Saunaaufguss Wirkung: Bringt das Ritual des Aufgusses wirklich was?
Christian ReindlWas beim Aufguss physikalisch passiert
Der Schlüssel steckt in der Physik. Gießt du Wasser auf die heißen Steine, verdampft es schlagartig und die Luftfeuchtigkeit schießt von etwa 10 bis 20 Prozent kurz nach oben. Die eigentliche Lufttemperatur steigt dabei kaum, oft nur um ein, zwei Grad. Warum fühlt es sich dann so viel heißer an? Wegen der Kondensationswärme: Auf den oberen Bänken steigt der Taupunkt über 50 Grad, deine Haut ist nur 37 bis 40 Grad warm. Dieses Gefälle lässt den Dampf auf der Haut kondensieren, dabei gibt er die Energie ab, die du als Hitzeschwall spürst. Mit der Wedeltechnik verteilt der Saunameister den Dampf gleichmäßig und treibt ihn an die Haut. Nicht die Temperatur macht den Aufguss so kräftig, sondern die Feuchte und die Kondensation.
Die Wirkung auf Körper und Psyche
Was macht dieser Reiz mit dir? Dein Körper reagiert deutlich kräftiger als auf trockene Hitze. Das Schwitzen wird angekurbelt, die Durchblutung steigt und der Kreislauf bekommt ordentlich zu tun. Studien aus Finnland deuten darauf hin, dass regelmäßiges Saunieren dem Herz-Kreislauf-System guttut, ein Garant für Gesundheit ist es deshalb aber nicht. Dazu kommt die Psyche: Der Duft gelangt über die Nase ins limbische System und kann die Stimmung heben. Ehrlich gesagt ist diese Mischung aus Hitzereiz, Duft und Ritual das, was den Aufguss wohltuend macht, nicht irgendeine Entschlackung.
| Aspekt | Was der Aufguss bewirkt | Wann empfehlen wir das? |
|---|---|---|
| Gefühlte Hitze | Dampf und Kondensation, nicht mehr Grad | Für den intensiven Reiz |
| Kreislauf und Schwitzen | stärkerer Reiz, Durchblutung steigt | Für die Kreislauf-Wirkung |
| Duft und Psyche | Aroma übers limbische System | Für Entspannung und Wohlgefühl |
| Entgiftung | Mythos, Schweiß ist Thermoregulation | Ehrlich: erwarte hier nichts |
💡 Mein Sauna-Tipp: Setz dich beim Aufguss auf eine mittlere oder obere Bank, dort ist der Dampf am intensivsten. Wenn dir das zu viel wird, geh einfach eine Reihe tiefer, da ist der Reiz spürbar milder.
So holst du das Meiste raus
In der Praxis entscheidet die Technik. Mach den Aufguss nicht im ersten Gang, sondern erst im zweiten oder dritten, wenn dein Kreislauf warmgelaufen ist. Gieß langsam und gleichmäßig, statt den ganzen Eimer auf einmal zu kippen. Trink vorher genug und plane danach eine echte Ruhephase ein, denn dort wirkt der Reiz nach. Den Duft bringst du mit einem fertigen Aufgussmittel ins Wasser, vordosierte Saunadrops nehmen dir das Abmessen ab, die Auswahl findest du in der Saunaaufguss-Kollektion. So wird der Aufguss jedes Mal ein rundes Erlebnis.
Häufige Fragen zur Saunaaufguss-Wirkung
Bringt ein Saunaaufguss wirklich etwas?
Ja. Er erhöht über Dampf und Kondensationswärme die gefühlte Hitze, fordert Kreislauf und Schwitzen und hebt über den Duft die Stimmung. Ein Entgiftungswunder ist er aber nicht.
Wird die Sauna durch den Aufguss heißer?
Die Lufttemperatur steigt kaum, meist nur um ein, zwei Grad. Es springt die Luftfeuchtigkeit hoch, und durch die Kondensation auf der Haut fühlt es sich deutlich heißer an.
Wann macht man den Aufguss?
Am besten nicht im ersten Saunagang, sondern im zweiten oder dritten, wenn dein Kreislauf warmgelaufen ist. Dann verträgst du den stärkeren Reiz besser.
Entgiftet ein Saunaaufguss den Körper?
Nein. Schwitzen dient der Temperaturregelung, nicht der Entgiftung, das erledigen Leber und Nieren. Der Nutzen liegt im Hitzereiz, in der Durchblutung und in der Entspannung.
Hinweis: Dieser Artikel informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Herz-Kreislauf-Beschwerden oder Bluthochdruck sprich vor intensiven Aufgüssen bitte mit deinem Arzt.