Wie reinige ich meine Sauna richtig? Der große Pflege-Guide
Christian ReindlWie oft und womit du die Sauna reinigst
Die Sauna reinigst du in zwei Stufen: nach jedem Gang kurz, alle paar Monate gründlich. Direkt nach dem Saunieren öffnest du Tür und Lüftung und wischst die Bänke mit einem trockenen, fusselfreien Tuch ab. Das ist die wichtigste Routine überhaupt, denn Restfeuchtigkeit ist der perfekte Nährboden für Schimmel, der oft versteckt unter den Bänken wächst. Für die Grundreinigung alle ein bis drei Monate gilt eine harte Regel: niemals Chlor, Essig oder scharfe Badreiniger. Das Holz ist offenporig und saugt alles auf, beim nächsten Aufheizen atmest du die Dämpfe wieder ein. Nimm stattdessen verdünntes 3-prozentiges Wasserstoffperoxid oder einen speziellen Saunareiniger, nur nebelfeucht aufgetragen.
| Schritt | Wie | Wann empfehlen wir das? |
|---|---|---|
| Lüften und trocken wischen | Tür auf, fusselfreies Tuch | Nach jedem Saunagang |
| Grundreinigung | nebelfeucht, verdünntes Wasserstoffperoxid | Alle ein bis drei Monate |
| Flecken abschleifen | 180er-Papier in Faserrichtung | Bei hartnäckigen Schweißflecken |
| Steine prüfen | rissige raus, locker schichten | Etwa alle ein bis zwei Jahre |
Schweißflecken und der Hochdruckreiniger-Fehler
Eingetrocknete Schweißflecken bekommst du nicht mit Wasser weg, im Gegenteil: Wasser verteilt die Salze nur tiefer und macht größere Ränder. Besser ist vorsichtiges Anschleifen mit feinem 180er-Papier in Faserrichtung, das legt frisches Holz frei. Einfacher ist Vorbeugen: Wer vorher kurz duscht und auf Handtüchern sitzt, hat das Problem gar nicht erst.
Und der größte Fehler von allen: der Hochdruckreiniger. Der Strahl stellt die Holzfasern auf und drückt Wasser tief in die Dämmung dahinter, wo es kaum trocknet und Schimmel bildet. Den Schaden siehst du nicht, riechst ihn aber irgendwann. Zum Reinigen reicht ein nebelfeucht ausgewrungenes Mikrofasertuch, mehr Feuchtigkeit braucht es nie.
Wann die Saunasteine müssen
Saunasteine sind Verschleißteile. Durch das ständige Erhitzen und Abkühlen bekommen sie Risse und zerbröseln, und der feine Abrieb verstopft die Luftzirkulation im Ofen. Der muss dann härter arbeiten und kann überhitzen. Prüf die Steine darum regelmäßig und tausche rissige oder bröselige aus, je nach Nutzung etwa alle ein bis zwei Jahre. Ein gutes Warnsignal: Wenn dein Aufguss trotz guter Öle verbrannt oder muffig riecht, haben sich auf alten Steinen Ablagerungen eingebrannt. Schichte neue Steine locker, mit Luftspalten dazwischen.
Auf sauberen, intakten Steinen entfaltet sich der Duft vordosierter Saunadrops aus der Aufguss-Auswahl sauber, ohne dass alte Ablagerungen ihn überlagern.
💡 Mein Sauna-Tipp: Nimm einen kalten Stein aus dem Ofen und schlag ihn leicht gegen einen anderen. Klingt es dumpf oder bröselt etwas ab, ist der Stein durch und sollte raus. Nur intakte Steine geben den schönen, weichen Löyly statt eines harten, staubigen Dampfs.
Ehrlich gesagt: Bei der Saunapflege ist weniger mehr. Die teuersten Fehler sind immer die aggressiven, scharfe Chemie und der Hochdruckreiniger. Wer stattdessen nach jedem Gang kurz lüftet und trockenwischt, spart sich fast alles andere. Routine schlägt Großputz.
Häufige Fragen
Wie oft muss man die Sauna putzen?
Nach jedem Gang kurz lüften und die Bänke trocken wischen, das dauert zwei Minuten. Eine Grundreinigung reicht je nach Nutzung alle ein bis drei Monate. Wichtig ist vor allem, dass nichts dauerhaft feucht bleibt.
Welches Reinigungsmittel darf auf Saunaholz?
Keine scharfen Mittel wie Chlor, Essig oder Badreiniger, denn das offenporige Holz saugt sie auf und gibt sie beim Aufheizen wieder ab. Geeignet sind verdünntes 3-prozentiges Wasserstoffperoxid oder ein spezieller Saunareiniger, nur nebelfeucht.
Darf ich die Sauna mit dem Hochdruckreiniger reinigen?
Nein. Der Strahl stellt die Holzfasern auf und drückt Wasser in die Dämmung, wo es Schimmel bildet. Ein nebelfeucht ausgewrungenes Mikrofasertuch ist die richtige und einzige nötige Methode.
Wann muss ich die Saunasteine wechseln?
Sobald sie rissig sind oder zerbröseln, bei Privatnutzung etwa alle ein bis zwei Jahre. Der Abrieb verstopft sonst die Luftzirkulation, und der Ofen muss härter arbeiten. Ein verbrannt riechender Aufguss ist ein typisches Warnsignal.
Hinweis: Diese Pflegehinweise gelten für klassische Saunen mit unbehandeltem Holz. Bei speziellen Holzarten, Infrarotkabinen oder behandelten Oberflächen können andere Angaben gelten, beachte die Herstellerhinweise. Bei Schimmelbefall, der über oberflächliche Flecken hinausgeht, zieh einen Fachbetrieb hinzu.