Ist PVA giftig? Warum die Folie sogar in der Medizin genutzt wird
Christian ReindlWas über die Verträglichkeit bekannt ist
PVA wird seit Jahrzehnten dort eingesetzt, wo Stoffe streng geprüft werden. In der EU ist Polyvinylalkohol als Zusatzstoff E 1203 zugelassen, als Überzug für Nahrungsergänzungsmittel in Tabletten- und Kapselform. In der Medizin steckt er in Tablettenüberzügen und in manchen Augentropfen, die als Tränenersatz dienen. In der Kosmetik ist er ein üblicher Filmbildner, zum Beispiel in Peel-off-Masken.
Wichtig für die Einordnung: Diese Zulassungen gelten für den jeweiligen Zweck und die jeweilige Menge. Sie zeigen, dass PVA als gering giftig gilt, sind aber kein Freibrief für jede Anwendung. Deshalb gilt bei den Saunadrops: nur wie vorgesehen im Aufgusswasser verwenden, nicht einnehmen und von Kindern fernhalten, schon wegen des ätherischen Öls.
| Frage | Was bekannt ist |
|---|---|
| Giftig? | gilt als gering giftig, als E 1203 für Überzüge zugelassen |
| Haut? | üblicher Filmbildner in Kosmetik, zum Beispiel in Peel-off-Masken |
| Verdampft es? | nein, PVA ist nicht flüchtig |
| Mikroplastik? | gut lösliche Sorten zählen nach EU-Recht nicht dazu |
Was beim Aufguss passiert
Du legst den Drop in 1,5 Liter Wasser, kalt oder warm, nach 2 bis 3 Minuten ist die Hülle aufgelöst. Die PVA-Ketten verteilen sich im Wasser, das ätherische Öl ebenso, einmal umrühren und aufgießen. PVA selbst ist nicht flüchtig: Es verdampft nicht wie das Wasser oder die Duftstoffe des Öls. In der Saunaluft sind vor allem Wasserdampf und die Duftstoffe der ätherischen Öle.
Ehrlich dazu gehört: Mit dem Aufgusswasser kommt auch die gelöste Hülle in sehr kleiner Menge auf die heißen Steine. Genau deshalb muss sich der Drop immer zuerst im Wasser auflösen und gehört nie direkt auf die Steine. So landet nie ein Stück Folie auf der Hitze, sondern nur verdünntes Aufgusswasser. Wie das im Detail geht, zeigt die Anleitung zu den Saunadrops.
Vordosierter Saunaaufguss: Jeder Drop enthält 6 ml ätherisches Öl für 1,5 Liter Aufgusswasser. Kein Abmessen, keine Glasflasche, die Hülle löst sich im Wasser auf.
Zu den SaunadropsTipp: Lass den Drop die vollen 2 bis 3 Minuten im Wasser und rühr einmal um. Dann ist die Hülle aufgelöst und das Öl gut verteilt, bevor die erste Kelle auf die Steine geht.
Und die Umwelt?
Gut lösliches PVA zählt nach der EU-Verordnung 2023/2055 nicht als Mikroplastik. Wie vollständig gelöstes PVA in Kläranlagen abgebaut wird, ist allerdings umstritten. Beide Seiten der Diskussion stehen im Beitrag Ist PVA Mikroplastik?, woraus die Folie besteht, erklärt Was ist PVA-Folie?.
Häufige Fragen zur Sicherheit von PVA
Ist PVA-Folie giftig für Menschen?
PVA gilt als gering giftig. Es ist in der EU als Zusatzstoff E 1203 für Überzüge von Nahrungsergänzungsmitteln zugelassen und steckt in manchen Augentropfen und Tablettenüberzügen. Die Saunadrops sind trotzdem nur für das Aufgusswasser gedacht, nicht zum Einnehmen.
Verdampft PVA beim Aufguss?
Nein, PVA ist nicht flüchtig und verdampft nicht mit dem Wasser. In der Luft sind vor allem Wasserdampf und die Duftstoffe des ätherischen Öls.
Reizt PVA die Haut?
PVA ist ein üblicher Filmbildner in Kosmetik, etwa in Peel-off-Masken. Bei den Saunadrops kommt die Haut ohnehin kaum mit der Hülle in Kontakt, sie löst sich im Eimer auf.
Ist PVA Mikroplastik?
Gut wasserlösliches PVA zählt nach der EU-Verordnung 2023/2055 nicht als synthetische Polymermikropartikel. Wie vollständig gelöstes PVA in Kläranlagen abgebaut wird, ist allerdings umstritten.
Hinweis: Die PVA-Hülle ist Verpackung und kein Lebensmittel. Nutze die Saunadrops nur bestimmungsgemäß im Aufgusswasser und nimm sie nicht ein. Wenn du auf ätherische Öle empfindlich reagierst oder eine Atemwegserkrankung hast, sprich vorher mit deinem Arzt.
