Der perfekte Saunaaufguss: Anleitung für Wedeltechnik, Dosierung und das "Löyly"-Gefühl
Christian ReindlDie Vorbereitung: Wasser, Duft und der richtige Moment
Jeder gute Aufguss beginnt vor dem ersten Guss. Der Ofen und die Steine müssen richtig durchgeheizt sein, sonst plätschert das Wasser nur und verdampft nicht. Dann kommt der Duft, und hier ist Maß alles: Ein paar Tropfen Öl oder Konzentrat pro Liter Wasser reichen völlig, etwa zwei bis vier. Wichtig: Der Duft kommt immer in den Wassereimer und wird umgerührt, niemals pur auf die Steine, denn das verharzt und kann eine Stichflamme auslösen. Wer sich das Abmessen sparen will, greift zu vordosierten Aufgüssen. Lüfte vorher kurz, dann ist die Luft frisch für das Löyly.
Die Technik des Gießens: Zischen statt Plätschern
Jetzt kommt der entscheidende Moment, und mein Motto lautet: Zischen statt Plätschern. Nimm eine langstielige Kelle, mindestens vierzig Zentimeter, für sicheren Abstand zu den heißen Steinen. Gieß das Wasser langsam und in kleinen Mengen gleichmäßig übers Steinbett. Wenn es laut zischt und sofort verdampft, machst du alles richtig. Schüttest du die ganze Kelle auf einmal hin, gibt es Spritzer, eine Pfütze und kalte Steine. Zwei bis drei Kellen pro Aufguss reichen meist, denn die Hitze staut sich schnell. Gieß im Rhythmus, abwechselnd mit dem Wedeln, dann baust du die Hitzewelle Stück für Stück auf.
Die Kunst des Wedelns: Wie die Hitze dich erreicht
Das Wedeln ist die eigentliche Kunst, denn der heiße Dampf sammelt sich erst oben unter der Decke. Mit einem Handtuch holst du ihn herunter und verteilst ihn im Raum. Wirbel das Handtuch dafür propellerartig über deinem Kopf, in ruhigen, kreisenden Bewegungen. So mischt sich die heiße, feuchte Luft, und genau das ist das Löyly. Erst danach wedelst du den Gästen die Welle zu, sanft beginnend und dann steigernd, nicht gleich mit voller Wucht. Profis machen mehrere Wedelgänge und steigern langsam. Was hinter dem Löyly steckt und warum es das Herz der Sauna ist, liest du in meinem Artikel über Löyly.
| Schritt | So geht's | Wann empfehlen wir das? |
|---|---|---|
| Duft dosieren | wenige Tropfen pro Liter ins Wasser | Immer ins Wasser, nie auf die Steine |
| Gießen | langsam, kellenweise | Wenn es zischen statt plätschern soll |
| Wedeln | Handtuch propellerartig, kreisend | Um die Hitze gleichmäßig zu verteilen |
| Anzahl Gänge | 2-3 Aufgüsse, je 8-12 Min | Für ein intensives, aber sicheres Löyly |
💡 Mein Sauna-Tipp: Lieber wenig Wasser oft als viel auf einmal, das ist das ganze Geheimnis. Und der Duft kommt grundsätzlich ins Wasser, nie direkt auf die Steine. Wer es unkompliziert mag, nimmt einen vordosierten Aufguss, dann stimmt die Menge automatisch.
Häufige Fragen zum Aufguss
Was bedeutet Löyly?
Löyly ist finnisch und heißt wörtlich Dampf. Gemeint ist die heiße, feuchte Hitzewelle, die beim Aufguss entsteht, wenn das Wasser auf den Steinen verdampft. Sie ist das Herz der finnischen Sauna.
Wie viel Wasser nimmt man pro Aufguss?
Zwei bis drei Kellen reichen meist, langsam und kellenweise aufgegossen. Mehr auf einmal kühlt die Steine aus und gibt nur Pfützen statt Dampf.
Wie dosiert man den Duft richtig?
Ein paar Tropfen ätherisches Öl oder Konzentrat pro Liter Wasser, etwa zwei bis vier, immer ins Wasser gerührt. Niemals pur auf die Steine, das verharzt und ist gefährlich.
Wie wedelt man richtig?
Wirbel das Handtuch propellerartig über dem Kopf, um den Dampf zu verteilen, und wedel die Welle dann sanft beginnend zu den Gästen. Mehrere Gänge mit langsam steigernder Intensität.
Sicherheitshinweis: Ätherische Öle gehören immer verdünnt ins Aufgusswasser, nie pur auf die Steine. Übertreib die Hitze nicht und hör bei Unwohlsein auf deinen Körper.