Gemütlicher Ruheraum mit Kaminfeuer und warmem Tee für die perfekte Regeneration

Richtig ruhen nach der Sauna: Warum die Pause wichtiger ist als die Hitze

Christian Reindl

Ich sehe oft den Fehler, dass Menschen direkt nach dem Aufguss wieder in die Umkleidekabine verschwinden und sich anziehen, ohne ihrem Körper Zeit zu geben, die Hitze zu verarbeiten. Dabei findet die größte Kalorienverdammerung, die tiefste Muskelentspannung und die stärkste Stressreduktion genau in dieser Ruhephase statt, wenn du liegst, die Augen schließt und einfach nur da bist.

Das perfekte Setting: Licht, Klang und Wärme

Dein Nervensystem braucht jetzt Signale der Sicherheit, um runterzufahren. Nach dem intensiven Temperaturreiz in der Sauna und der Kältestimulation beim Abkühlen ist dein sympathisches Nervensystem noch aktiviert, und du musst ihm aktiv zeigen, dass die Stressphase vorbei ist und die Erholungsphase beginnt.

❓ Warum ist die Ruhe nach der Sauna wichtiger als der Aufguss selbst?

Weil erst in der Ruhephase dein Körper die Wärme vollständig verarbeitet, der Kreislauf sich normalisiert und das parasympathische Nervensystem die Kontrolle übernimmt. Studien zeigen, dass nach der Sauna Theta-Wellen und Alpha-Wellen im Gehirn massiv zunehmen, besonders während der Ruhephase, und diese Gehirnwellen sind verantwortlich für tiefe Entspannung, Kreativität und emotionale Balance.

Gedimmtes Licht und künstliches Kaminfeuer

Helles Licht hält wach. Sorge für eine schummrige Beleuchtung oder nutze eine künstliche Feuerstelle im Ruheraum, denn das Flackern des Feuers beruhigt unser Gehirn instinktiv, es ist ein uraltes Signal von Sicherheit und Wärme. Dazu empfehle ich leise Meditationsmusik im Hintergrund, am besten mit natürlichen Klängen wie Regen, Waldgeräuschen oder tibetischen Klangschalen.

In meinem Lieblingsruheraum in einem Wellness-Hotel im Bayerischen Wald gibt es diesen perfekten Mix aus indirekter Beleuchtung, einem künstlichen Kaminfeuer und leiser Entspannungsmusik, und ich habe dort Zustände erlebt, die ich nur als "tiefe Meditation" beschreiben kann, obwohl ich einfach nur daliege und atme.

Der Bademantel als Kokon

Nach dem Abkühlen darfst du nicht frieren. Wickle dich sofort in einen flauschigen Bademantel ein, denn die Restwärme muss im Körper bleiben, und dieser Temperaturausgleich zwischen Körperkern und Haut ist ein entscheidender Regenerationsprozess. Es ist dieses wohlige Gefühl von Geborgenheit, das die Erholung erst perfekt macht, wie ein warmer Kokon, der dir signalisiert, dass du jetzt in Sicherheit bist.

Mach es dir so gemütlich wie möglich: Ziehe den Bademantel eng um deinen Körper, wickle dich in eine zusätzliche Decke, wenn du sie brauchst, und schaffe dir dieses Nest, in dem du dich völlig fallen lassen kannst, ohne dass Kälte oder Unbehagen dich aus der Entspannung reißen.

Die Körperhaltung: Warum die Fersen schweben müssen

Liegen ist gut, aber richtiges Lagern ist besser für dein Herz. Nach dem Saunagang sind deine Blutgefäße weit gestellt, das Blut versackt leicht in den Beinen, und dein Herz muss gegen die Schwerkraft arbeiten, um das Blut zurück zum Herzen zu pumpen.

Ich habe über die Jahre eine spezifische Liegetechnik entwickelt, die den venösen Rückfluss maximiert und meinen Kreislauf optimal entlastet, und seitdem habe ich nie wieder Schwindelgefühle beim Aufstehen aus dem Ruheraum erlebt.

Die Rolle unter den Waden

Lege ein gerolltes Handtuch oder eine Nackenrolle unter deine Unterschenkel. Deine Fersen sollten frei in der Luft schweben, idealerweise etwa 15 bis 20 Zentimeter über der Liegefläche, weil das die Achillessehne entlastet und den Rückfluss des Blutes zum Herzen erleichtert. Dein Kreislauf muss so viel weniger arbeiten, und das reduziert die Belastung für das Herz erheblich.

Richtig liegen nach der Sauna: Beine hochlagern entlastet Venen und Herz

Diese Technik stammt ursprünglich aus der Behandlung von chronischer venöser Insuffizienz, und Studien zeigen, dass das Hochlagern der Beine für 15 bis 30 Minuten mehrmals täglich Schwellungen reduziert, Beschwerden lindert und die Venenfunktion verbessert, auch wenn du keine Venenprobleme hast.

💡 Meine perfekte Liegeposition im Ruheraum:
Rückenlage auf der Liege
Kopf leicht erhöht durch ein flaches Kissen (nicht zu hoch!)
Gerolltes Handtuch unter den Waden, Fersen schweben frei
Arme locker neben dem Körper, Handflächen nach oben (öffnet den Brustkorb)
Bademantel eng um den Körper, zusätzliche Decke über die Beine
Augen geschlossen, Atemzüge ruhig und tief
Resultat: Maximaler venöser Rückfluss, minimale Herzbelastung, tiefste Entspannung.

Kein Handtuch auf dem Kopf

Viele wickeln sich einen Turban, aber das ist kontraproduktiv. Dein Kopf ist wie ein Schornstein, er muss die überschüssige Hitze abstrahlen können, und wenn du ihn einpackst, blockierst du diesen natürlichen Kühlungsprozess. Lass die Haare offen trocknen, sonst riskierst du einen Hitzestau und Kopfschmerzen, die die ganze Entspannung zunichtemachen.

Nach der Sauna ist deine Körperkerntemperatur erhöht, oft um 1 bis 2 Grad Celsius, und dein Körper versucht verzweifelt, diese Wärme loszuwerden, vor allem über den Kopf, weil dort die Gefäße dicht unter der Hautoberfläche liegen und die Wärmeabgabe besonders effizient ist.

Der innere Ausgleich: Tee statt Eiswürfel

Dein Körper braucht Flüssigkeit, aber bitte keinen Kälteschock von innen. Ich sehe ständig Menschen, die direkt nach der Sauna eiskaltes Wasser trinken, und dann wundern sie sich, warum ihnen übel wird oder der Magen rebelliert.

❓ Warum ist eiskaltes Wasser nach der Sauna keine gute Idee?

Weil dein Magen nach der Sauna noch auf Betriebstemperatur ist, und wenn du jetzt eiskalte Flüssigkeit reinschüttest, muss dein Körper Energie aufwenden, um diese Flüssigkeit erst auf Körpertemperatur zu bringen, bevor er sie absorbieren kann, und das belastet den Verdauungstrakt unnötig.

Warum warme Getränke besser sind

Eiskalte Drinks zwingen den Magen zu unnötiger Arbeit. Er muss die Flüssigkeit erst aufwärmen, was zusätzlich Energie kostet und den Kreislauf belastet, der sowieso schon damit beschäftigt ist, die Körpertemperatur zu regulieren. Trinke lieber lauwarmen Kräutertee, am besten Pfefferminztee, Kamille oder Ingwertee, weil diese nicht nur den Flüssigkeitsverlust sanft ausgleichen, sondern auch die innere Wärme stabil halten.

In traditionellen Saunaländern wie Finnland und Russland trinken die Menschen seit Jahrhunderten warme Getränke nach der Banja, oft Kräutertees oder sogar warmes Beerenkompott, und das hat einen einfachen Grund: Warme Flüssigkeiten werden schneller absorbiert, belasten den Verdauungstrakt weniger und helfen dem Körper, die Temperatur sanft zu regulieren, ohne einen Schock auszulösen.

⚠️ Getränke, die du nach der Sauna vermeiden solltest: Eiskaltes Wasser oder Getränke mit Eiswürfeln (Kälteschock für den Magen), Alkohol jeglicher Art (dehydriert zusätzlich und belastet Leber und Kreislauf), Kaffee oder schwarzer Tee (wirken harntreibend und verstärken Dehydrierung), Zuckerhaltige Softdrinks (verursachen Blutzuckerspitzen und belasten den Stoffwechsel). Halte dich an zimmerwarmes Wasser, warmen Kräutertee oder Kokoswasser mit Elektrolyten, und dein Körper wird es dir danken.

Die ideale Dauer der Ruhephase

Nimm dir Zeit. Deine Pause sollte mindestens so lange dauern wie der Saunagang selbst, besser sogar doppelt so lange, weil erst nach etwa 20 bis 30 Minuten dein Puls sich vollständig normalisiert hat und dein Körper in den echten Regenerationsmodus übergegangen ist.

Studien zur post-Sauna-Erholung zeigen, dass die Herzfrequenz nach einem 15-minütigen Saunagang noch etwa 20 bis 25 Minuten erhöht bleibt, und erst danach kehrt sie auf Ruhewerte zurück, während gleichzeitig das parasympathische Nervensystem die Kontrolle übernimmt und die tiefe Entspannungsphase beginnt.

Ich plane für meine Saunagänge immer mindestens 30 Minuten Ruhezeit ein, oft sogar 45 Minuten, weil ich genau weiß, dass die größten Effekte auf Stressabbau, Schlafqualität und emotionale Balance in dieser verlängerten Ruhephase stattfinden, nicht in der Hitze selbst.

💡 Meine 3-Gänge-Regel mit optimaler Ruhe:
1. Gang: 12 Minuten Sauna + Abkühlen + 25 Minuten Ruhe
2. Gang: 10 Minuten Sauna + Abkühlen + 30 Minuten Ruhe
3. Gang: 8 Minuten Sauna + Abkühlen + 40 Minuten finale Entspannung
Gesamtdauer: Etwa 2,5 bis 3 Stunden für das komplette Ritual
Resultat: Tiefste Regeneration, maximale Stressreduktion, perfekter Schlaf am Abend.
Die Zeiten in der Sauna werden kürzer, die Ruhezeiten länger, weil die kumulative Wärme sich aufbaut und du gegen Ende weniger Hitze brauchst, aber mehr Zeit für die Verarbeitung.

Wichtiger Hinweis: Wenn dir im Ruhen schwindelig wird, setze dich langsam auf und bleibe ein paar Minuten in dieser Position, bevor du aufstehst. Trinke sofort etwas Wasser mit einer Prise Salz für Elektrolyte, und lagere die Beine danach nicht mehr zu hoch, bis sich der Kreislauf stabilisiert hat. Das Schwindelgefühl entsteht oft durch zu schnelles Aufstehen aus der Liegeposition, wenn das Blut in den Beinen versackt ist, oder durch zu starke Dehydrierung.

🌿 Die Wissenschaft hinter der Ruhe: Während der Ruhephase nach der Sauna passiert physiologisch mehr als während der Hitze selbst: Dein Körper verbrennt die meisten Kalorien in dieser Phase, weil er aktiv arbeitet, um die Temperatur zu normalisieren. Das parasympathische Nervensystem übernimmt die Kontrolle, wodurch Cortisol sinkt und Endorphine steigen. Die Muskelspannung löst sich durch die fortgesetzte Wärme von innen, und Entzündungsmarker sinken signifikant. Studien zeigen, dass Menschen, die nach der Sauna mindestens 20 Minuten ruhen, signifikant bessere Werte bei HRV, Stressmarkern und Schlafqualität haben als jene, die sofort weitermachen.

Langfristig wirst du feststellen, dass deine Saunagänge viel wirkungsvoller werden, wenn du der Ruhe genauso viel Bedeutung beimisst wie der Hitze, und ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass meine besten Sauna-Erlebnisse jene waren, bei denen ich mir für die Ruhe wirklich Zeit genommen habe, ohne Zeitdruck, ohne Ablenkung, einfach nur da sein und den Körper machen lassen.

Für tiefe Entspannung empfehle ich, in dieser Ruhephase ein paar Tropfen ätherisches Öl wie Lavendel, Zitronenmelisse oder Sandelholz auf ein Taschentuch zu geben und dieses in der Nähe zu platzieren, nicht direkt auf die Haut, sondern einfach in der Umgebung, weil diese Düfte das limbische System ansprechen und die Entspannungswirkung nochmals verstärken, besonders wenn du mit unseren Saunadrops bereits einen entspannenden Aufguss gemacht hast und die Aromatherapie jetzt in der Ruhe fortsetzt.

Der Ruheraum ist nicht einfach ein Ort, an dem du wartest, bis du wieder in die Sauna gehen kannst, sondern er ist der Höhepunkt des gesamten Rituals, der Ort, an dem die Transformation stattfindet, an dem sich dein Nervensystem neu kalibriert und an dem du die tiefste Verbindung zu dir selbst spürst, fernab von Stress, Sorgen und den Anforderungen des Alltags.

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