Saunatemperatur: 60-100°C je nach Typ (Tabelle)
Christian ReindlTemperatur nach Saunatyp
Die passende Temperatur hängt vor allem vom Saunatyp ab, denn Luftfeuchtigkeit verändert die gefühlte Hitze stark. 90 Grad bei 10 Prozent Feuchte (finnisch) fühlen sich anders an als 55 Grad bei 50 Prozent (Bio-Sauna). Faustregel: je feuchter die Luft, desto weniger Grad brauchst du. Plane fürs Aufheizen 30 bis 45 Minuten ein (Holzofen länger), erst dann sind die Steine wirklich heiß genug.
| Saunatyp | Temperatur | Luftfeuchte | Wann empfehlen wir das? |
|---|---|---|---|
| Finnische Sauna | 80-100 Grad | 10-20 % | für erfahrene Saunagänger, die kräftige Hitze mögen |
| Bio-Sauna / Sanarium | 50-60 Grad | 40-55 % | für Anfänger, Ältere und Sensible |
| Dampfbad | 40-50 Grad | 80-100 % | wenn du es feucht magst oder freie Atemwege willst |
| Infrarotkabine | 35-50 Grad | gering | bei Muskel- oder Gelenkthemen, sehr milde Wärme |
| Russische Banja | 70-90 Grad | 60-80 % | für Erfahrene, die intensive feuchte Hitze suchen |
Sitzposition und Aufguss: die gefühlte Hitze
Auf der Bank entscheidet die Höhe mit, wie heiß es wird, denn warme Luft steigt nach oben: pro Bankstufe sind es rund 10 bis 15 Grad Unterschied. Oben (85 bis 95 Grad bei 85 Grad Anzeige) sitzen Erfahrene für kurze, intensive Gänge, die mittlere Bank ist der gute Kompromiss, unten (55 bis 70 Grad) starten Anfänger und sitzen länger.
Auch der Aufguss verändert die gefühlte Hitze stark: Das Wasser verdampft, die Luftfeuchte springt nach oben, und feuchte Luft überträgt Wärme besser. Das Thermometer zeigt dasselbe, es fühlt sich aber deutlich heißer an, deshalb reichen mit Aufguss oft 8 bis 10 Minuten. Wird es zu viel, wechsle eine Bank tiefer.
💡 Mein Sauna-Tipp: Setz dich die letzten zwei Minuten vor dem Aufstehen aufrecht hin statt zu liegen. So gewöhnt sich dein Kreislauf an die aufrechte Position, und dir wird beim Aufstehen nicht schwindelig.
Für den Aufguss löse ich vordosierte Saunadrops mit 6 ml Öl in 1,5 Liter Wasser auf, kurz warten, umrühren, aufgießen. In der feuchten Luft entfaltet sich der Duft besonders. Welche Sorte passt, siehst du in der Saunaaufguss-Kollektion.
Welche Temperatur ist gesund und für wen mild?
Die bekanntesten Gesundheitsdaten stammen aus der klassischen finnischen Sauna bei rund 80 Grad: In einer großen Langzeitstudie hatten Männer mit regelmäßigen Saunagängen ein geringeres Herz-Kreislauf-Risiko (Laukkanen et al., 2015). Niedrigere Temperaturen sind aber nicht wirkungslos: Eine Bio-Sauna bei 55 Grad kann die Muskeln ebenfalls entspannen und die Durchblutung anregen, nur sanfter.
Ehrlich gesagt: Höher ist kein Wettbewerb. Dein Körper profitiert bei 80 Grad genauso wie bei 100 Grad, nur ohne das Kreislauf-Risiko. Die Sauna-Weltmeisterschaft (bis 110 Grad) wurde nach einem Todesfall eingestellt. Milder fahren solltest du als Anfänger, mit über 65, in der Schwangerschaft (kurz, ärztlich abklären) und nach Operationen. Bei Fieber oder akutem Infekt gehörst du gar nicht in die Sauna.
Hinweis: Dieser Artikel gibt allgemeine Tipps und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Herz-Kreislauf-Problemen, Bluthochdruck, in der Schwangerschaft oder nach Operationen kläre Temperatur und Saunieren vorher mit deinem Arzt ab.
Häufige Fragen zur Saunatemperatur
Was ist die ideale Saunatemperatur?
80 bis 90 Grad in der finnischen Sauna, 50 bis 60 Grad in der Bio-Sauna, 40 bis 50 Grad im Dampfbad. Ideal ist die Temperatur, bei der du 8 bis 15 Minuten entspannt sitzen kannst, ohne dich unwohl zu fühlen.
Ab welcher Temperatur ist Sauna gefährlich?
Über 100 Grad wird es für die meisten zu viel. Für gesunde Erwachsene sind 80 bis 95 Grad sicher, wenn du auf deinen Körper hörst und genug trinkst. Bei Vorerkrankungen lieber milder und vorher ärztlich abklären.
Welche Temperatur für Kinder in der Sauna?
Maximal 60 Grad, untere Bank, nur 3 bis 5 Minuten und immer in Begleitung. Bio- oder Kräutersauna sind besser geeignet. Kinder überhitzen deutlich schneller als Erwachsene.
Macht es einen Unterschied, ob ich sitze oder liege?
Ja. Liegend ist dein ganzer Körper auf einer Temperaturebene, also gleichmäßiger, aber intensiver. Sitzend sind die Füße spürbar kühler als der Kopf. Setz dich zum Schluss kurz auf, bevor du aufstehst.