Sauna für Anfänger: Der komplette Guide für den ersten Besuch
Christian ReindlDie gute Nachricht vorweg: Saunieren ist kein Hexenwerk. Du brauchst weder besondere Fitness noch Vorerfahrung. Alles was du mitbringen musst, ist etwas Respekt vor der Hitze und die Bereitschaft, auf deinen Körper zu hören. Ich nehme dich Schritt für Schritt mit durch deinen ersten Saunatag.
Die goldene Zeitregel: Weniger ist am Anfang mehr
Bleibe beim ersten Mal maximal 8 bis 10 Minuten in der Kabine. Das klingt vielleicht kurz, aber dein Körper muss sich erst an die extreme Hitze gewöhnen. Ich sehe immer wieder Neulinge, die sich 20 Minuten quälen und danach kreislaufbedingt auf der Liege landen.
Erfahrene Saunagänger bestätigen diese Empfehlung aus ihrer eigenen Praxis. Vorsichtig anfangen bedeutet: unterste oder mittlere Bank bei etwa 75 Grad wählen. Du bleibst so lange drin, wie du dich wohlfühlst. Etwa 8 Minuten gelten als Richtwert, aber dein Gefühl entscheidet letztlich. Mit der Zeit merkst du, wie du dich langsam steigern kannst.
Warum du die Kabine verlassen musst, bevor es unerträglich wird
Dein Körper signalisiert dir genau, wann es reicht. Meist spürst du ein leichtes Kribbeln oder eine innere Unruhe. Manche beschreiben es als dezentes Pochen im Kopf. Genau dann ist der richtige Moment zum Aufstehen.
❓ Warum solltest du nicht bis zur Schmerzgrenze durchhalten?
Saunieren ist kein Wettbewerb. Wer zu lange bleibt, riskiert Kreislaufprobleme und Kopfschmerzen statt Entspannung. Ich habe Menschen erlebt, die sich durch falschen Ehrgeiz den gesamten Wellnesstag verdorben haben. Dein Ziel ist wohltuende Wärme, nicht das Bezwingen von Hitzerekorden.
Ein erfahrener Saunafan hat mir mal gesagt: Man muss keinen Rekord brechen, sondern sich wohlfühlen. Mal reichen ihm 10 Minuten völlig, manchmal bleibt er über 20 Minuten. Jeder Tag ist anders, und das ist völlig in Ordnung.
Die ideale Position auf der mittleren oder unteren Bank
Setz dich als Neuling nicht ganz nach oben. Dort sammelt sich die heißeste Luft, und der Temperaturunterschied zur unteren Bank beträgt oft 15 bis 20 Grad. Dein Kreislauf dankt es dir, wenn du ihn langsam an die Belastung gewöhnst.
Auf der mittleren oder unteren Bank sitzt du bei angenehmeren 70 bis 80 Grad statt bei 90 Grad und mehr. Ich empfehle jedem Einsteiger, erstmal ohne Aufguss zu starten. So lernst du die trockene Hitze kennen, ohne gleich den intensiven Dampfstoß zu erleben.
Achte beim Hinsetzen darauf, dass dein gesamter Körper auf dem Handtuch liegt. Weder Füße noch Hände dürfen das Holz direkt berühren. Das ist keine Empfehlung, sondern eine der grundlegenden Saunaregeln, die überall gelten.
Der korrekte Ablauf: Duschen, Schwitzen, Ruhen
Ein sauberer Saunagang folgt immer einem festen Ritual aus drei Phasen. Dieser Ablauf ist Schritt für Schritt durchdacht und hat sich über Generationen bewährt. Wenn du ihn befolgst, holst du das Maximum an Entspannung und Wohlbefinden heraus.

Die Reihenfolge lautet: Erst reinigst du dich gründlich unter der Dusche. Dann gehst du in die Kabine und schwitzt. Anschließend kühlst du dich kontrolliert ab und ruhst dich aus. Diese Abfolge wiederholst du zwei bis drei Mal pro Saunabesuch.
Warum du vor dem Gang unbedingt trocken sein musst
Trockne dich nach der Reinigungsdusche gründlich ab. Trockene Haut schwitzt schneller und effizienter als nasse Haut. Das ist keine Kleinigkeit, sondern ein wichtiger Teil der Anleitung zum richtigen Saunieren.
Wasser auf der Haut kühlt durch Verdunstung. Das verzögert den gewünschten Schwitzeffekt und macht deinen Saunagang weniger wirksam. Viele Anfänger wundern sich, warum sie kaum ins Schwitzen kommen. Oft liegt es einfach daran, dass sie noch feucht in die Kabine gegangen sind.
Manche Menschen müssen das Schwitzen regelrecht lernen. Ich kenne Saunagängerinnen, die anfangs kaum transpirierten. Erst nach mehreren Besuchen in kurzem Abstand kam der Schwitzeffekt richtig in Gang. Mit etwas Übung stellt sich das ein, und die meisten empfinden es dann als befreiend.
Die Ruhepause ist genauso wichtig wie die Hitze
Plane zwischen den Gängen mindestens 15 bis 30 Minuten Pause ein. Diese Erholungszeit gehört fest zum Ritual und ist keine optionale Zugabe. Erst in der Ruhe entfaltet sich die volle Wirkung des Saunierens auf deinen Körper.
❓ Wie erkennst du, dass du bereit für den nächsten Gang bist?
Dein Puls muss sich vollständig beruhigt haben. Du solltest dich nicht mehr erhitzt fühlen, bevor du wieder in die Kabine gehst. Eine bewährte Faustregel lautet: Die Pause dauert mindestens so lange wie der Saunagang selbst.
Manche Saunagänger machen sogar eine volle Stunde Pause zwischen den Durchgängen. Das ist besonders sinnvoll, wenn du einen ganzen Wellnesstag planst. Fortgeschrittene fahren oft den Rhythmus von einem Gang pro Stunde. So bleibt genug Zeit, den Körper komplett herunterzufahren.
In der Pause heißt es: Trinken, ausruhen, nicht frieren. Wasser oder Apfelschorle sind ideal. Alkohol gehört nicht in die Sauna, auch nicht zwischen die Gänge. Viele legen sich im Bademantel in den Ruheraum und lesen etwas Entspanntes. Mehr zum idealen Rhythmus findest du in meinem Artikel über die optimale Saunahäufigkeit.
Typische Anfängerfehler und Nachteile, die du vermeidest
Die meisten vermeintlichen Nachteile der Sauna entstehen nur durch falsches Verhalten. Wenn du die grundlegenden Saunaregeln kennst und befolgst, wirst du fast ausschließlich positive Erfahrungen machen. Echte Saunagänger berichten überraschend selten von negativen Effekten.
Probleme entstehen typischerweise durch Übertreibung, falsche Vorbereitung oder mangelnde Rücksichtnahme. Ein erfahrener Saunafan hat es mal so formuliert: Die einzigen echten Nachteile sind Zeit und Geld. Alles andere liegt in deiner Hand.
Warum du mit vollem Magen oder leerem Probleme bekommst
Iss vorher eine Kleinigkeit, aber kein schweres Menü. Ein leichter Snack etwa zwei Stunden vor dem Saunabesuch ist ideal. Mit vollem Bauch in die Hitze zu gehen wird von erfahrenen Saunagängern durchweg als unangenehm beschrieben.
Die Verdauung braucht Blut, das dir dann im Kopf und in den Muskeln fehlt. Das kann zu Übelkeit und Schwindel führen. Nüchtern zu saunieren ist allerdings auch keine gute Idee. Dann droht Unterzucker, und du fühlst dich schlapp statt entspannt.
Falls du mit Kreislaufproblemen zu kämpfen hast oder Herzprobleme kennst, sprich vorher mit deinem Arzt. In solchen Fällen kann Sauna mehr schaden als nützen. Für gesunde Menschen gilt: Mit der richtigen Vorbereitung gibt es kaum Risiken. Und falls du dich fragst, ob Sauna wirklich entgiftend wirkt, findest du in meinem separaten Artikel die wissenschaftlichen Fakten dazu.
Das Schweigen in der Kabine und der Respekt vor anderen
In öffentlichen Saunen gilt Ruhe als oberstes Gebot. Zu Hause bestimmst du natürlich selbst die Regeln. Aber in der Therme oder im Wellnesshotel erwarten die anderen Gäste entspannte Stille statt Smalltalk.
Vermeide es, andere anzustarren. Alle sind nackt, jeder ist mit sich selbst beschäftigt. Normale Saunagänger registrieren kaum, wer neben ihnen sitzt. Wer dieses ungeschriebene Gesetz verletzt, fällt unangenehm auf.
Zur Saunaetikette gehört außerdem: Nicht ungeduscht in die Kabine, nicht verschwitzt ins Tauchbecken springen, und natürlich immer das Handtuch unterlegen. Diese Grundsätze sind überall gleich und sollten für jeden selbstverständlich sein. Mit der Zeit wirst du merken, wie schnell du dich in dieser Umgebung sicher fühlst.
Sobald du die Basics drauf hast, kannst du dein Saunaerlebnis mit aromatischen Aufgüssen verfeinern. Meine Saunadrops bieten dir dabei eine sichere und saubere Alternative zu herkömmlichen Saunaölen. Aber das ist Stoff für später, wenn du dich mit der Grundtechnik wohlfühlst.
Viel Spaß beim Schwitzen. Für mich ist jeder Saunagang wertvolle Zeit, und ich bin überzeugt, dass es dir genauso gehen wird.
