Warum gehst du eigentlich in die Sauna? Falscher Geiz und falsche Orte
Christian ReindlErst dein Ziel: Entspannung oder Frische?
Frag dich vor dem Losfahren, was du heute brauchst, denn die Antwort bestimmt Ort und Ablauf. Geht es um Stressabbau, suchst du Stille und Wärme. Geht es ums Frischegefühl, willst du kräftig schwitzen und danach die kalte Dusche. Wer das vorher weiß, geht bewusster und zufriedener nach Hause als beim planlosen Schwitzen.
Ehrlich gesagt: Das oft beschworene „Poren durchpusten" ist ein Mythos. Poren haben keine Muskeln, sie öffnen und schließen sich nicht mit der Hitze, und entgiftet wird über Leber und Nieren, nicht über den Schweiß (NewBeauty, dermatologisch eingeordnet). Was stimmt: Wärme und Schwitzen lösen oberflächlichen Talg, und wenn du hinterher duschst, fühlt sich die Haut wirklich frisch und sauber an. Ein schönes Gefühl, nur eben keine Tiefenreinigung.
Therme oder Studio: wo du findest, was du suchst
Teurer heißt nicht automatisch besser, es kommt auf dein Ziel an. Die große Therme mit fünf Saunen, Aufguss-Shows und Restaurant kostet schnell über 20 Euro, beeindruckt, ist aber oft voll. Für Ruhe nach Feierabend kann genau das kontraproduktiv sein. Die kleine Sauna im Studio um die Ecke kostet 10 bis 12 Euro, hat weniger Trubel und reicht für den schnellen Stressabbau locker.
| Ort | Stärke | Schwäche | Wann empfehlen wir das? |
|---|---|---|---|
| Große Therme | viel Auswahl, Aufguss-Shows | teuer (20 €+), oft voll | für den ganzen Wellness-Tag mit Freunden |
| Kleines Studio | ruhig, günstig (10-12 €) | wenig Schnickschnack | für schnellen Stressabbau nach Feierabend |
| Heimsauna | jederzeit, privat | Anschaffung, Strom | wenn du regelmäßig und ungestört saunierst |
Handtuch-Check: Baumwolle statt Mikrofaser
Das wichtigste Stück Ausrüstung ist ein dickes Baumwoll-Handtuch, keine dünne Mikrofaser. Meine Faustregel: mindestens 500 Gramm pro Quadratmeter und 100 Prozent Baumwolle. Solche Tücher saugen den Schweiß auf, statt ihn durchsickern und aufs Holz tropfen zu lassen, das ist schlicht Hygiene und Rücksicht auf die anderen. Dünne Mikrofaser-Lappen sind nach fünf Minuten durchnässt und gehören nicht in die Kabine.
💡 Mein Sauna-Tipp: Nimm zwei Handtücher mit: ein großes zum Draufliegen (Schweiß darf nie aufs Holz) und ein zweites zum Abtrocknen nach der kalten Dusche. Mit einem einzigen, schon klammen Tuch wird der zweite Gang unangenehm.
Zur Grundausstattung gehört für mich auch ein guter Aufguss. Wer nicht jedes Mal mit dem Ölfläschchen hantieren will, nimmt vordosierte Saunadrops mit 6 ml Öl auf 1,5 Liter Wasser, sauber und ohne Kleckern. Welcher Duft zu deinem Ziel passt, siehst du in der Saunaaufguss-Kollektion: frische Zitrusnoten zum Wachwerden, weiche für den Feierabend.
Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel gibt allgemeine Tipps und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Kreislaufproblemen, Bluthochdruck oder anderen Vorerkrankungen kläre das Saunieren vorher mit deinem Arzt ab. Höre auf deinen Körper und brich einen Gang ab, wenn dir schwindelig wird.
Häufige Fragen rund um den Saunabesuch
Reinigt die Sauna wirklich die Poren?
Nicht so, wie oft behauptet. Poren haben keine Muskeln und öffnen oder schließen sich nicht mit der Hitze, und entgiftet wird über Leber und Nieren, nicht über Schweiß. Wärme löst aber oberflächlichen Talg, und nach dem Duschen fühlt sich die Haut frisch an, ein gutes Gefühl, keine Tiefenreinigung.
Therme oder Fitnessstudio: was ist besser?
Das hängt vom Ziel ab. Die Therme bietet viel Auswahl, ist aber teurer und voller, ideal für den ganzen Tag. Für schnellen Stressabbau nach Feierabend ist die ruhige, günstige Studio-Sauna oft die bessere Wahl. Teurer heißt nicht automatisch besser.
Welches Handtuch eignet sich für die Sauna?
Ein dickes Baumwoll-Handtuch mit mindestens 500 Gramm pro Quadratmeter. Es saugt den Schweiß auf, statt ihn aufs Holz durchsickern zu lassen. Dünne Mikrofaser-Tücher sind schnell durchnässt und in der Kabine unhygienisch. Am besten nimmst du zwei mit.
Wie oft sollte ich in die Sauna gehen?
Für die meisten sind ein bis drei Saunagänge pro Woche ein guter Rahmen. Wichtiger als die Häufigkeit ist, dass du auf deinen Körper hörst, ausreichend trinkst und Gänge nicht erzwingst. Bei Vorerkrankungen vorher ärztlich abklären.