Entspannte Frau in der Sauna lindert Regelschmerzen durch Wärme.

Sauna für Frauen: Periode, Hautpflege und Wohlbefinden – Was du wissen musst

Christian Reindl

Nach über zehn Jahren in der Saunawelt kenne ich diese Unsicherheiten gut. Ich habe mit vielen Frauen gesprochen und ihre Erfahrungen gesammelt. Dieser Guide gibt dir ehrliche Antworten ohne Tabus und nimmt dir die Angst vor dem ersten oder nächsten Saunabesuch.

Sauna während der Periode: Tabu oder Geheimtipp?

Medizinisch spricht absolut nichts gegen einen Saunabesuch während deiner Tage. Ganz im Gegenteil: Viele Frauen berichten, dass ihnen die Wärme in dieser Zeit besonders gut tut. Die alte Vorstellung, dass Menstruation und Sauna nicht zusammenpassen, ist längst überholt.

In Finnland, wo fast jede Familie eine eigene Sauna besitzt, gehen Frauen selbstverständlich auch während ihrer Periode. Dort gehört das Saunieren zum Alltag, unabhängig vom Zyklus. Diese entspannte Einstellung sollten wir uns als Vorbild nehmen.

Warum Wärme effektiv gegen Regelschmerzen hilft

Die Hitze wirkt entkrampfend auf die Muskulatur der Gebärmutter und lindert Unterleibsschmerzen oft sofort. Der Mechanismus ist ähnlich wie bei einer Wärmflasche, nur intensiver und ganzkörperlich. Durch die gesteigerte Durchblutung entspannt sich das verkrampfte Gewebe.

❓ Kann ich mir bei Regelschmerzen den Griff zur Tablette sparen?

Viele Frauen berichten mir, dass sie nach dem Saunagang weniger Schmerzmittel benötigen. Die Durchblutung lockert alles und die Entspannung wirkt auf den gesamten Unterleib. Ich kenne Frauen, die gezielt an den ersten Zyklustagen in die Sauna gehen, weil ihnen das besser hilft als jede Ibuprofen.

Der Effekt geht über die reine Schmerzlinderung hinaus. Die Wärme entspannt nicht nur den Körper, sondern auch den Geist, wodurch du die Beschwerden weniger intensiv wahrnimmst. Mehr zum Thema mentale Wirkung findest du in meinem Artikel über Sauna und Psyche.

Hygienetipps: Tampon, Tasse oder Softtampon?

Verwende aus hygienischen Gründen unbedingt einen Tampon oder eine Menstruationstasse in der Kabine. Das ist eine Frage des Respekts gegenüber anderen Saunagästen und der allgemeinen Sauberkeit. Niemand soll sich Gedanken machen müssen.

Binden sind aufgrund der Feuchtigkeit und Hitze völlig ungeeignet. Sie saugen sich mit Schweiß voll und bieten keinen zuverlässigen Schutz. In der feuchten Wärme funktioniert das Klebeprinzip außerdem nicht mehr richtig.

Mein Tipp: Wechsle den Schutz am besten direkt vor dem ersten Saunagang und danach nochmal. So fühlst du dich sicher und kannst dich voll auf die Entspannung konzentrieren. Manche Frauen schwören auf Softtampons, weil sie etwas diskreter sitzen und beim Sitzen auf der Holzbank angenehmer sind.

Der ultimative Beautybooster für deine Haut

Frauen profitieren besonders von der porentiefen Reinigung durch das intensive Schwitzen. Die Haut reagiert auf die Hitze mit verstärkter Durchblutung und öffnet ihre Poren weit. Talg und abgestorbene Hautschüppchen werden regelrecht herausgeschwemmt.

Porentief reine und durchblutete Haut durch regelmäßiges Saunieren.

Begeisterte Saunagängerinnen beschreiben ihre Haut nach dem Schwitzen als samtweich, mit geweiteten Poren und wunderbar gleichmäßig durchblutet. Das Gefühl von Reinheit und porentiefem Saubersein ist für viele der Hauptgrund, regelmäßig zu saunieren.

Wie das Hautbild rosiger und straffer wird

Die gesteigerte Durchblutung versorgt die oberen Hautschichten optimal mit Sauerstoff und Nährstoffen. Dieser Effekt zeigt sich sofort: Nach dem Abkühlen wirkt die Haut oft praller und frischer, fast wie nach einer teuren Kosmetikbehandlung im Spa.

Eine erfahrene Saunagängerin erzählte mir einmal, Dampfbad und Sauna würden Wunder für ihre Haut wirken. Sie beschrieb das Ergebnis als großartig zur Entstauung der Gesichtshaut. Dieser Frischeeffekt hält bei regelmäßigem Saunieren langfristig an.

❓ Kann ich den Hautpflegeeffekt noch verstärken?

Ja, mit einem Salzpeeling zwischen den Saunagängen erzielst du noch bessere Ergebnisse. Die geöffneten Poren nehmen Pflegestoffe besonders gut auf. Verzichte aber auf schwere Cremes vor dem Saunieren, denn die verstopfen die Poren und behindern das Schwitzen.

Hilft Sauna gegen Cellulite und Wassereinlagerungen?

Sauna kann das Gewebe straffen, ist aber kein Wundermittel gegen Cellulite. Ich will hier ehrlich sein: Orangenhaut verschwindet nicht einfach durch Schwitzen. Die genetische Veranlagung spielt eine größere Rolle als jede Wellnessbehandlung.

Trotzdem hat regelmäßiges Saunieren einen positiven Effekt auf das Bindegewebe. Durch den Wechsel von heiß und kalt trainierst du die Gefäße und transportierst überschüssiges Gewebewasser besser ab. Viele Frauen berichten, dass geschwollene Beine nach dem Saunabesuch deutlich besser aussehen.

Für einen aromatischen Aufguss, der gleichzeitig die Sinne verwöhnt und das Wellnesserlebnis abrundet, empfehle ich meine Saunadrops. Düfte wie Lavendel oder Rosmarin machen das Hautpflegeprogramm perfekt.

Wohlfühlen und Sicherheit: Dein Raum für Entspannung

Nutze die Sauna als deinen persönlichen Rückzugsort für mentale und körperliche Balance. Gerade für Frauen kann der erste Besuch eine kleine Überwindung sein. Die gute Nachricht: Diese Unsicherheit legt sich meist schon nach wenigen Minuten.

Eine erfahrene Saunagängerin fasste es einmal so zusammen: Was meiner Seele gut tut, kann gar nicht ungesund sein. Diese Einstellung beobachte ich bei vielen Frauen, die regelmäßig saunieren. Sie haben gelernt, den Saunabesuch als wertvolle Zeit für sich selbst zu schätzen.

Umgang mit Schamgefühl und Blicken

In der Sauna sind alle gleich, also konzentriere dich ganz auf dein eigenes Wohlbefinden. Normalerweise wird man als Frau in der Sauna nicht belästigt. Alle sind nackt, jeder ist mit sich selbst beschäftigt. Das höre ich immer wieder von Frauen, die anfangs große Bedenken hatten.

Wenn du dich unwohl fühlst, wickle dich einfach in ein dünnes Pestemaltuch. Das ist völlig okay und wird von niemandem schief angesehen. In manchen Anlagen, besonders im Hamam, gehört das sogar zur Tradition.

Eine interessante Beobachtung: Die anfängliche Scham vergeht bei den meisten Frauen sehr schnell. Wenn alle um einen herum nackt sind, findet man das ganz schnell viel weniger peinlich. Viele berichten sogar, dass ihnen die Saunaerfahrung geholfen hat, ihren Körper natürlicher zu akzeptieren.

Falls du dich für Sauna in der Schwangerschaft interessierst, findest du in meinem separaten Artikel alle wichtigen Informationen dazu.

Vorsicht bei niedrigem Blutdruck

Frauen neigen statistisch häufiger zu niedrigem Blutdruck, also stehe langsam auf und nimm dir Zeit. Kreislaufprobleme in der Sauna sind vermeidbar, wenn du ein paar einfache Regeln beachtest.

Setze dich die letzten zwei Minuten aufrecht hin, bevor du die Kabine verlässt. So gewöhnt sich dein Kreislauf an die Veränderung und Schwindel beim Aufstehen wird unwahrscheinlicher. Bei Menschen mit niedrigem Blutdruck kann die Gefäßerweiterung in der Hitze sonst zu Problemen führen.

Ein erfahrener Saunagänger rät: Immer vorher mit dem Arzt sprechen, falls man Kreislaufprobleme hat. Dieser Tipp gilt für Frauen genauso wie für Männer. Wer unsicher ist, beginnt am besten mit einer milderen Biosauna bei etwa 60 Grad, statt gleich in die 90-Grad-Kabine zu gehen.

Wichtig außerdem: Trinke ausreichend vor und nach dem Saunieren, aber nicht während der Gänge. So vermeidest du Dehydration und unterstützt deinen Kreislauf bei der Arbeit.

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