Drei unterschiedlich große Saunahandtücher gestapelt auf einer Holzbank in einer finnischen Sauna mit Saunaofen im Hintergrund

Wie viele Handtücher für die Sauna? Das 3-Tücher-System

Christian Reindl

Wie viele Handtücher für die Sauna brauchst du wirklich? Die Antwort ist simpel: Drei. Nicht eins, nicht zwei, sondern drei. Hi, ich bin Christian aus Vohenstrauß und wenn ich eines in all meinen Jahren als Saunafreund und Erfinder der Saunadrops gelernt habe, dann dass die meisten Leute mit viel zu wenig Stoff in die Therme gehen und sich dann wundern, warum alles klamm und ungemütlich wird.

Ich sehe es jede Woche in den Wellnesshotels im Bayerischen Wald: Menschen quetschen sich mit einem durchweichten Mini-Handtuch auf die Bank, die Füße hängen über den Rand, der Schweiß tropft direkt aufs Holz. Das ist nicht nur unappetitlich für alle Beteiligten, sondern auch ein Hygiene-Problem, das sich vermeiden lässt. Mit dem richtigen Setup aus drei Handtüchern in den passenden Größen wird dein Saunagang deutlich entspannter.

Wie viele Handtücher für die Sauna brauchst du wirklich?

Die magische Zahl ist drei. Das klingt nach viel Gepäck, aber jedes dieser Tücher hat eine spezifische Aufgabe und keines davon ist ersetzbar. Das 3-Tücher-System hat sich über Jahrzehnte in der finnischen Saunakultur entwickelt und funktioniert aus gutem Grund.

❓ Warum reicht ein großes Handtuch nicht aus?

Weil es nach dem ersten Saunagang komplett durchnässt ist. Du schwitzt in der Sauna zwischen 0,5 und 1 Liter pro Gang. Dieses Wasser muss irgendwo hin und landet größtenteils in deinem Liegetuch. Ein klatschnasses Tuch auf der Bank ist erstens unangenehm beim Hinlegen und zweitens ein Paradies für Bakterien. Wer sich nach dem Abkühlen wieder auf ein feuchtes Tuch setzt, konterkariert den ganzen Hygienegedanken.

Tuch 1: Das XXL-Liegetuch für die Saunabank

Das wichtigste Tuch im Dreierpack ist dein Liegetuch und hier machen die meisten den größten Fehler. Ein normales Duschtuch misst etwa 70 mal 140 Zentimeter. Das klingt groß, ist aber für die Sauna schlicht zu kurz.

Das Saunahandtuch muss mindestens 180 Zentimeter lang sein, besser noch 200 Zentimeter, damit dein kompletter Körper inklusive Füße auf dem Stoff liegt.

Die Breite sollte bei mindestens 80 Zentimetern liegen, damit du dich problemlos drehen kannst ohne vom Tuch zu rutschen. Ich persönlich schwöre auf Saunalaken mit 200 mal 80 Zentimeter, die wie eine Unterlage für den gesamten Körper funktionieren. So kommt garantiert kein Schweiß aufs Holz und du hast genug Stoff zum Einwickeln wenn dir zwischendurch kalt wird.

Tuch 2 und 3: Abtrocknen und Reserve für die Füße

Das zweite Handtuch ist dein Abtrocknungstuch für nach dem Abkühlen. Es bleibt trocken in deiner Saunatasche während du schwitzt und kommt erst zum Einsatz wenn du aus dem Tauchbecken oder der Dusche steigst. Normale Duschtuchgröße reicht hier völlig aus, also etwa 70 mal 140 Zentimeter.

Das dritte Tuch ist der unterschätzte Joker im System. Es dient als Fußtuch auf dem Boden vor der Bank, als Ersatz falls das Liegetuch durchweicht ist, oder als Unterlage im Ruhebereich. Ein kleineres Handtuch mit 50 mal 100 Zentimeter erfüllt diesen Zweck perfekt. Manche nutzen es auch als Kopfunterlage oder zum Abwischen zwischendurch.

In meiner Sauna-Packliste findest du übrigens noch mehr Details zur kompletten Ausrüstung.

Die goldene Regel: Kein Schweiß aufs Holz

Diese Regel ist nicht verhandelbar. In jeder Therme steht sie auf Schildern, jeder Saunameister predigt sie und trotzdem ignorieren sie erstaunlich viele Gäste. Schweiß auf unbehandeltem Saunaholz ist ein echtes Problem, das über bloße Etikette hinausgeht.

Schweiß enthält Salze, Hautfette und Stoffwechselprodukte. Diese Substanzen ziehen ins poröse Holz ein und lassen sich nicht mehr vollständig entfernen. Mit der Zeit entstehen dunkle Flecken und ein unangenehmer Geruch, der bei Hitze noch intensiver wird. In öffentlichen Saunen führt das zu massiven Hygieneproblemen.

Ich habe schon Saunabänke gesehen, die nach wenigen Jahren komplett ausgetauscht werden mussten, weil die Verschmutzung so tief im Holz saß. Das treibt die Kosten für Thermenbesitzer in die Höhe und erhöht am Ende auch deinen Eintrittspreis. Jeder der sein Handtuch korrekt nutzt, tut also nicht nur sich selbst sondern der ganzen Saunagemeinde einen Gefallen.

Zu den absoluten No-Gos in der Sauna habe ich übrigens einen separaten Artikel geschrieben, der noch tiefer ins Thema einsteigt.

Warum Mikrofaser in der Sauna nervt

Mikrofaserhandtücher sind leicht, trocknen schnell und nehmen kaum Platz weg. Für Wanderungen oder den Strand perfekt, für die Sauna eine Katastrophe.

Das Problem beginnt bei der Saugfähigkeit. Mikrofaser nimmt zwar Wasser auf, aber lange nicht so viel wie Baumwolle. In der Sauna schwitzt du enorme Mengen und das Tuch ist im Nu gesättigt. Dann liegt da ein feuchter Synthetiklappen der sich klebrig anfühlt und einen leicht plastikartigen Geruch entwickelt wenn er warm wird.

Dazu kommt das Rutschproblem. Mikrofaser auf poliertem Saunaholz verhält sich wie ein Gleitmittel. Du legst dich hin und das Tuch wandert mit dir. Das führt unweigerlich dazu, dass Haut aufs Holz kommt. Baumwolle haftet deutlich besser auf der Sitzfläche.

Meine Empfehlung: Frottee oder Waffelpiqué aus 100 Prozent Baumwolle. Das klassische türkische Hammamtuch ist ebenfalls eine gute Wahl, weil es dünn genug zum Transportieren aber saugfähig genug für mehrere Saunagänge ist. Leinen funktioniert auch, fühlt sich aber für manche Leute zu rau an.

Korrekte Handtuch-Platzierung in der Sauna: Das XXL-Liegetuch ist lang genug damit auch die Füße vollständig auf dem Stoff liegen

Die Material-Übersicht: Was taugt wirklich?

Handtuch-Typ Empfohlene Größe Funktion Material-Tipp
XXL-Liegetuch 180–200 × 80 cm Unterlage auf der Saunabank Frottee, Waffelpiqué
Abtrocknungstuch 70 × 140 cm Abtrocknen nach Abkühlung Baumwoll-Frottee
Reserve/Fußtuch 50 × 100 cm Füße, Boden, Kopfstütze Leinen, Hammamtuch

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Profi-Tipp: Der Saunakilt als praktischer Joker

Wer regelmäßig in die Sauna geht kennt das Problem: Zwischen den Gängen läufst du durch die Therme, sitzt im Ruheraum oder holst dir etwas zu trinken. Das große Liegetuch dabei als Toga zu wickeln funktioniert, sieht aber etwas improvisiert aus und verrutscht ständig.

Ein Saunakilt löst dieses Problem elegant. Das ist im Grunde ein Wickelrock mit Klettverschluss, meist aus dem gleichen Material wie ein gutes Handtuch. Er sitzt sicher, lässt sich mit einem Handgriff öffnen und wieder schließen und hält dabei alles bedeckt was bedeckt sein soll.

❓ Darf man in der Sauna überhaupt etwas tragen?

In Deutschland gilt traditionell die Textilfreiheit in der Sauna. Das bedeutet: In der Kabine selbst ist Nacktheit die Regel und Badekleidung verpönt, weil die Chemikalien in Textilien bei Hitze ausdünsten. Ein Handtuch zum Draufsitzen ist jedoch Pflicht, und auf dem Weg durch die Anlage darfst du natürlich bedeckt sein. Der Saunakilt fällt in diese Kategorie. Mehr dazu erkläre ich in meinem Artikel Darf man in der Sauna ein Handtuch tragen.

Mein Tipp: Der Kilt ersetzt nicht eines der drei Handtücher, sondern ergänzt sie als viertes Element. Er bleibt trocken während du schwitzt und ist einsatzbereit sobald du die Kabine verlässt. Besonders für Sauna-Neulinge nimmt er die Unsicherheit beim Gang durch öffentliche Bereiche.

Fazit: Mit System zum entspannten Saunagang

Die Frage wie viele Handtücher für die Sauna nötig sind lässt sich eindeutig beantworten: Mindestens drei, jeweils in der passenden Größe und aus dem richtigen Material. Das XXL-Liegetuch mit mindestens 180 Zentimeter Länge ist das Herzstück, ergänzt durch ein trockenes Abtrocknungstuch und ein flexibles Reserve-Tuch für Füße und Zwischendurch.

Investiere in hochwertige Baumwolltücher statt billiger Mikrofaser. Sie halten länger, fühlen sich besser an und erfüllen ihren Zweck in der Sauna tatsächlich.

Die goldene Regel bleibt: Kein Schweiß aufs Holz. Dein Liegetuch muss groß genug sein, um deinen kompletten Körper inklusive Füße zu bedecken. Das ist keine Pedanterie sondern grundlegende Sauna-Hygiene, die allen Gästen zugutekommt.

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Beratung. Bei gesundheitlichen Bedenken bezüglich des Saunierens konsultiere bitte einen Arzt. Personen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, akuten Infekten oder anderen gesundheitlichen Einschränkungen sollten vor dem Saunabesuch ärztlichen Rat einholen.

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