Konzentrat pro Liter Wasser reichen völlig, etwa zwei bis vier. Wichtig: Der Duft kommt immer in den Wassereimer und wird umgerührt, niemals pur auf die Steine, denn das verharzt und kann eine Stichflamme auslösen. Wer sich das Abmessen sparen will, greift zu vordosierten Aufgüssen. Lüfte vorher kurz, dann ist die Luft frisch für das Löyly.

Der perfekte Aufguss in drei Schritten💧1. VorbereitenDuft ins Wasser,nie auf die Steine🥄2. Gießenlangsam, kellenweise,zischen lassen🌀3. WedelnLöyly verteilen,sanft steigern
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Die Technik des Gießens: Zischen statt Plätschern

Jetzt kommt der entscheidende Moment, und mein Motto lautet: Zischen statt Plätschern. Nimm eine langstielige Kelle, mindestens vierzig Zentimeter, für sicheren Abstand zu den heißen Steinen. Gieß das Wasser langsam und in kleinen Mengen gleichmäßig übers Steinbett. Wenn es laut zischt und sofort verdampft, machst du alles richtig. Schüttest du die ganze Kelle auf einmal hin, gibt es Spritzer, eine Pfütze und kalte Steine. Zwei bis drei Kellen pro Aufguss reichen meist, denn die Hitze staut sich schnell. Gieß im Rhythmus, abwechselnd mit dem Wedeln, dann baust du die Hitzewelle Stück für Stück auf.

Die Kunst des Wedelns: Wie die Hitze dich erreicht

Das Wedeln ist die eigentliche Kunst, denn der heiße Dampf sammelt sich erst oben unter der Decke. Mit einem Handtuch holst du ihn herunter und verteilst ihn im Raum. Wirbel das Handtuch dafür propellerartig über deinem Kopf, in ruhigen, kreisenden Bewegungen. So mischt sich die heiße, feuchte Luft, und genau das ist das Löyly. Erst danach wedelst du den Gästen die Welle zu, sanft beginnend und dann steigernd, nicht gleich mit voller Wucht. Profis machen mehrere Wedelgänge und steigern langsam. Was hinter dem Löyly steckt und warum es das Herz der Sauna ist, liest du in meinem Artikel über Löyly.

Schritt So geht's Wann empfehlen wir das?
Duft dosieren wenige Tropfen pro Liter ins Wasser Immer ins Wasser, nie auf die Steine
Gießen langsam, kellenweise Wenn es zischen statt plätschern soll
Wedeln Handtuch propellerartig, kreisend Um die Hitze gleichmäßig zu verteilen
Anzahl Gänge 2-3 Aufgüsse, je 8-12 Min Für ein intensives, aber sicheres Löyly
💡 Mein Sauna-Tipp: Lieber wenig Wasser oft als viel auf einmal, das ist das ganze Geheimnis. Und der Duft kommt grundsätzlich ins Wasser, nie direkt auf die Steine. Wer es unkompliziert mag, nimmt einen vordosierten Aufguss, dann stimmt die Menge automatisch.
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Häufige Fragen zum Aufguss

Was bedeutet Löyly?

Löyly ist finnisch und heißt wörtlich Dampf. Gemeint ist die heiße, feuchte Hitzewelle, die beim Aufguss entsteht, wenn das Wasser auf den Steinen verdampft. Sie ist das Herz der finnischen Sauna.

Wie viel Wasser nimmt man pro Aufguss?

Zwei bis drei Kellen reichen meist, langsam und kellenweise aufgegossen. Mehr auf einmal kühlt die Steine aus und gibt nur Pfützen statt Dampf.

Wie dosiert man den Duft richtig?

Ein paar Tropfen ätherisches Öl oder Konzentrat pro Liter Wasser, etwa zwei bis vier, immer ins Wasser gerührt. Niemals pur auf die Steine, das verharzt und ist gefährlich.

Wie wedelt man richtig?

Wirbel das Handtuch propellerartig über dem Kopf, um den Dampf zu verteilen, und wedel die Welle dann sanft beginnend zu den Gästen. Mehrere Gänge mit langsam steigernder Intensität.

Sicherheitshinweis: Ätherische Öle gehören immer verdünnt ins Aufgusswasser, nie pur auf die Steine. Übertreib die Hitze nicht und hör bei Unwohlsein auf deinen Körper.

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