Saunadrops: Der Saunaaufguss zum Einwerfen

Verschiedene Medikamente neben einem Sauna-Aufgusskübel auf Holzbank

Sauna mit Medikamenten: Welche Arzneimittel sind riskant?

Christian Reindl

Fünf Menschen sind in Finnland gestorben, weil sie mit einem Schmerzpflaster in die Sauna gegangen sind. Die finnische Arzneimittelbehörde Fimea hat diese Fälle dokumentiert und eine offizielle Warnung herausgegeben. Was kaum jemand weiß: Die Hitze in der Sauna kann bei bestimmten Medikamenten zu einer tödlichen Überdosierung führen, weil der Wirkstoff plötzlich viel schneller freigesetzt wird. Und Fentanyl-Pflaster sind längst nicht das einzige Problem.

Ich beschäftige mich seit über zehn Jahren intensiv mit dem Thema Sauna und habe in dieser Zeit unzählige Gespräche mit Saunameistern, Ärzten und Stammgästen geführt. Dabei fällt mir immer wieder auf, wie wenig Menschen über die Wechselwirkungen zwischen Sauna und ihren Medikamenten wissen. Viele nehmen täglich Tabletten gegen Bluthochdruck, Stimmungsstabilisatoren oder Schmerzmittel und gehen völlig unbedarft in die Kabine. Dabei kann genau das richtig gefährlich werden.

Die gute Nachricht vorweg: Mit dem richtigen Wissen und etwas Vorbereitung kannst du auch mit den meisten Medikamenten sicher saunieren. Es geht nicht darum, dir die Sauna zu verbieten, sondern darum, die Risiken zu kennen und klug damit umzugehen.

Welche Medikamente sind in der Sauna wirklich gefährlich?

Nicht jedes Medikament wird in der Sauna zum Problem. Aber bei einigen Wirkstoffgruppen musst du besonders aufpassen, weil die Hitze ihren Stoffwechsel im Körper massiv verändert. Die kritischsten Kandidaten sind Pflaster, die Wirkstoffe über die Haut abgeben, sowie alle Medikamente, die den Flüssigkeitshaushalt oder die Temperaturregulation beeinflussen.

Fentanyl-Pflaster auf der Haut mit Warnsymbol - Sauna ist mit Schmerzpflaster verboten

Fentanyl-Pflaster: Absolute Tabuzone

Fentanyl ist ein extrem starkes Schmerzmittel aus der Gruppe der Opioide, das bei chronischen Schmerzen als Pflaster verschrieben wird. Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft warnt ausdrücklich davor, mit diesem Pflaster in die Sauna zu gehen. Der Grund ist simpel und erschreckend zugleich: Wenn die Hauttemperatur auf 40 Grad steigt, erhöht sich die Wirkstoffkonzentration im Blut um etwa ein Drittel. Bei den Temperaturen in einer finnischen Sauna kann die Freisetzung in den ersten Stunden nach dem Aufkleben sogar auf das Dreifache ansteigen.

Die Folgen einer Überdosierung sind Schläfrigkeit, eine verlangsamte Atmung, Bewusstlosigkeit und im schlimmsten Fall Atemstillstand. Das Tückische dabei: Nach dem Entfernen des Pflasters wirkt der Wirkstoff noch stundenlang nach, weil sich im Fettgewebe der Haut ein Depot gebildet hat. Deshalb müssen Patienten mit Verdacht auf eine Überdosierung mindestens 24 Stunden überwacht werden.

❓ Gilt das auch für andere Wirkstoffpflaster?

Ja, das Prinzip gilt für alle transdermalen Pflaster. Nikotinpflaster setzen bei 43 Grad Hauttemperatur das 13-Fache der normalen Wirkstoffmenge frei. Auch bei Hormonpflastern oder dem ADHS-Pflaster Daytrana (transdermales Methylphenidat) warnt die amerikanische Arzneimittelbehörde FDA explizit vor Sauna und Whirlpool. Wenn du irgendein Pflaster trägst, das Wirkstoffe über die Haut abgibt, musst du es vor dem Saunagang entfernen und am besten mit deinem Arzt über Alternativen sprechen.

Sauna mit Blutdrucksenkern: Vorsicht bei Betablockern

Hier wird es interessant, denn bei Blutdruckmedikamenten gibt es sowohl Risiken als auch echte Vorteile. Die finnische Langzeitstudie von Dr. Jari Laukkanen, die über 20 Jahre mehr als 2.300 Männer begleitet hat, zeigt beeindruckende Ergebnisse: Wer vier bis sieben Mal pro Woche sauniert, hat ein um 40 Prozent niedrigeres Sterberisiko und ein 63 Prozent geringeres Risiko für einen plötzlichen Herztod. Professor Ketelhut von der Deutschen Hochdruckliga konnte nachweisen, dass zweimal wöchentliches Saunieren über drei Monate den Blutdruck von durchschnittlich 166/101 auf 143/92 mmHg senken kann.

Blutdruckmessung vor dem Saunagang - wichtig bei Medikamenten gegen Bluthochdruck

Das Problem liegt nicht in der Sauna selbst, sondern in der Kombination bestimmter Blutdrucksenker mit der Hitze. Betablocker erhöhen das Risiko für eine sogenannte orthostatische Hypotonie um das 7,8-Fache. Das bedeutet: Wenn du nach dem Saunagang aufstehst, kann dein Blutdruck so stark absacken, dass dir schwarz vor Augen wird und du umkippst. Diuretika (Entwässerungstabletten) verstärken die ohnehin schon beträchtliche Dehydration durch das Schwitzen zusätzlich.

ACE-Hemmer und Kalziumkanalblocker haben ein günstigeres Profil, aber auch hier gilt: Sprich mit deinem Arzt, bevor du regelmäßig saunierst. Die absolute Kontraindikation liegt bei unkontrolliertem Bluthochdruck über 180/110 mmHg, einem Herzinfarkt in den letzten drei Monaten, instabiler Angina pectoris oder dekompensierter Herzinsuffizienz.

Sauna mit Antidepressiva: Was du über SSRI und trizyklische Antidepressiva wissen musst

Die Wechselwirkungen zwischen Antidepressiva und Sauna sind komplex, weil verschiedene Wirkstoffklassen völlig unterschiedliche Auswirkungen auf die Temperaturregulation haben. Das Deutsche Ärzteblatt listet sowohl Neuroleptika als auch Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) als Medikamente auf, die die zentrale Thermoregulation hemmen können.

SSRI wie Sertralin, Citalopram oder Fluoxetin beeinflussen den Serotoninstoffwechsel im Gehirn. Eine Nebenwirkung kann vermehrtes Schwitzen (Hyperhidrose) sein, was in der Sauna eigentlich kein Problem ist. Kritischer wird es, wenn du zusätzlich andere serotonerge Medikamente nimmst, etwa Triptane gegen Migräne oder das Schmerzmittel Tramadol. In seltenen Fällen kann dann ein Serotonin-Syndrom entstehen, das mit Hyperthermie (Überhitzung), Herzrasen und Verwirrtheit einhergeht.

Trizyklische Antidepressiva wie Amitriptylin haben einen anticholinergen Effekt, der das Schwitzen reduziert. Das klingt erstmal nach einem Vorteil, ist aber das Gegenteil: Wenn dein Körper nicht richtig schwitzen kann, fehlt ihm der wichtigste Kühlmechanismus. Die Folge kann eine gefährliche Überhitzung sein.

❓ Darf ich mit Antidepressiva überhaupt noch in die Sauna?

In den meisten Fällen ja, aber mit Vorsicht. Starte mit kürzeren Saunagängen und niedrigeren Temperaturen, achte besonders auf deinen Flüssigkeitshaushalt und informiere dich bei deinem Psychiater über mögliche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten, die du vielleicht noch nimmst. Wenn du unter einem modernen SSRI wie Sertralin stabil eingestellt bist und keine zusätzlichen serotonergen Medikamente einnimmst, steht einem vorsichtigen Saunieren meist nichts im Weg.

Neuroleptika: Erhöhtes Risiko bei Hitzewellen dokumentiert

Eine französische Studie zur Hitzewelle 2003 hat gezeigt, dass Menschen unter Neuroleptika ein 4,6-fach erhöhtes Risiko für hitzebedingte Krankenhauseinweisungen hatten. Es gibt einen dokumentierten Fall eines 47-jährigen Mannes, der unter Risperidon und Fluphenazin eine Körpertemperatur von 41,5 Grad entwickelte und einen hitzebedingten Schlaganfall erlitt. Das atypische Neuroleptikum Clozapin führt häufig zu einer Störung der Schweiß- und Temperaturregulation.

Wenn du Neuroleptika einnimmst, solltest du die Sauna nicht komplett meiden, aber besonders vorsichtig sein. Niedrigere Temperaturen (60 bis 70 Grad), kürzere Aufenthalte und längere Abkühlphasen sind Pflicht. Und bei den ersten Anzeichen von Unwohlsein sofort raus aus der Kabine.

Sauna mit ADHS-Medikamenten: Methylphenidat unter der Lupe

Die gute Nachricht für alle, die Ritalin, Medikinet oder Concerta nehmen: Bei oralen ADHS-Medikamenten gibt es kaum Berichte über Probleme beim Saunieren. In deutschen Foren wie dem ADHS-Zentrum berichten Betroffene von problemlosen Saunagängen selbst bei 95 Grad. Der Wirkstoff Methylphenidat wird über den Magen-Darm-Trakt aufgenommen und ist von der erhöhten Hautdurchblutung in der Sauna nicht direkt betroffen.

Anders sieht es beim transdermalen Methylphenidat-Pflaster aus (Daytrana), das es allerdings in Deutschland nicht gibt. Die FDA warnt hier ausdrücklich vor Sauna und Whirlpool, weil das Prinzip der verstärkten Wirkstofffreisetzung bei Hitze auch hier gilt.

Was du beachten solltest: Methylphenidat kann die Herzfrequenz leicht erhöhen. In Kombination mit der ohnehin schon gesteigerten Herzfrequenz in der Sauna kann das bei manchen Menschen unangenehm werden. Wenn du dich unsicher fühlst, starte mit kürzeren Saunagängen und beobachte, wie dein Körper reagiert. Die allermeisten ADHS-Patienten unter oraler Medikation können völlig normal saunieren.

Sauna mit Ibuprofen und Aspirin: Das unterschätzte Nierenrisiko

Hier kommt ein Thema, das viele überrascht: Auch frei verkäufliche Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Aspirin können in der Sauna problematisch werden. Nicht weil die Hitze ihre Wirkung verstärkt, sondern wegen eines indirekten Effekts auf die Nieren.

Ibuprofen und andere nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) hemmen die Prostaglandinsynthese. Das ist der Mechanismus, der sie so wirksam gegen Schmerzen macht. Aber Prostaglandine spielen auch eine wichtige Rolle bei der Durchblutung der Nieren. Wenn du in der Sauna stark schwitzt und dabei dehydrierst, arbeiten deine Nieren ohnehin schon unter erschwerten Bedingungen. Studien zeigen, dass die Filterleistung der Nieren bei Dehydration um bis zu 51 Prozent sinken kann. Nimmst du dann noch ein NSAR, das die renale Durchblutung zusätzlich einschränkt, steigt das Risiko für eine Nierenschädigung um etwa 20 Prozent.

Das bedeutet nicht, dass du nach einer Ibuprofen-Tablette nie wieder in die Sauna darfst. Aber wenn du regelmäßig Schmerzmittel nimmst, solltest du zwei bis drei Stunden Abstand zur Sauna halten und besonders gut auf deine Flüssigkeitszufuhr achten. Paracetamol ist übrigens die sicherere Alternative, weil es nicht in die renale Prostaglandinsynthese eingreift.

Wichtig für Lithium-Patienten: Das Medikament AMBOSS führt Sauna und vermehrtes Schwitzen explizit als Risikofaktor für eine Lithiumintoxikation auf. Der enge therapeutische Bereich von 0,6 bis 0,8 mmol/l kann bei Dehydration schnell in den toxischen Bereich über 1,5 mmol/l rutschen. Wenn du Lithium nimmst, sprich unbedingt vor dem Saunieren mit deinem Psychiater.

Sauna mit Insulin: Der komplette Guide für Diabetiker

Die Deutsche Diabetes-Hilfe hat klare Empfehlungen für Saunabesuche mit Diabetes herausgegeben. Der wichtigste Punkt: Hitze beschleunigt die Insulinaufnahme erheblich, was das Risiko für Unterzuckerungen (Hypoglykämien) deutlich erhöht. Wenn du gerade Insulin gespritzt hast, wird es in der warmen Sauna viel schneller wirken als gewohnt.

Die Faustregel lautet: Mit einem Blutzuckerwert unter 110 mg/dl (6,1 mmol/l) solltest du nicht in die Sauna gehen. Wer kurz vor dem Saunagang spritzen musste, sollte sogar mit Werten über 160 mg/dl (8,9 mmol/l) starten. Zwischen den Saunagängen messen ist Pflicht, besonders wenn du noch wenig Erfahrung mit der Stoffwechselreaktion auf Hitze hast.

Was ist mit Insulinpumpen und CGM-Sensoren?

Insulinpumpen müssen vor dem Saunagang abgenommen werden. Die Hitze kann den Insulinfluss verstärken (Unterzuckerungsgefahr) oder das Insulin unwirksam machen (die Moleküle werden beschädigt). Viele erfahrene Diabetiker reduzieren ihre Basalrate schon eine Stunde vor der Sauna und nehmen für den Notfall einen Pen mit, den sie temperaturgeschützt in der Saunatasche verstauen.

Diabetes-Zubehör für sicheres Saunieren - Blutzuckermessgerät und Traubenzucker

Bei CGM-Sensoren (kontinuierliche Glukosemessung) sind die Erfahrungen gemischt. Die meisten Hersteller geben keine offizielle Freigabe für Saunatemperaturen, aber in der Praxis berichten viele Diabetiker, dass ihre Sensoren die Hitze überstehen, wenn sie mit wasserfestem Kinesiotape zusätzlich fixiert werden. Die Werte können während des Saunagangs allerdings ungenau sein, weshalb eine blutige Kontrolle zwischen den Gängen sinnvoll ist.

Ein oft übersehener Punkt: Diabetiker haben häufig ein vermindertes Schmerzempfinden in den Füßen (diabetische Polyneuropathie). In der Sauna können heiße Gegenstände wie der Ofen oder heiße Steine Verbrennungen verursachen, die erstmal gar nicht bemerkt werden. Badeschuhe sind deshalb Pflicht.

Praktische Tipps: So saunierst du sicher mit Medikamenten

Nach all den Warnungen hier die gute Nachricht: Mit dem richtigen Vorgehen kannst du auch als Patient mit Dauermedikation die Sauna genießen. Hier sind meine bewährten Strategien aus über zehn Jahren Saunaerfahrung:

Medikamentengruppe Empfehlung Zeitlicher Abstand
Wirkstoffpflaster (Fentanyl, Nikotin) Pflaster entfernen, Arzt konsultieren Kein Saunieren mit Pflaster
Betablocker Langsam aufstehen, längere Ruhephasen 2-3 Stunden nach Einnahme
Diuretika Doppelte Flüssigkeitszufuhr, Elektrolyte 2-3 Stunden nach Einnahme
SSRI/Antidepressiva Kürzere Gänge, auf Überhitzung achten Kein spezieller Abstand nötig
Methylphenidat (oral) Normal saunieren möglich Kein spezieller Abstand nötig
Ibuprofen/NSAR Viel trinken, Nierenfunktion beachten 2-3 Stunden nach Einnahme
Lithium Ärztliche Rücksprache zwingend Individuelle Abklärung
Insulin BZ-Kontrolle, Pumpe abnehmen, Hypo-BE bereit Nicht in Peak-Wirkung spritzen

Die 2-3-Stunden-Regel

Bei den meisten oralen Medikamenten hat sich ein Abstand von zwei bis drei Stunden zwischen Einnahme und Sauna bewährt. In dieser Zeit hat der Körper den Wirkstoff bereits aufgenommen und verteilt, sodass die veränderten Durchblutungsverhältnisse in der Sauna weniger Einfluss haben.

Hydration: Mehr als nur Wasser trinken

Die optimale Vorbereitung beginnt schon ein bis zwei Stunden vor dem Saunagang mit 500 bis 600 ml Flüssigkeit. Nach der Sauna solltest du etwa das 1,5-Fache des verlorenen Körpergewichts als Flüssigkeit zu dir nehmen. Bei Diuretika-Patienten sind Elektrolytgetränke besonders wichtig, weil der Mineralstoffverlust doppelt so hoch ist. Ein Alkohol ist übrigens absolut tabu, denn die Kombination aus Sauna und Alkohol erhöht das Risiko für Unterzuckerung, Kreislaufkollaps und Dehydration drastisch.

Das richtige Saunaerlebnis mit Medikamenten

Wenn du regelmäßig Medikamente nimmst und trotzdem nicht auf dein Saunaritual verzichten möchtest, kann ein hochwertiger Saunaaufguss das Erlebnis noch angenehmer machen. Die ätherischen Öle in einem guten Saunaaufguss-Set können die Atemwege öffnen und für zusätzliche Entspannung sorgen, ohne den Kreislauf zusätzlich zu belasten. Gerade Eukalyptus und Pfefferminze werden von vielen als angenehm empfunden, weil sie das subjektive Hitzegefühl reduzieren.

Absolute Kontraindikationen: Wann die Sauna wirklich tabu ist

Bei allen Möglichkeiten, die ich beschrieben habe, gibt es Situationen, in denen du definitiv nicht in die Sauna solltest. Diese Liste ist nicht verhandelbar:

• Unkontrollierter Bluthochdruck über 180/110 mmHg
• Herzinfarkt in den letzten drei Monaten
• Instabile Angina pectoris (Brustschmerzen in Ruhe)
• Dekompensierte Herzinsuffizienz
• Akute Infekte mit Fieber
• Kombination von PDE-5-Hemmern (Viagra, Cialis) mit Nitraten
• Kombination von Alkohol mit Sauna

Die letzte Kombination verdient besondere Erwähnung: Alkohol erweitert die Blutgefäße, genau wie die Hitze. Zusammen kann das zu einem dramatischen Blutdruckabfall führen. Dazu kommt, dass Alkohol das Risikobewusstsein senkt. Man bleibt zu lange in der Kabine, reagiert zu spät auf Warnsignale des Körpers und kühlt sich falsch ab. In Finnland, wo Sauna eine Volksdroge ist, werden jedes Jahr etwa 50 Todesfälle in der Sauna registriert. Bei fast allen war Alkohol im Spiel.

Häufig gestellte Fragen zur Sauna mit Medikamenten

Welche Medikamente darf man nicht nehmen, wenn man in die Sauna geht?

Absolut kontraindiziert sind transdermale Wirkstoffpflaster wie Fentanyl- oder Nikotinpflaster, da die Hitze die Wirkstofffreisetzung drastisch erhöht. Bei Betablockern, Diuretika, Lithium und Neuroleptika ist besondere Vorsicht geboten. Grundsätzlich sollte jeder, der regelmäßig Medikamente einnimmt, vor dem ersten Saunabesuch Rücksprache mit seinem Arzt halten.

Wie lange sollte ich nach der Einnahme von Ibuprofen mit dem Saunieren warten?

Ein Abstand von zwei bis drei Stunden zwischen der Einnahme von Ibuprofen oder anderen NSAR und dem Saunagang ist empfehlenswert. Wichtiger noch ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, da NSAR in Kombination mit Dehydration die Nierenfunktion beeinträchtigen können. Paracetamol ist die sicherere Alternative für Schmerzmittel vor dem Saunieren.

Kann ich mit Blutdrucksenker in die Sauna gehen?

In vielen Fällen ja. Finnische Langzeitstudien zeigen sogar, dass regelmäßiges Saunieren den Blutdruck langfristig senken kann. Vorsicht ist bei Betablockern geboten, die das Risiko für Kreislaufprobleme beim Aufstehen erhöhen. Bei Diuretika muss auf ausreichende Flüssigkeits- und Elektrolytzufuhr geachtet werden. Vor dem ersten Saunabesuch mit Blutdruckmedikamenten sollte immer der behandelnde Arzt konsultiert werden.

Warum ist Sauna mit Fentanyl-Pflaster lebensgefährlich?

Bei erhöhter Hauttemperatur wird der Wirkstoff Fentanyl aus dem Pflaster wesentlich schneller freigesetzt. Schon bei 40 Grad Hauttemperatur steigt die Blutkonzentration um etwa ein Drittel, bei Saunatemperaturen kann die Freisetzung auf das Dreifache ansteigen. Die finnische Arzneimittelbehörde Fimea hat fünf Todesfälle dokumentiert, bei denen Menschen mit Fentanyl-Pflaster in der Sauna an einer Überdosierung gestorben sind.

Fazit: Mit Wissen und Vorsicht ist Sauna auch mit Medikamenten möglich

Die Sauna muss für die meisten Menschen mit Dauermedikation kein verbotenes Terrain sein. Entscheidend ist, dass du die Wechselwirkungen zwischen deinen Medikamenten und der Hitze kennst und entsprechende Vorsichtsmaßnahmen triffst. Das bedeutet: Vor dem ersten Saunabesuch mit dem Arzt sprechen, die 2-3-Stunden-Regel bei oralen Medikamenten beachten, ausreichend trinken und auf die Signale deines Körpers hören.

Wirkstoffpflaster sind die klare Ausnahme, hier ist die Sauna wirklich tabu. Bei allen anderen Medikamenten gibt es meist einen Weg, sicher zu saunieren. Starte im Zweifel mit kürzeren Gängen bei niedrigeren Temperaturen und steigere dich langsam. Und wenn du dir unsicher bist: Ein Gespräch mit deinem Arzt ist immer die beste Investition in dein Wohlbefinden.

Für alle, die auf der Suche nach einem entspannten Saunaerlebnis sind, das auch bei empfindlichen Atemwegen angenehm ist: Ein qualitativ hochwertiger Saunaaufguss mit natürlichen ätherischen Ölen kann die Entspannung vertiefen, ohne den Kreislauf zusätzlich zu fordern.

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zu deiner individuellen Medikation und deren Verträglichkeit mit Saunabesuchen wende dich bitte an deinen behandelnden Arzt.

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