Unterschied Saunaaufguss Konzentrat (Synthetik) vs. reine ätherische Öle (Natur)

Saunaaufguss Konzentrat oder ätherische Öle? Was du wirklich brauchst

Christian Reindl

 

Als jemand, der seit Jahren mit ätherischen Ölen arbeitet und regelmäßig die Wellness-Hotels im Bayerischen Wald besucht, ärgere ich mich immer wieder darüber, wie unwissend viele Menschen Produkte kaufen, die sie für „natürlich" halten, obwohl sie im Grunde genommen nur teure Chemie-Cocktails erwerben. Gleichzeitig verstehe ich die Saunabetreiber, die aus reinen Sicherheitsgründen strenge Regeln aufstellen müssen, weil viele Gäste nicht wissen, dass sie mit falsch dosierten ätherischen Ölen oder hochprozentigem Alkohol buchstäblich mit dem Feuer spielen.

Deshalb möchte ich dir heute gnadenlos ehrlich erklären, was wirklich in den verschiedenen Produkten steckt, welche Saunaöl Wirkung du erwarten kannst und vor allem, wie du sicher und gesund mit Saunaaufgüssen umgehst, ohne dabei deine Gesundheit oder die Saunakabine zu gefährden.

Die Chemie-Falle: Was steckt wirklich im billigen Saunaaufguss Konzentrat?

Schauen wir uns zunächst an, was die meisten günstigen Saunaaufguss-Konzentrate aus dem Baumarkt oder Discounter eigentlich enthalten. Die Zutatenliste liest sich oft wie ein Chemie-Praktikum: Ethanol (manchmal auch als „Bioalkohol" bezeichnet, was nicht besser macht), destilliertes Wasser, synthetische Aromen und eventuell noch ein paar Farbstoffe, damit das Ganze auch visuell was hermacht.

Der Hauptbestandteil ist dabei fast immer Alkohol – und zwar nicht zu knapp. Manche Konzentrate bestehen zu 60-80% aus Ethanol oder Isopropanol, weil der Alkohol als Lösungsmittel für die synthetischen Duftstoffe dient und gleichzeitig dafür sorgt, dass sich das Konzentrat gleichmäßig im Aufgusswasser verteilt. Das Problem dabei: Diese synthetischen Aromen riechen zwar, aber sie wirken nicht.

Was heißt das konkret? Wenn du ein billiges "Eukalyptus-Konzentrat" verwendest, riecht es vielleicht nach Eukalyptus, aber deine Atemwege reagieren nicht so, wie sie es bei echtem ätherischem Eukalyptusöl tun würden. Es ist im Grunde genommen reines Parfüm für die Saunakabine – angenehm für die Nase, aber ohne die therapeutische Wirkung, die echte Pflanzenkraft mit sich bringt. Dein Körper unterscheidet sehr wohl zwischen einem synthetischen Duftstoff und der komplexen Molekülstruktur eines natürlichen ätherischen Öls.

❓ Warum kaufen Menschen dann überhaupt diese Konzentrate?

Ganz einfach: Sie sind billig, standardisiert und riechen immer gleich. Für gewerbliche Saunabetreiber, die jeden Tag dutzende Aufgüsse machen müssen, ist das durchaus praktisch. Die Flasche kostet vielleicht 8-12 Euro, hält ewig und es gibt keine Überraschungen bei der Qualität. Außerdem sind viele dieser Konzentrate so formuliert, dass sie einen relativ sicheren Flammpunkt haben – ein Punkt, zu dem ich später noch komme.

Ätherische Öle: Die Kraft der Natur (aber mit Risiko)

Ätherische Öle sind dagegen das komplette Gegenteil: hochkonzentrierte Essenzen, die durch Destillation oder Kaltpressung aus Pflanzen gewonnen werden. Ein einziger Tropfen enthält die gebündelte Kraft von teilweise hunderten Gramm Pflanzenmaterial. Wenn du echtes ätherisches Lavendelöl in der Sauna verwendest, reagiert dein Nervensystem tatsächlich darauf – Lavendel wirkt nachweislich beruhigend und entspannend. Eukalyptus befreit wirklich die Atemwege, weil die enthaltenen Terpene und Cineole auf die Schleimhäute wirken.

Das ist echte Aromatherapie, keine Illusion durch synthetische Duftstoffe. Die Saunaöl Wirkung bei hochwertigen ätherischen Ölen ist wissenschaftlich belegt und spürbar. Deshalb schwören auch viele Wellness-Hotels auf natürliche Aufgüsse – die Gäste merken den Unterschied, selbst wenn sie ihn nicht bewusst benennen können.

Aber – und jetzt kommt das große Aber – ätherische Öle haben auch ihre Tücken. Sie sind erstens oft teuer, weil die Herstellung aufwendig ist. Ein 10-ml-Fläschchen reines Rosenöl kann mehrere hundert Euro kosten, weil man für einen einzigen Tropfen etwa 30 Rosenblüten benötigt. Zweitens sind ätherische Öle in ihrer puren Form extrem konzentriert und können bei falscher Anwendung die Haut und Schleimhäute massiv reizen.

Und drittens – das ist der Punkt, der vielen überhaupt nicht bewusst ist – sind viele ätherische Öle hochgradig entzündlich. Wir reden hier nicht von theoretischen Risiken, sondern von realer Brandgefahr in der Saunakabine.

Brandgefahr in der Kabine: Warum ätherische Öle und Alkohol brennen

Jetzt wird es ernst, denn hier geht es um deine Sicherheit. Der Flammpunkt ätherischer Öle ist ein Thema, über das kaum jemand spricht, obwohl es lebenswichtig ist. Der Flammpunkt ist die Temperatur, bei der ein Stoff sich entzünden kann, wenn er mit einer Zündquelle in Kontakt kommt.

Die Saunasteine auf einem typischen Saunaofen erreichen Temperaturen von 300°C und mehr. Wenn du jetzt pures ätherisches Öl oder ein alkoholhaltiges Konzentrat direkt auf diese heißen Steine gießt, kann es zu Stichflammen kommen – und das ist kein Hollywood-Effekt, sondern bittere Realität, die ich von Saunabetreibern immer wieder bestätigt bekomme.

Brandgefahr in der Sauna: Niedriger Flammpunkt von Alkohol und ätherischen Ölen kann Stichflammen verursachen.

Schauen wir uns die Flammpunkte verschiedener Substanzen an:

Substanz Flammpunkt Gefahrenstufe
Ethanol / Alkohol (rein) ca. 13°C Sehr hoch
Ätherisches Orangenöl ca. 45-50°C Hoch
Ätherisches Latschenkieferöl ca. 55-65°C Mittel
Saunaaufguss-Konzentrat (handelsüblich) Stark variierend (oft durch Alkohol gesenkt) Hoch bis mittel

Die wichtigste Regel lautet deshalb: Niemals pures ätherisches Öl oder hochprozentiges Konzentrat direkt auf die heißen Saunasteine gießen! Die Flüssigkeit muss immer zuerst mit ausreichend Wasser verdünnt werden, sodass die Konzentration gering genug ist und sich das Öl gleichmäßig verteilt. Nur so vermeidest du Stichflammen und schützt dich und andere Saunagäste vor Verbrennungen.

Warum öffentliche Saunen deine privaten Düfte verbieten (Safety First)

Jetzt verstehst du vielleicht auch, warum so viele öffentliche Saunen und Thermen strikt verbieten, dass Gäste ihre eigenen Aufgüsse mitbringen. Als jemand, der regelmäßig mit Saunabetreibern spricht, kann ich dir versichern: Das ist keine Schikane und kein Versuch, nur die hauseigenen Produkte zu verkaufen – es ist knallharter Brandschutz und Haftungsvermeidung.

Die Betreiber kennen die Geschichten von Gästen, die selbstgemischte "Wellness-Cocktails" mit 80% Alkoholanteil mitbringen oder pures ätherisches Öl in einer 100-ml-Flasche dabei haben, ohne auch nur ansatzweise zu ahnen, dass sie damit eine potenzielle Brandbombe in der Hand halten. Wenn dann jemand in bester Absicht einen ordentlichen Schuss davon auf den 350°C heißen Ofen kippt, kann es zu gefährlichen Situationen kommen.

Das Dilemma dabei: Um auf Nummer sicher zu gehen, nutzen viele Thermen und öffentliche Saunen deshalb die günstigen, alkoholbasierten Konzentrate mit synthetischen Duftstoffen. Die sind kalkulierbar, standardisiert und – wenn korrekt dosiert – relativ sicher in der Handhabung. Der Preis dafür ist allerdings, dass die Gäste keine echte therapeutische Wirkung erleben. Sie bekommen zwar einen angenehmen Duft in der Kabine, aber die gesundheitlichen Vorteile echter ätherischer Öle bleiben auf der Strecke.

❓ Gibt es überhaupt eine Lösung für dieses Dilemma?

Ja, die gibt es – und genau hier wird es interessant für alle, die zu Hause eine eigene Sauna haben oder die in Wellness-Hotels mit hochwertigen Aufgüssen verwöhnt werden möchten.

Die 0,3%-Regel: Die perfekte Dosierung für deine Gesundheit

Wenn du Saunaaufguss selber machen möchtest und dabei auf echte ätherische Öle setzen willst, ist die richtige Dosierung absolut entscheidend – sowohl für deine Sicherheit als auch für deine Gesundheit. Die Faustregel, die sich in der professionellen Aromatherapie etabliert hat, lautet: Maximal 0,3% ätherisches Öl im Aufgusswasser, bei aggressiveren Citrus-Ölen sogar noch weniger.

Was bedeutet das konkret? Für einen typischen 5-Liter-Aufgusseimer brauchst du gerade mal 1,5 ml ätherisches Öl – das sind etwa 30-40 Tropfen, je nach Tropfengröße. Mehr nicht. Viele Menschen machen den Fehler, großzügig zu dosieren nach dem Motto "viel hilft viel", aber genau das Gegenteil ist der Fall.

Bei Citrus-Ölen wie Orange, Zitrone oder Grapefruit solltest du noch vorsichtiger sein, weil diese Öle besonders hautreizend und schleimhautreizend wirken können. Wenn du die Konzentration zu hoch wählst, fangen die Augen an zu tränen, die Atemwege brennen und der Aufguss wird zur Qual statt zur Wohltat. Eine Konzentration von 0,2-0,25% ist hier oft ideal.

Holzige Öle wie Latschenkiefer, Zeder oder Fichtennadel vertragen eventuell eine etwas höhere Dosierung bis 0,4%, weil sie milder sind – aber auch hier gilt: Besser vorsichtig anfangen und bei Bedarf steigern.

Ein weiteres Problem beim Saunaaufguss selber machen ist die fehlende Emulsion. Ätherische Öle sind lipophil, das heißt, sie mischen sich nicht mit Wasser, sondern schwimmen oben auf. Wenn du einfach ein paar Tropfen Öl in den Eimer kippst und dann das Wasser auf die Steine wirfst, kann es passieren, dass der ölige Film oben auf dem Wasser direkt und konzentriert auf die heißen Steine trifft – Stichflammengefahr!

Professionelle Aufgüsse enthalten deshalb immer einen Emulgator (oft auf pflanzlicher Basis), der dafür sorgt, dass sich das Öl gleichmäßig im Wasser verteilt. Genau das ist auch der Grund, warum ich bei Sencify die Saunadrops entwickelt habe, aber dazu gleich mehr.

💧 Die Sencify Lösung: Genau hier setzen meine Saunadrops an. Sie enthalten hochwertige ätherische Öle für die echte Wirkung, sind aber bereits perfekt vordosiert und in einer Trägermatrix gebunden. Du wirfst den Drop ins Wasser, nichts schwimmt oben, der Flammpunkt ist sicher und du hast immer die perfekte 0,3%-Mischung ohne Chemie-Keule. Kein Abmessen, kein Rechnen, kein Risiko – nur pure Wellness mit therapeutischer Wirkung.

Praktische Tipps für sichere Aufgüsse zu Hause

Wenn du trotzdem mit eigenen ätherischen Ölen experimentieren möchtest, beachte bitte folgende Sicherheitsregeln:

Immer zuerst verdünnen: Gib die ätherischen Öle in einen separaten Behälter mit etwas Wasser und einem Emulgator (z.B. neutralem Sahneliquer oder pflanzlichem Lecithin), bevor du die Mischung in den Aufgusseimer gibst.

Mit weniger starten: Beginne mit einer niedrigeren Dosierung (0,2%) und steigere dich langsam, wenn du merkst, dass die Wirkung zu schwach ist. Zu viel kannst du nicht mehr rückgängig machen.

Qualität vor Quantität: Kaufe nur hochwertige, naturreine ätherische Öle von vertrauenswürdigen Herstellern. Billige "Duftöle" aus dem Internet sind oft synthetisch oder gestreckt.

Niemals direkt auf die Steine: Das Aufgusswasser sollte immer die Pufferfunktion übernehmen, sodass die Öle verdampfen und nicht verbrennen.

Vorsicht bei Allergien: Nicht jeder verträgt jedes Öl. Wenn du empfindliche Haut oder Atemwege hast, taste dich langsam heran oder frage vorher einen Aromatherapeuten.

⚠️ Wichtiger Sicherheitshinweis: Die in diesem Artikel beschriebenen Informationen dienen der Aufklärung über Produktunterschiede und Sicherheitsaspekte. Bei unsachgemäßer Anwendung von ätherischen Ölen oder alkoholhaltigen Konzentraten besteht Brand- und Verletzungsgefahr. Beachte stets die Dosierungsangaben, verwende niemals pure Öle direkt auf heißen Oberflächen und halte dich an die Sicherheitsvorschriften deines Saunaofens. Im Zweifelsfall konsultiere einen Fachmann oder nutze vordosierte, sichere Produkte.

Fazit: Wissen schützt – und macht den Unterschied

Die Frage "Saunaaufguss Konzentrat oder ätherische Öle?" lässt sich nicht pauschal beantworten, weil es auf deine Prioritäten ankommt. Wenn du nur einen angenehmen Duft in der Sauna haben möchtest und dir die therapeutische Wirkung egal ist, können günstige Konzentrate völlig ausreichend sein – vorausgesetzt, du achtest auf den Flammpunkt und dosierst korrekt.

Wenn du aber die echte Kraft der Aromatherapie erleben willst, wenn dein Körper tatsächlich auf die Wirkstoffe reagieren soll und wenn du Wert auf Natürlichkeit ohne synthetische Chemie legst, dann führt kein Weg an hochwertigen ätherischen Ölen vorbei. Die Herausforderung dabei ist die sichere und korrekte Dosierung – und genau hier trennt sich die Spreu vom Weizen.

Als jemand, der sich täglich mit diesem Thema beschäftigt und die Nöte sowohl der Saunabetreiber als auch der gesundheitsbewussten Saunagänger kennt, kann ich dir nur raten: Nimm die Brandgefahr ernst, informiere dich über Inhaltsstoffe und investiere in Qualität statt in billige Massenware. Deine Gesundheit und deine Sicherheit sind es wert.

Und wenn du keine Lust hast, dich mit Flammpunkten, Emulgatoren und Dosierungsberechnungen herumzuschlagen, dann nutze einfach Produkte, die diese Arbeit bereits für dich erledigt haben – damit du dich auf das konzentrieren kannst, worum es beim Saunieren wirklich geht: pure Entspannung und echtes Wohlbefinden.

 

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