Vergleich zwischen finnischer Holzsauna mit heißen Steinen und moderner Infrarotkabine mit leuchtenden Strahlern

Infrarotkabine oder Finnische Sauna? Deine Entscheidungshilfe

Christian Reindl

Du stehst vor der Entscheidung: Klassisches Schwitzen bei 90 Grad oder sanfte Tiefenwärme auf Knopfdruck? Während die finnische Sauna ein Ritual ist, punktet die Infrarotkabine mit Alltagstauglichkeit und Energieeffizienz.

In diesem Vergleich klären wir in 5 Minuten, welches System besser zu Ihrem Gesundheitszustand, Ihrem Budget und Ihrem Zuhause passt.

Eilige Leser? Hier das Wichtigste vorab:

  • Finnische Sauna: Für Hitzeliebhaber (80-100°C), stärkt das Immunsystem intensiv, hoher Stromverbrauch.

  • Infrarotkabine: Für Gesundheitsbewusste (30-60°C), löst tiefsitzende Verspannungen, sofort einsatzbereit & energiesparend.

Der Hauptunterschied: Luft erwärmen vs. Körper bestrahlen

Bevor wir über Kosten, Gesundheit und Installation reden, musst du eines verstehen: Infrarotkabine und Finnische Sauna sind zwei komplett verschiedene Konzepte. Das eine ist kein billiger Ersatz für das andere.

Darstellung des Unterschieds zwischen Konvektionswärme der Sauna und direkter Infrarotstrahlung

Finnische Sauna: Der Hitzhammer bei 80 Grad und mehr

In der finnischen Sauna heizt ein Ofen die Raumluft auf 80 bis 100 Grad. Diese Hitze umhüllt dich wie eine Decke. Dein Körper reagiert mit voller Wucht: Das Herz pumpt schneller, die Blutgefäße weiten sich, der Schweiß rinnt in Strömen. Das ist Kreislauftraining. Dein Körper muss arbeiten, um nicht zu überhitzen.

Dann kommt der Aufguss. Wasser auf die Steine, der Löyly steigt auf, die gefühlte Temperatur springt um gefühlt 20 Grad nach oben. Danach die eiskalte Dusche oder das Tauchbecken. Heiß-Kalt-Wechsel. Das ist der Kern des Sauna-Erlebnisses, den Finnen seit Jahrhunderten praktizieren.

Infrarotkabine: Tiefenwärme bei angenehmen 45 Grad

Infrarotstrahler funktionieren anders. Sie senden unsichtbare Wärmestrahlung aus, die nicht die Luft erhitzt, sondern direkt auf deinen Körper trifft. Dort bringt sie die Moleküle in Schwingung. Die Wärme entsteht im Gewebe selbst, nicht drumherum.

Die Raumluft bleibt bei 40 bis 60 Grad, manchmal sogar weniger. Du sitzt in angenehmer Wärme, während dein Inneres aufgeheizt wird. Es fühlt sich an wie Sonnenbaden ohne die UV-Strahlung. Der Kreislauf wird kaum belastet, was viele als Vorteil sehen.

❓ Was bedeutet das praktisch für dich?

In der Sauna schwitzt du, weil dein Körper kämpft. In der Infrarotkabine schwitzt du, weil dein Gewebe erwärmt wird. Der Schweiß sieht gleich aus, aber der Mechanismus dahinter ist ein völlig anderer. Und genau das hat Konsequenzen für die Wirkung, die Installation und die Kosten.

Kosten und Installation: Wo du wirklich sparst

Hier wird es konkret. Denn die Unterschiede sind erheblich, und zwar nicht nur beim Kaufpreis.

Stromverbrauch im Vergleich: Die echten Zahlen

Eine finnische Sauna mit 6 bis 8 kW Ofen verbraucht bei einem kompletten Saunagang, also Aufheizen plus zwei bis drei Durchgänge, etwa 9 bis 15 kWh. Bei einem Strompreis von 30 Cent pro Kilowattstunde sind das 2,70 bis 4,50 Euro pro Saunasession. Gehst du zweimal pro Woche saunieren, landest du bei etwa 250 bis 340 Euro Stromkosten im Jahr.

Eine Infrarotkabine verbraucht dagegen nur 1,4 bis 2,3 kW. Eine 40-minütige Anwendung kostet etwa 20 bis 30 Cent. Aufs Jahr gerechnet, bei drei Anwendungen pro Woche, sind das 57 bis 135 Euro. Das ist ein Fünftel bis ein Viertel der Saunakosten.

Kriterium Finnische Sauna Infrarotkabine
Leistung Ofen/Strahler 6 bis 8 kW 1,4 bis 2,3 kW
Stromkosten pro Nutzung 2,70 bis 4,50 Euro 0,20 bis 0,30 Euro
Jahreskosten (2x/Woche) 250 bis 340 Euro 57 bis 135 Euro
Stromanschluss Starkstrom 400V (Elektriker nötig) Normale Steckdose 230V
Aufheizzeit 20 bis 45 Minuten Keine (sofort nutzbar)
Temperatur 80 bis 100 Grad 40 bis 60 Grad
Anwendungsdauer 90 bis 120 Minuten (komplett) 20 bis 40 Minuten
Anschaffung (Einstieg) ab 1.500 Euro ab 800 Euro
Anschaffung (hochwertig) 3.000 bis 10.000 Euro 2.000 bis 8.000 Euro

Ein Forenmitglied aus einem Poolpowershop-Forum schrieb dazu: Die Kombination aus Bestrahlung für meinen lädierten Rücken und Wärme fand ich sehr interessant, ohne lange Vorlaufzeit. Genau das ist der Punkt. Infrarot ist für viele attraktiv, weil es unkompliziert ist.

Der Schimmel-Faktor: Warum Sauna komplizierter ist

Hier kommt ein Thema, über das kaum jemand spricht, bevor es zu spät ist.

Eine finnische Sauna produziert bei jedem Aufguss erhebliche Mengen Wasserdampf. Diese Feuchtigkeit muss irgendwohin. In einem Keller, der typischerweise kühle Wände hat, kondensiert diese Feuchtigkeit an den kalten Oberflächen. Das Ergebnis: Schimmel. Putzabplatzungen. Salzausblühungen. Im schlimmsten Fall Schäden an der Bausubstanz.

Deshalb braucht jede Kellersauna zwingend eine professionelle Dampfsperre und eine wirksame Be- und Entlüftung. Das bedeutet entweder gegenüberliegende Fenster für Durchzug oder eine elektrische Lüftungsanlage. Beides kostet Geld und muss fachgerecht installiert werden. Ein Bauexperte formulierte es so: Selbst scheinbar geringfügige Fehler können Schäden an der Bausubstanz verursachen.

Die Infrarotkabine hat dieses Problem nicht. Keine Aufgüsse, kein Dampf, keine extreme Feuchtigkeit. Du kannst sie theoretisch ins Wohnzimmer stellen, solange der Boden eben und eine Steckdose in der Nähe ist. Das macht sie für Mietwohnungen oder ältere Häuser ohne Kellerfenster deutlich attraktiver.

Egal wo du schwitzt: Der Duft macht das Erlebnis

Jetzt kommt der Teil, bei dem viele einen Fehler machen. Sie denken, Infrarotkabine bedeutet automatisch Verzicht auf Düfte. Stimmt nicht.

In der Sauna gießt du Wasser mit Duftöl auf heiße Steine. Der Dampf verteilt das Aroma. In der Infrarotkabine gibt es keine Steine und keinen Aufguss. Was viele dann versuchen: Öl direkt auf den Strahler tropfen. Fataler Fehler. Das Öl verbrennt, es gibt Brandflecken und Gestank.

Die Lösung ist eine kleine Verdampferschale mit Wasser. Stell sie in die Kabine, am besten in der Nähe eines Strahlers, aber nicht direkt davor. Die milde Wärme erwärmt das Wasser langsam. Ein paar Tropfen Duftöl hinein oder einen Saunadrop in die Schale legen.

Die festen Drops haben hier einen echten Vorteil: Sie lösen sich sehr langsam auf. Kein plötzlicher Aromastoss, sondern eine gleichmäßige, sanfte Duftentfaltung über die gesamte Sitzung. Perfekt für die kleine, geschlossene Kabine, wo zu viel Duft schnell aufdringlich wird.

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Gesundheit: Was ist wirklich gesünder?

Diese Frage höre ich ständig. Die ehrliche Antwort: Es kommt darauf an, was du brauchst.

Finnische Sauna: Das Herz-Kreislauf-Training

Die bekannteste Langzeitstudie zu Sauna und Gesundheit kommt von Professor Jari Laukkanen von der Universität Ostfinnland. Seine Kuopio Ischaemic Heart Disease Studie begleitet finnische Saunagänger seit den 1980er Jahren. Die Ergebnisse sind beeindruckend.

Finnen, die vier bis sieben Mal wöchentlich saunierten, hatten ein um 70 Prozent geringeres Risiko, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben. Bei zwei bis drei Saunagängen pro Woche war das Risiko immerhin noch um 29 Prozent reduziert. Wer länger als 45 Minuten pro Woche in der Sauna schwitzt, hat das vergleichsweise niedrigste kardiovaskuläre Risiko.

Wichtig dabei: Diese Studien beziehen sich auf die traditionelle finnische Sauna mit 80 bis 100 Grad und trockener Hitze. Nicht auf Infrarot. Die Mechanismen sind unterschiedlich. In der Sauna wird dein Herz-Kreislauf-System trainiert wie bei moderatem Sport. Die Blutgefäße weiten sich, der Blutdruck sinkt messbar nach der Sitzung.

Infrarotkabine: Die gezielte Wärmetherapie

Für Infrarotkabinen gibt es weniger Langzeitstudien, aber durchaus Erkenntnisse. Die Stärke liegt woanders: bei lokalen Beschwerden.

Entspannte Person in einer kompakten Infrarotkabine für Zuhause mit warmem Licht

Ein begeisterter Anwender schrieb in einem Gesundheitsforum: Ich gehe jeden Morgen 20 Minuten in die Infrarotkabine und das senkt meine Rückenschmerzen deutlich. Die Tiefenwärme dringt gezielt in die Muskulatur ein und löst Verspannungen punktuell. Besonders Infrarot-A-Strahlung, die tief ins Gewebe eindringt, wird bei chronischen Rückenproblemen geschätzt.

Der Kreislauf wird bei Infrarot kaum belastet. Das macht die Kabine interessant für Menschen, die extreme Hitze nicht vertragen: Ältere, Personen mit niedrigem Blutdruck oder Kreislaufproblemen, Einsteiger. Ein Nutzer im Frag-Mutti-Forum brachte es auf den Punkt: Sauna war nie so mein Ding, diese Hitze und Aufgüsse, da konnte ich mich nicht mit anfreunden.

❓ Was passt also zu dir?

Willst du dein Herz-Kreislauf-System langfristig stärken und liebst das intensive Ritual? Dann finnische Sauna. Hast du lokale Beschwerden wie Rückenschmerzen oder Gelenkprobleme und suchst gezielte Linderung? Dann Infrarot. Beides hat seine Berechtigung, aber beides wirkt anders.

Infografik zum Gesundheitsvergleich: Herz-Kreislauf-Training durch Sauna versus Tiefenwärme-Therapie durch Infrarot

Häufige Fragen zu Infrarot und Sauna

Kann ich mit einer Infrarotkabine abnehmen?

Du verbrennst Kalorien, weil dein Körper arbeitet, um die Temperatur zu regulieren. Aber der Effekt ist gering. Eine Studie spricht von etwa 300 bis 600 Kalorien pro Sitzung, aber das ist optimistisch. Der Gewichtsverlust nach dem Saunieren ist hauptsächlich Wasser, das du wieder aufnimmst. Für echtes Abnehmen durch Sauna brauchst du trotzdem Sport und Ernährungsumstellung.

Welche Strahlerart ist bei Infrarot die beste?

Es gibt Infrarot-A, -B und -C Strahler. Infrarot-C ist die sanfteste Variante und erwärmt hauptsächlich die Hautoberfläche. Infrarot-A dringt am tiefsten ein, bis zu mehreren Millimetern ins Gewebe. Für therapeutische Zwecke bei Muskel- und Gelenkbeschwerden wird oft Infrarot-A oder Vollspektrum empfohlen. Für reine Entspannung reicht Infrarot-C völlig aus und ist hautschonender.

Muss ich die Infrarotkabine vorheizen?

Nein, das ist einer der größten Vorteile. Du kannst dich sofort hineinsetzen. Die Strahler erwärmen deinen Körper direkt, nicht die Luft. Manche warten trotzdem fünf Minuten, bis die Kabine auf Betriebstemperatur ist, aber technisch notwendig ist das nicht. Bei der finnischen Sauna sind dagegen 20 bis 45 Minuten Aufheizzeit eingeplant.

Fazit: Meine ehrliche Empfehlung

Infrarotkabine oder Finnische Sauna? Nach all den Jahren mit beiden Systemen sage ich: Es gibt kein Besser oder Schlechter. Es gibt nur passend oder unpassend für deine Situation.

Wähle die finnische Sauna, wenn: Du das volle Ritual willst mit Aufguss, Löyly und Heiß-Kalt-Wechsel. Du Platz und Budget für die Installation hast. Du einen Starkstromanschluss realisieren kannst. Du Zeit hast für 90 bis 120 Minuten Programm. Du dein Herz-Kreislauf-System langfristig trainieren willst.

Wähle die Infrarotkabine, wenn: Du wenig Platz hast oder zur Miete wohnst. Du keine Lust auf Starkstrom und Dampfsperre hast. Du nach Feierabend schnell 30 Minuten entspannen willst. Du gezielte Wärme für Rücken oder Gelenke suchst. Du extreme Hitze nicht gut verträgst.

Übrigens: Es gibt auch Kombi-Kabinen, die beides können. Und manche rüsten Infrarotstrahler in ihre bestehende Sauna nach. Dann nutzen sie Infrarot zum Vorwärmen der Muskeln und gehen danach klassisch saunieren. Die Kombination kann genial sein, aber die Reihenfolge ist wichtig: Erst Infrarot, dann Sauna, niemals umgekehrt.

Egal wie du dich entscheidest: Mach es richtig. Und vergiss den Duft nicht.


Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Beratung. Bei gesundheitlichen Beschwerden, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder während der Schwangerschaft solltest du vor der Nutzung von Sauna oder Infrarotkabine Rücksprache mit einem Arzt halten. Die genannten Stromkosten sind Richtwerte und können je nach Strompreis und Nutzungsverhalten abweichen.

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