Mit Defibrillator in die Sauna: Was ist erlaubt? (Risiken & Regeln)
Christian ReindlWas ist ein ICD? (Implantierbarer Kardioverter Defibrillator erklärt)
Ein ICD (Implantierbarer Kardioverter Defibrillator) ist ein kleines elektronisches Gerät, etwa so groß wie eine Streichholzschachtel und zwischen 70 und 130 Gramm schwer. Es wird operativ unter die Haut unterhalb des Schlüsselbeins eingesetzt und über dünne Elektroden mit dem Herzen verbunden.
Der ICD überwacht deinen Herzrhythmus rund um die Uhr. Erkennt er eine lebensbedrohliche Rhythmusstörung wie Kammerflimmern oder eine zu schnelle Kammertachykardie, reagiert er mit drei abgestuften Therapien:
Antitachykardes Pacing (ATP): Schnelle, schmerzlose Impulse, die das Herz wieder in den Takt bringen. Kardioversion: Ein mittelstarker Stromstoß bei anhaltender Tachykardie. Defibrillation: Der volle Schock als letzte Rettung bei Kammerflimmern.
In Deutschland werden jährlich rund 270 ICD-Implantationen pro Million Einwohner durchgeführt. Die Batterielaufzeit beträgt 5 bis 10 Jahre, die Nachsorge erfolgt alle 3 bis 6 Monate beim Kardiologen. Moderne ICDs haben zusätzlich eine integrierte Herzschrittmacherfunktion für den Fall, dass das Herz zu langsam schlägt.
❓ Was unterscheidet den ICD vom Herzschrittmacher?
Der klassische Herzschrittmacher behandelt ein zu langsames Herz mit kleinen, nicht spürbaren Impulsen. Der ICD hingegen behandelt ein zu schnelles Herz und kann im Notfall einen lebensrettenden Schock abgeben. Für die Sauna gilt: Beide Geräte vertragen die Hitze problemlos.
Sauna Definition: Von finnisch bis Infrarot (Welche Typen gibt es?)
Das Wort Sauna stammt aus dem Finnischen und bedeutet „Badhaus". Es ist tatsächlich das einzige finnische Wort, das in den internationalen Sprachgebrauch übergegangen ist. Die frühesten Saunaformen entstanden vor etwa 7.000 Jahren in Finnland als einfache Erdgruben mit feuererhitzten Steinen.
Heute hat Finnland rund 3 Millionen Saunen für 5 Millionen Einwohner - praktisch eine pro Haushalt. 2020 wurde die finnische Saunakultur in die UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Aber Sauna ist nicht gleich Sauna - gerade für ICD-Träger macht der Unterschied viel aus.
Finnische Sauna Definition
Die finnische Sauna ist die traditionelle Form mit trockener Hitze bei 80 bis 100 °C (beim Aufguss teils bis 110 °C) und einer niedrigen Luftfeuchtigkeit von 10 bis 20 Prozent. Der Aufguss - auf Finnisch „löyly" - erzeugt einen kurzen Dampfstoß und steigert die gefühlte Temperatur spürbar. Typisch sind Holzverkleidung, der Saunaofen (kiuas) und in Finnland der traditionelle Birkenquast (vihta).
Dry Sauna Definition (Trockensauna)
Der englische Begriff Dry Sauna bezeichnet Saunen mit trockener Hitze bei 70 bis 100 °C und 5 bis 20 Prozent Luftfeuchtigkeit. Im Gegensatz zum Dampfbad wird kein Dampf aktiv erzeugt. Die finnische Sauna ist die bekannteste Form der Dry Sauna. Infrarotsaunen werden manchmal ebenfalls so bezeichnet, arbeiten aber bei deutlich niedrigeren Temperaturen.
Biosauna, Sanarium, Dampfbad und Infrarot
Die Biosauna (auch Sanftsauna genannt) arbeitet bei milderen 50 bis 60 °C und höherer Luftfeuchtigkeit von 40 bis 55 Prozent - oft mit ätherischen Ölen und Farblichttherapie. Das Sanarium (ein Markenname der Firma Klafs) bietet ähnliche Bedingungen bei 46 bis 60 °C.
Das Dampfbad setzt auf niedrigere Temperaturen von 40 bis 50 °C, aber nahezu 100 Prozent Luftfeuchtigkeit. Die Infrarotsauna erwärmt bei nur 40 bis 60 °C den Körper direkt durch Infrarotstrahlung - ohne die Umgebungsluft stark aufzuheizen.

Das sagen Medtronic, Boston Scientific & Co. zur Sauna
Die klare Botschaft aller drei weltweit führenden ICD-Hersteller: Die Sauna gefährdet das Gerät nicht.
Medtronic formuliert es auf seiner Patientenplattform AskTheICD.com unmissverständlich: „Feel free to enjoy the sauna. Heat and humidity do not interfere with your device." Auch Infrarotsaunen stuft Medtronic in die Kategorie „kein Effekt" ein.
Boston Scientific und Abbott (ehemals St. Jude Medical) listen die Sauna ebenfalls nicht als EMI-Risikoquelle. In ihren Kompatibilitätsguides sind nur Diathermie, industrielle Magneten oder Schweißgeräte als problematisch markiert - nicht die Sauna.
❓ Warum schadet die Hitze dem ICD nicht?
Die Körperthermoregulation schützt das Implantat. Während die Luft in einer finnischen Sauna 80 bis 100 °C erreicht, steigt deine Körperkerntemperatur nur um 1 bis 2 °C auf maximal etwa 39 °C. Das ICD-Aggregat unter der Haut bleibt bei rund 38 °C - die Verdunstungskälte durch Schweiß begrenzt die Hauttemperatur auf 40 bis 42 °C. Thermische Schäden am Gerät sind damit praktisch ausgeschlossen.
Deutsche Herzstiftung: Klare Regeln für Herzpatienten in der Sauna
Mehrere Experten des Wissenschaftlichen Beirats der Deutschen Herzstiftung bestätigen: Patienten mit Herzschrittmachern oder Defibrillatoren dürfen in die Sauna. Prof. Dr. Bernd Nowak vom Cardioangiologischen Centrum Bethanien in Frankfurt erklärt, dass eine Beeinflussung des Aggregats durch Wärme nicht zu erwarten sei.
Voraussetzung: Durch die Grunderkrankung oder die aktuelle Medikation dürfen keine Einschränkungen bestehen. Die Herzstiftung gibt folgende konkrete Empfehlungen:
Maximal 60 °C - so empfiehlt es Prof. Thomas Voigtländer, Vorstand der Deutschen Herzstiftung. Maximal 10 bis 15 Minuten Hitzeexposition pro Gang. Aufgüsse sind tabu - die Temperaturspitzen belasten den Kreislauf zu stark. Abkühlung nur langsam bei 20 bis 25 °C, kein kaltes Tauchbecken.
Als Orientierung: Die Kreislaufbelastung eines Saunagangs bei 70 bis 80 °C entspricht etwa 50 Watt im Belastungs-EKG - vergleichbar mit zügigem Gehen. Die Pulsfrequenz steigt um 20 bis 50 Prozent, die Herzleistung um circa 80 Prozent.
🚦 Sauna-Ampel für ICD-Träger
Finnische Studien: Regelmäßiges Saunieren schützt das Herz
Die weltweit bedeutendste Studie zur Sauna und Herzgesundheit stammt von Dr. Jari Laukkanen von der University of Eastern Finland. Seine 2015 im renommierten JAMA Internal Medicine veröffentlichte Langzeitstudie begleitete 2.315 finnische Männer über einen Zeitraum von median 20,7 Jahren.
Die Ergebnisse sind bemerkenswert: Männer, die 4 bis 7 Mal pro Woche saunierten, hatten im Vergleich zu jenen mit nur einem wöchentlichen Saunagang ein um 63 Prozent niedrigeres Risiko für plötzlichen Herztod. Auch das Risiko für tödliche koronare Herzkrankheit sank um 48 Prozent, die Gesamtmortalität um 40 Prozent.
Eine Folgestudie aus dem Jahr 2018 (publiziert in BMC Medicine) bestätigte diese Ergebnisse auch für Frauen. 4 bis 7 Saunasitzungen pro Woche waren mit einer 77 Prozent niedrigeren kardiovaskulären Mortalität assoziiert.
Diese Studien untersuchten keine spezifische ICD-Träger-Subgruppe. Die Teilnehmer waren gesunde finnische Saunagänger. Die Ergebnisse lassen sich nicht direkt auf Hochrisikopatienten übertragen - zeigen aber, dass regelmäßiges Saunieren bei stabilen Herzpatienten nicht schadet und sogar schützen kann.
Japanische Forscher haben zudem die sogenannte Waon-Therapie entwickelt - eine therapeutische Saunanutzung bei nur 60 °C in einer Ferninfrarot-Sauna, 15 Minuten täglich. Studien im Journal of the American College of Cardiology (JACC) zeigten eine Verbesserung der Herzfunktion bei Herzinsuffizienz-Patienten. Moderate Saunawärme bei 60 °C kann ventrikuläre Arrhythmien sogar verbessern, ein wichtiger Befund für ICD-Träger.
Die echten Risiken für ICD-Träger in der Sauna
Das Gerät selbst ist nicht das Problem - die Kreislaufbelastung und einige andere Faktoren schon. Hier die drei wichtigsten Risiken, die du kennen solltest:
Risiko 1: Hitzebedingte Tachykardie und Fehlschocks
In der Sauna steigt deine Herzfrequenz um 20 bis 50 Prozent - auf durchschnittlich 143 Schläge pro Minute nach 20 Minuten bei 80 °C. Theoretisch könnte ein ICD diese hitzebedingte Sinustachykardie als gefährliche ventrikuläre Tachykardie fehlinterpretieren und einen Fehlschock abgeben.
Die gute Nachricht: In der wissenschaftlichen Literatur ist kein dokumentierter Fall eines ICD-Fehlschocks spezifisch durch Saunahitze zu finden. Moderne ICDs verfügen über Diskriminierungsalgorithmen, die physiologische Sinustachykardien zuverlässig erkennen. Trotzdem solltest du mit deinem Kardiologen besprechen, ob die ICD-Programmierung den zu erwartenden Herzfrequenzanstieg berücksichtigt.
Risiko 2: Elektrolytverlust durch Schwitzen
Pro Saunagang verlierst du durchschnittlich 500 ml Schweiß, bei intensiven Sitzungen bis zu einem Liter. Der Schweiß enthält 800 bis 1.200 mg Natrium pro Liter sowie Kalium und Magnesium. Das ist für ICD-Träger besonders kritisch: Hypokaliämie und Hypomagnesiämie können ventrikuläre Arrhythmien triggern - und damit adäquate ICD-Schockabgaben auslösen.
Besondere Vorsicht gilt, wenn du Diuretika (Entwässerungsmittel) einnimmst - die verstärken den Elektrolytverlust zusätzlich. Trinke vor der Sauna etwa 500 ml Wasser und gleiche den Verlust danach mit elektrolythaltigen Getränken aus.
Risiko 3: Die plötzliche Abkühlung (das größte Risiko!)
Das kalte Tauchbecken, die Schwalldusche oder der Sprung in den Schnee verursachen eine akute Vasokonstriktion: Die Blutgefäße verengen sich schlagartig, der Blutdruck schießt in die Höhe, das Herz wird mit einem plötzlichen Volumenschub konfrontiert. Das kann Arrhythmien provozieren und bei ICD-Trägern Schockabgaben auslösen.
Die Deutsche Herzstiftung erklärt das kalte Tauchbecken zum absoluten Tabu für Herzpatienten. Stattdessen: Langsam abkühlen durch Umhergehen in kühlen Räumen, lauwarmes Duschen bei 20 bis 25 °C, zuerst nur Hände und Füße.
Welcher Saunatyp passt für ICD-Träger? (Vergleich)
Die verschiedenen Saunatypen unterscheiden sich erheblich in ihrer Kreislaufbelastung. Hier mein Ranking für ICD-Träger:
| Saunatyp | Temperatur | Luftfeuchte | Eignung |
|---|---|---|---|
| Biosauna / Sanarium | 46 - 60 °C | 40 - 55 % | ⭐⭐⭐⭐⭐ |
| Infrarotsauna | 40 - 60 °C | niedrig | ⭐⭐⭐⭐ |
| Dampfbad | 40 - 50 °C | 80 - 100 % | ⭐⭐⭐ |
| Finnische Sauna | 80 - 100 °C | 10 - 20 % | ⭐⭐ |
Die Biosauna oder das Sanarium bei 50 bis 60 °C sind für ICD-Träger der beste Kompromiss: Die Kreislaufbelastung ist deutlich geringer als in der finnischen Sauna, das Schwitzerlebnis bleibt erhalten, und es besteht kein EMI-Risiko. Das Dampfbad klingt zwar wegen der niedrigen Temperatur verlockend, aber die nahezu 100-prozentige Luftfeuchtigkeit verhindert die Schweißverdunstung - der Körper kann sich schlechter kühlen.
❓ Und was ist mit der Infrarotsauna?
Die Infrarotstrahlung selbst hat keinen Einfluss auf die ICD-Elektronik - das bestätigt auch Medtronic. Das potenzielle Problem liegt woanders: Einige Infrarotkabinen enthalten Neodym-Magnete in der Konstruktion (Türverriegelungen, Lautsprechermagnete), die den Reed-Schalter im ICD aktivieren und die Arrhythmie-Erkennung vorübergehend deaktivieren könnten. Vor der Nutzung beim Hersteller nachfragen, ob Magnete verbaut sind.
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Sicherheitsregeln: So saunierst du mit ICD richtig
Vor dem ersten Saunabesuch nach der Implantation
Der erste Schritt ist immer das Gespräch mit deinem Kardiologen. Die ärztliche Freigabe basiert auf einem aktuellen Belastungs-EKG (Mindestbelastbarkeit 50 Watt, besser 75 Watt), einer Echokardiographie und der Überprüfung der ICD-Programmierung.
Als Faustregel gilt: Wer einen 15- bis 20-minütigen Spaziergang problemlos schafft, hat ausreichende Saunabelastbarkeit. Die Wundheilung nach der Implantation muss abgeschlossen sein, und nach einem akuten kardialen Ereignis sollten mindestens 3 Monate vergehen.
Während des Saunagangs
Temperatur: Maximal 60 °C - Biosauna oder Sanarium bevorzugen. Dauer: Maximal 10 bis 15 Minuten, Einsteiger beginnen mit 3 bis 5 Minuten. Position: Sitzend saunieren (besserer venöser Rückfluss als liegend), untere Bank wählen. Aufgüsse meiden - die Temperaturspitzen sind zu belastend. Nie allein - immer mit einer informierten Begleitperson.
Warnsignale für sofortigen Abbruch
Bei diesen Anzeichen den Saunagang sofort beenden: Herzrasen oder Palpitationen, Brustschmerzen oder Engegefühl, Schwindel oder Benommenheit, Atemnot, Übelkeit, starke Erschöpfung, Sehstörungen, Schmerzen im ICD-Bereich.
Nach einem ICD-Schock in der Sauna: Ruhe bewahren, den Besuch abbrechen und zeitnah den Kardiologen kontaktieren.
Richtig abkühlen und hydrieren
Die Abkühlung erfolgt ausschließlich langsam und lauwarm - kein Tauchbecken, keine Schwalldusche, kein Eiswasser. Umhergehen bei Raumtemperatur oder lauwarmes Duschen bei 20 bis 25 °C, beginnend an Händen und Füßen.
Vor der Sauna etwa 500 ml Wasser trinken, danach das 1,5-Fache des Flüssigkeitsverlusts ersetzen - idealerweise mit elektrolythaltigen Getränken wie Mineralwasser oder Kokoswasser. Alkohol und Koffein sind vor und während des Saunierens tabu. Wenn du Diuretika, Betablocker oder Blutdruckmedikamente einnimmst, besprich die veränderte Wärmeregulation mit deinem Arzt.
Was andere ICD-Träger berichten
In deutschen Patientenforen wie dem Defi-Forum berichten zahlreiche ICD-Träger von regelmäßigem, jahrelangem problemlosem Saunieren. Ein Mitglied schreibt: „Ich gehe regelmäßig einmal die Woche in die Sauna. Als Herzpatient aber mit Kardiologen absprechen und schnelles Abkühlen vermeiden."
Infrarot-Wärmekabinen werden besonders positiv bewertet. Eine Patientin berichtet, sie habe „keinerlei Probleme damit" und die geringere Luftfeuchtigkeit mache das Ganze für den Körper wesentlich besser verträglich.
Es gibt aber auch ernstere Berichte: Eine Patientin mit Pulmonalatresie erhielt nach ihrem zehnten Saunabesuch mit ICD einen Schock - allerdings war dieser adäquat, also durch eine tatsächliche Arrhythmie ausgelöst. Ihr Kardiologe erlaubte dennoch weiterhin Saunabesuche. Ihr Tipp: „Immer jemand mitnehmen, bei dem man sich gut aufgehoben fühlt, wenn was wäre."
Die Kernbotschaft aus allen Foren: Nicht der ICD, sondern die Grunderkrankung entscheidet. Wer stabil ist und die ärztliche Freigabe hat, kann mit Vorsicht saunieren.
Externe Defibrillatoren (AED) in Saunaanlagen
In Deutschland gibt es keine gesetzliche Pflicht zur Bereitstellung automatisierter externer Defibrillatoren (AED) in Saunaanlagen. Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie empfiehlt sie aber ausdrücklich für Orte mit hohem Publikumsverkehr.
Wichtig zu wissen: Die meisten AEDs sind für eine Betriebstemperatur von 0 bis 50 °C spezifiziert - eine finnische Sauna bei 80 bis 100 °C übersteigt diesen Bereich. AEDs dürfen niemals in der Saunakabine selbst gelagert werden, sondern im Empfangsbereich, Flur oder Ruheraum.
Bei einem Herznotfall in der Sauna muss die Person zunächst aus der Kabine gebracht werden. Nach dem Notruf (112) beginnt sofort die Herzdruckmassage. Der Brustkorb muss vor dem Anlegen der AED-Elektroden abgetrocknet werden. Ein AED darf und soll bei ICD-Trägern eingesetzt werden - die Elektroden werden mindestens 8 cm vom ICD-Aggregat entfernt platziert. Der implantierte ICD ersetzt im Herzstillstand keine Laienreanimation.
Häufige Fragen: Defibrillator und Sauna
Darf man mit einem Defibrillator in die Sauna?
Ja, grundsätzlich schon. Alle großen ICD-Hersteller (Medtronic, Boston Scientific, Abbott) bestätigen, dass Hitze und Feuchtigkeit das Gerät nicht beeinflussen. Die Einschränkungen kommen von der zugrunde liegenden Herzerkrankung, nicht vom Gerät selbst. Du brauchst eine ärztliche Freigabe.
Welche Sauna ist für ICD-Träger am besten geeignet?
Die Biosauna oder das Sanarium bei 50 bis 60 °C sind ideal - geringe Kreislaufbelastung bei gutem Schwitzerlebnis. Finnische Saunen bei 80 bis 100 °C nur bei sehr stabiler Erkrankung und maximal 10 Minuten ohne Aufguss.
Kann die Infrarotsauna den ICD stören?
Die Infrarotstrahlung selbst nicht. Aber manche Infrarotkabinen haben Magnete verbaut (Türen, Lautsprecher), die den Reed-Schalter im ICD beeinflussen könnten. Vor der Nutzung beim Hersteller nachfragen.
Was ist, wenn der ICD in der Sauna einen Schock abgibt?
Ruhe bewahren, Saunagang sofort beenden, ausreichend trinken und zeitnah den Kardiologen kontaktieren. Ein einzelner Schock bedeutet nicht automatisch, dass du nie wieder saunieren darfst - aber er muss abgeklärt werden.
Darf ich ins kalte Tauchbecken?
Nein, das kalte Tauchbecken ist für alle Herzpatienten - mit oder ohne ICD - tabu. Die plötzliche Kälte verursacht eine akute Gefäßverengung und Blutdruckspitze, die Arrhythmien provozieren kann. Immer langsam und lauwarm abkühlen.
Wie lange nach der ICD-Implantation darf ich wieder saunieren?
Die Wundheilung muss abgeschlossen sein (meist 4 bis 6 Wochen) und du brauchst die Freigabe deines Kardiologen. Nach einem akuten kardialen Ereignis solltest du mindestens 3 Monate warten.
Besteht ein Unterschied zwischen Herzschrittmacher und ICD in der Sauna?
Für die Sauna gilt praktisch das Gleiche: Beide Geräte vertragen die Hitze problemlos. Der Unterschied liegt in der Grunderkrankung - ICD-Träger haben in der Regel eine schwerwiegendere Herzerkrankung und müssen daher vorsichtiger sein.
Mein Fazit: Mit klaren Regeln steht dem Saunieren nichts im Wege
Die medizinische Evidenz zeichnet ein ermutigendes Bild: Der ICD selbst wird durch Saunahitze nicht gefährdet - das bestätigen alle Hersteller und die Kardiologie. Die finnische Langzeitforschung zeigt sogar protektive Effekte des regelmäßigen Saunierens auf die Herzgesundheit.
Das tatsächliche Risiko bestimmt nicht das Implantat, sondern deine Grunderkrankung. Stabile Patienten mit ausreichender Belastbarkeit können unter Einhaltung klarer Sicherheitsregeln saunieren. Die Biosauna oder das Sanarium bei 50 bis 60 °C bieten den sichersten Einstieg.
Entscheidend bleiben die individuelle kardiologische Freigabe, die konsequente Vermeidung plötzlicher Abkühlung und eine bewusste Hydration. Mit diesen Vorsichtsmaßnahmen steht dem Saunagenuss für viele ICD-Träger nichts im Wege.
Wenn du nach langer Pause wieder saunierst, empfehle ich milde Düfte wie Lavendel oder Zirbe. Meine Saunadrops sind vordosiert - einfach auflegen, Wasser drüber, fertig. Welche Düfte passen? → Saunadrops im Überblick