Mit Schnupfen in die Sauna: Risiko oder Hilfe?
Christian ReindlHi, ich bin Christian aus Vohenstrauß und kenne mich in Sachen Sauna bestens aus. Die Frage ob man mit Schnupfen in die Sauna gehen sollte betrifft deine Gesundheit direkt und birgt ein echtes Risiko für das Herz, wenn du zur falschen Zeit schwitzen gehst. Erkältung und Sauna vertragen sich nämlich deutlich schlechter als die meisten glauben.
Ich selbst bin vor Jahren mit einer verstopften Nase in die Kabine gegangen und dachte, ich könnte den Infekt einfach rausschwitzen. Das war ein Fehler. Mir wurde schwindelig, der Kreislauf machte Probleme, und die Erkältung dauerte danach sogar länger. Seitdem weiß ich: Bei akutem Schnupfen bleibe ich auf dem Sofa, nicht in der Sauna. Die gute Nachricht ist aber, dass regelmäßiges Saunieren bei Gesunden die Anfälligkeit für Erkältungen deutlich senken kann.
Soll man mit Schnupfen in die Sauna gehen?
Bei einem akuten Infekt mit verstopfter Nase lautet meine klare Antwort: Nein. Die zusätzliche Hitzebelastung stresst den Körper genau dann, wenn er alle Energie für die Virenabwehr braucht. Ein Kranker in der Sauna ist wie ein Marathonläufer mit Grippe. Purer Stress für das Herz.
Das Hauptproblem liegt in der Doppelbelastung. Dein Immunsystem kämpft bereits gegen die Erreger und verbraucht enorme Ressourcen. Wenn du jetzt noch 80 bis 90 Grad Hitze draufpackst, muss der Körper gleichzeitig die Temperatur regulieren und die Viren bekämpfen. Das überfordert den Kreislauf und kann den Infekt sogar verschlimmern.
Eine wissenschaftliche Übersichtsarbeit in den Mayo Clinic Proceedings aus dem Jahr 2018 bestätigt zwar die positiven Effekte regelmäßigen Saunierens auf das Immunsystem. Aber die Forscher betonen auch, dass diese Vorteile nur für gesunde Menschen gelten. Bei einem akuten Infekt dreht sich das Bild um.
❓ Was passiert, wenn ich trotzdem mit Schnupfen in die Sauna gehe?
Im besten Fall fühlst du dich danach noch schlechter und der Infekt zieht sich länger hin. Im schlimmsten Fall riskierst du eine Herzmuskelentzündung. Viren können während eines Infekts zum Herzmuskel wandern. Die zusätzliche Belastung durch Sauna erhöht dieses Risiko deutlich. Eine Myokarditis kann chronisch werden und dein Leben lang Probleme machen.
Der Mythos vom Ausschwitzen
Du kannst eine Erkältung nicht ausschwitzen. Dieser Mythos hält sich hartnäckig, obwohl er jedes Jahr Menschen ins Krankenhaus bringt. Die Viren verschwinden nicht durch Schweiß, und dein Körper braucht Ruhe statt Hitzestress.
Woher kommt dieser Irrglaube? Wahrscheinlich vom Fieber. Der Körper erhöht bei einem Infekt selbst die Temperatur, um Viren zu bekämpfen. Die Idee, diesen Prozess künstlich zu verstärken, klingt logisch. Ist es aber nicht. Natürliches Fieber ist eine kontrollierte Reaktion des Immunsystems. Die Sauna ist unkontrollierte Überhitzung von außen.
In meinem ausführlichen Artikel über Sauna bei Erkältung erkläre ich die Risiken noch detaillierter. Dort findest du auch das Ampelsystem, das ich selbst nutze, um zu entscheiden, wann die Kabine tabu ist.
Wann darf ich wieder schwitzen?
Erst wenn alle Symptome komplett verschwunden sind und du dich zwei bis drei Tage lang fit fühlst. Diese Regel ist nicht übertrieben vorsichtig, sondern medizinisch sinnvoll. Der Kreislauf stabilisiert sich erst langsam, auch wenn du es nicht merkst.
Nach einem Infekt sind oft noch Viren im Blut unterwegs, selbst wenn du dich schon besser fühlst. In dieser Phase kann die Sauna das Myokarditis Risiko erhöhen. Gib deinem Körper die Zeit, die er braucht.
Wenn du wieder startest, beginne sanft. Kurze Gänge bei niedriger Temperatur, keine Eisdusche, viel trinken. In meinem Selbsttest über 1,5 Jahre berichte ich, wie regelmäßiges Saunieren mich praktisch erkältungsfrei gehalten hat. Aber nur, weil ich bei jedem Anflug pausiert habe.
Alternativen: Ist eine Wärmekabine gut bei Erkältung?
Eine Infrarotkabine ist bei leichtem Schnupfen oft verträglicher als die klassische finnische Sauna. Die Temperaturen sind niedriger (30 bis 60 Grad statt 80 bis 100 Grad), und die Tiefenwärme belastet den Kreislauf weniger stark.
Der entscheidende Unterschied liegt in der Art der Wärmeübertragung. In der finnischen Sauna erhitzt die heiße Luft deinen Körper von außen. Das fordert das Herz-Kreislauf-System massiv. In der Infrarotkabine dringen die Strahlen direkt ins Gewebe ein und erwärmen den Körper sanfter von innen heraus.
Die Tiefenwärme der Infrarotkabine kann bei verstopfter Nase helfen, den Schleim zu lösen, ohne den Kreislauf zu überlasten.
Aber auch hier gilt: Bei Fieber, Gliederschmerzen oder starker Abgeschlagenheit ist jede Form von Wärmeanwendung tabu. Die Infrarotkabine ist keine Wunderwaffe gegen Erkältung, sondern bestenfalls eine sanftere Option für die Phase des Abklingens.
Sauna vs. Infrarot bei Schnupfen
Für Menschen mit leichtem Schnupfen ohne weitere Symptome kann die Infrarotkabine die bessere Wahl sein. Hier mein direkter Vergleich aus der Praxis:
Die finnische Sauna erreicht 80 bis 100 Grad bei niedriger Luftfeuchtigkeit. Das trocknet die ohnehin gereizten Schleimhäute zusätzlich aus und kann die Beschwerden verschlimmern. Der Kreislauf arbeitet auf Hochtouren, der Puls steigt stark an. Bei einem geschwächten Immunsystem ist das purer Stress.
Die Infrarotkabine arbeitet dagegen bei 30 bis 60 Grad mit direkter Strahlungswärme. Die Schleimhäute trocknen nicht so stark aus, und der Kreislauf wird weniger belastet. Ich habe beide Varianten in meinem ausführlichen Vergleich gegenübergestellt.
Mein Rat: Wenn du unbedingt schwitzen willst, obwohl die Nase leicht läuft, dann wähle die Infrarotkabine. Aber höre auf deinen Körper. Bei ersten Anzeichen von Schwindel oder Unwohlsein sofort raus.
Vorbeugung: So hilft Sauna gegen Erkältung
Regelmäßiges Saunieren bei guter Gesundheit ist der beste Schutz vor Erkältungen. Das ist wissenschaftlich belegt und funktioniert tatsächlich. Eine Studie aus dem Jahr 1990, veröffentlicht auf PubMed, zeigte, dass regelmäßige Saunagänger etwa halb so viele Erkältungen bekommen wie Nicht-Saunagänger.
Der Effekt setzt allerdings erst nach etwa drei Monaten regelmäßigen Saunierens ein. Einmal in die Sauna zu gehen, wenn die Erkältungswelle rollt, bringt also wenig. Die Abwehrkräfte müssen kontinuierlich trainiert werden.
Die Mayo Clinic Review erklärt den Mechanismus: Saunieren stimuliert das Immunsystem, erhöht die Anzahl der weißen Blutkörperchen und verbessert die Durchblutung der Schleimhäute. Gut durchblutete Schleimhäute können Viren besser abwehren, bevor sie sich festsetzen.
Die besten Öle für freie Atemwege
Eukalyptus, Menthol und Kiefernnadel sind die Klassiker für die Atemwege. Sie öffnen die Bronchien, befreien die Nase und machen das Atmen in der Sauna zum Genuss. Aber nur, wenn du gesund bist und vorbeugend saunierst!
Eukalyptus enthält Cineol, einen Wirkstoff, der die Schleimhäute beruhigt und das Durchatmen erleichtert. Der Duft ist frisch und kühl, ideal für einen klaren Kopf. Menthol hat einen ähnlichen Effekt und kühlt zusätzlich von innen.
Kiefernnadel und Fichte bringen den Wald in die Kabine. Ihre ätherischen Öle wirken befreiend auf die Atemwege und haben einen angenehm harzigen Duft. Ich nutze sie besonders gerne in der Erkältungssaison zur Vorbeugung.
Immunsystem stärken
Der Wechsel zwischen heiß und kalt trainiert die Abwehrkräfte besser als Hitze allein. Die kalte Dusche oder das Tauchbecken nach dem Saunagang ist kein Luxus, sondern Teil des Immuntrainings.
Durch den Temperaturwechsel lernt der Körper, schnell zwischen Extremen zu regulieren. Die Blutgefäße ziehen sich zusammen und weiten sich wieder, die Durchblutung wird angekurbelt, das Immunsystem aktiviert. In meinem Artikel über ätherische Öle und das Immunsystem erkläre ich, wie du den Effekt mit den richtigen Düften verstärken kannst.
Die finnische Studie aus den Mayo Clinic Proceedings zeigt: Menschen, die vier bis sieben Mal pro Woche saunieren, haben ein um 37 Prozent niedrigeres Risiko für Lungenentzündungen als Menschen, die nur einmal wöchentlich gehen. Regelmäßigkeit ist der Schlüssel.
Sicherheit und meine Empfehlung
Ätherische Öle wie Eukalyptus und Menthol sind leicht entzündlich und gehören niemals pur auf die heißen Steine. Das ist keine übertriebene Warnung, sondern ein echtes Sicherheitsrisiko. Eine Stichflamme kann entstehen und schwere Verbrennungen verursachen.
Mische ätherische Öle immer außerhalb der Kabine mit Wasser im Eimer. Erst dann gießt du die verdünnte Mischung vorsichtig über die Steine. Das gilt besonders für Mentholkristalle, die sehr konzentriert sind.
Ein weiteres Risiko, das ich in öffentlichen Saunen regelmäßig beobachte: Handtücher auf dem Ofen. Manche Leute legen ihre nassen Handtücher zum Trocknen auf die Steine oder den Ofenrand. Das ist Brandursache Nummer eins in Saunen. Der Stoff kann sich bei diesen Temperaturen entzünden.
Vorsicht bei verstopfter Nase
Wer nichts riecht, dosiert oft zu viel. Das ist ein Problem, das ich aus eigener Erfahrung kenne. Bei verstopfter Nase merkst du nicht, wie intensiv der Duft bereits ist. Du gibst mehr und mehr Öl dazu, weil du denkst, es wirkt nicht.
Das Ergebnis: Die anderen Saunagäste haben tränende Augen und Hustenreiz, während du immer noch nichts riechst. Überdosiertes Mentholöl brennt extrem in den Augen und kann die Schleimhäute reizen. In öffentlichen Saunen führt das schnell zu Ärger.
Mein Tipp: Wenn deine Nase verstopft ist, lass die Finger vom Aufguss. Entweder du bist so krank, dass du gar nicht saunieren solltest, oder du überlässt das Dosieren jemand anderem, der noch riechen kann.
Meine Lösung: Saunadrops
Die Saunadrops lösen alle Dosierungsprobleme auf einen Schlag. Jeder Drop enthält genau die richtige Menge ätherisches Öl für einen Aufguss. Kein Abmessen, kein Verschütten, keine Überdosierung.

Ich habe die Drops entwickelt, weil mir selbst das Hantieren mit Fläschchen und Tropfen auf die Nerven ging. In der Sauna will ich entspannen, nicht Chemie mischen. Der Eukalyptus Drop im Set ist perfekt für die Erkältungssaison. Einfach ins Aufgusswasser werfen, auflösen lassen, aufgießen. Fertig.
Die wasserlösliche Hülle aus PVA löst sich restlos auf und hinterlässt keine Rückstände. Das Öl verteilt sich gleichmäßig im Wasser und verbrennt nicht auf den Steinen. So bekommst du den vollen Duft ohne Brandgefahr und ohne tränende Augen.
🌿 Christians Fazit:
Mit Schnupfen in die Sauna zu gehen ist keine gute Idee, wenn der Infekt akut ist. Die Hitze belastet den Kreislauf zusätzlich und kann die Erkältung verschlimmern statt heilen. Nutze die Sauna lieber zur Vorbeugung, wenn du gesund bist. Regelmäßiges Saunieren stärkt das Immunsystem nachweislich und halbiert die Erkältungshäufigkeit. Wenn du unbedingt Wärme brauchst, ist die Infrarotkabine die sanftere Alternative.
Wichtiger Hinweis: Bei Fieber ist die Sauna absolut tabu! Gehe bei erhöhter Temperatur, Gliederschmerzen oder starker Abgeschlagenheit nicht in die Sauna, Infrarotkabine oder andere Wärmeanwendungen. Das Risiko einer Herzmuskelentzündung ist real. Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei anhaltenden Beschwerden oder Unsicherheit konsultiere bitte einen Arzt.
Häufige Fragen zum Thema Schnupfen und Sauna
Kann ich mit einer verstopften Nase in die Sauna?
Bei einer leichten Verstopfung ohne weitere Symptome und ohne Fieber kannst du vorsichtig in eine milde Bio-Sauna oder Infrarotkabine gehen. Aber sobald du dich schlapp fühlst oder weitere Erkältungssymptome hast, ist Pause angesagt. Höre auf deinen Körper.
Wie lange nach Schnupfen nicht in die Sauna?
Warte mindestens zwei bis drei Tage nachdem alle Symptome verschwunden sind. In dieser Zeit erholt sich der Kreislauf und die letzten Viren verschwinden aus dem Blut. Starte dann sanft mit kurzen Gängen bei niedriger Temperatur.
Ist Dampfbad besser als Sauna bei Schnupfen?
Dampfbäder haben eine hohe Luftfeuchtigkeit, die bei verstopfter Nase helfen kann, den Schleim zu lösen. Die Temperaturen sind mit 45 bis 55 Grad auch niedriger als in der finnischen Sauna. Für die Atemwege kann das angenehmer sein, aber bei Fieber gilt auch hier: Finger weg!
Macht Sauna die Erkältung schlimmer?
Ja, bei einem akuten Infekt kann die Sauna die Erkältung verschlimmern. Der Körper muss gleichzeitig gegen Viren kämpfen und die Hitze regulieren. Diese Doppelbelastung kostet Energie, die dem Immunsystem fehlt. Im schlimmsten Fall riskierst du eine Herzmuskelentzündung.
