Ein friedlicher Moment in der Sauna, der hilft, neue Kraft zu sammeln.

Sauna bei Depression: Warum Wärme und Gesellschaft der Seele gut tun

Christian Reindl

Ich bin Christian von Sencify. Ich schreibe heute über etwas sehr Persönliches. Über eine Zeit in meinem Leben, in der ich mich verloren gefühlt habe. Über Winterdepression, Antriebslosigkeit und das Gefühl, in einem grauen Nebel festzustecken.

Und ich schreibe darüber, was mir geholfen hat. Nicht die eine große Lösung. Nicht das Wundermittel. Aber ein Weg. Ein kleiner Schritt. Die Sauna.

⚠️ Wichtig:

Dieser Artikel ersetzt keinen Arztbesuch. Wenn du dich über längere Zeit niedergeschlagen fühlst, bitte hol dir professionelle Hilfe. Die Sauna ist ein wunderbarer Begleiter, aber kein alleiniges Heilmittel.

Ich bin kein Psychologe. Ich bin jemand, der es durchgemacht hat. Der verstanden hat, wie schwer es ist, morgens aufzustehen. Wie es sich anfühlt, wenn nichts mehr Freude macht. Wenn man sich am liebsten verkriechen will.

Aber ich habe auch gelernt, dass man da rauskommen kann. Schritt für Schritt. Und die Sauna war für mich ein wichtiger Teil davon.

Raus aus der Isolation: Warum "unter Leute gehen" der erste Schritt ist

Das Gemeine an einer Depression oder auch nur an einer Phase von Antriebslosigkeit ist: Du willst niemanden sehen. Du ziehst dich zurück. In deine Wohnung. In dein Bett. In dein Schneckenhaus.

Und genau das ist die Falle.

Je mehr du dich isolierst, desto schlimmer wird es. Die Gedanken kreisen. Du grübelst. Die Welt da draußen wird immer fremder. Und irgendwann glaubst du, dass du da nicht mehr hingehörst.

Ich kenne das. Ich war an diesem Punkt. Ich wollte niemandem zur Last fallen. Ich wollte keine Fragen beantworten. Ich wollte einfach nur in Ruhe gelassen werden.

Der sanfte Zwang der Therme

Und dann hat mich jemand mitgenommen. In einen Day Spa. Ich wollte nicht. Ich habe mich gewehrt. Aber dieser Mensch hat nicht lockergelassen.

Das Besondere an einem Day Spa oder einer Therme ist: Du musst dort nicht reden. Es gibt keine Erwartung an Smalltalk. Keine Fragen, wie es dir geht. Keine gut gemeinten Ratschläge.

Du sitzt einfach nur da. Mit anderen Menschen. In der Stille. Oder im leisen Hintergrundrauschen.

Und genau das hat mir geholfen. Ich war nicht allein. Aber ich musste auch nicht performen. Ich musste nicht so tun, als wäre alles okay. Ich durfte einfach sein.

Das Gefühl von Dazugehören

Wenn du in der Sauna sitzt, bist du Teil einer Gemeinschaft. Ohne dass du aktiv etwas tun musst. Ihr schwitzt zusammen. Ihr atmet zusammen. Ihr erlebt die Hitze zusammen.

Das ist ein sehr archaisches Gefühl. Ein Gefühl von Verbundenheit. Von "Ich gehöre dazu". Auch wenn niemand ein Wort sagt.

Für mich war das der erste Schritt. Raus aus der Isolation. Rein in eine sanfte Form von Gesellschaft. Ohne Druck. Ohne Erwartung.

Was ich in Foren gelesen habe:

Viele Menschen mit Winterdepression berichten, dass der Gang in die Therme ihnen hilft. Nicht weil die Sauna magisch ist. Sondern weil sie einen Grund gibt, das Haus zu verlassen. Einen festen Termin. Eine Struktur. Und das Gefühl, unter Menschen zu sein, ohne sich erklären zu müssen.

Die Sauna zwingt dich sanft, dein Schneckenhaus zu verlassen. Ohne dass du reden musst.

Spüren, dass man lebt: Wie die Hitze gegen die innere Leere hilft

Depression fühlt sich oft taub an. Wie eine Glasscheibe zwischen dir und der Welt. Du siehst alles. Aber du fühlst nichts. Keine Freude. Keine Trauer. Nur eine dumpfe Leere.

Genau hier setzt die Sauna an. Auf eine sehr direkte, körperliche Art.

Der Hitzereiz: Unmöglich zu ignorieren

Wenn du in eine 90 Grad heiße Sauna gehst, passiert etwas Seltsames. Die Hitze ist so intensiv, dass du sie nicht ignorieren kannst. Dein Körper schreit. Dein Herz pumpt. Dein Schweiß fließt.

Und plötzlich spürst du wieder etwas. Deinen Körper. Dein Leben. Deine Existenz.

Das ist kein intellektuelles Verstehen. Das ist ein physisches Erleben. Du bist gezwungen, im Hier und Jetzt zu sein. Die dunklen Gedanken haben keinen Platz mehr. Weil dein Gehirn mit der Hitze beschäftigt ist.

Für diese 10 bis 15 Minuten gibt es nur die Hitze. Nur das Atmen. Nur das Schwitzen. Und das ist eine Pause. Eine Pause von der Dunkelheit im Kopf.

Die Abkühlung danach: Ein kleines Wunder

Und dann kommst du raus. Kalte Dusche. Oder Außenluft. Der Temperaturschock ist extrem. Dein Körper explodiert förmlich vor Empfindungen.

Und in diesem Moment fühlst du dich lebendig. Vielleicht zum ersten Mal seit Wochen. Es ist kein dauerhaftes Gefühl. Aber es ist ein Moment. Ein kleiner Lichtblick.

Und manchmal reicht dieser eine Moment, um zu wissen: Da ist noch etwas. Du bist noch da. Du fühlst noch.

Wissenschaftlich betrachtet:

Die Sauna aktiviert das vegetative Nervensystem. Sie fördert die Ausschüttung von Endorphinen, den körpereigenen Glückshormonen. Der Hitzereiz und die Abkühlung trainieren außerdem deine Stressresistenz. Das alles kann bei Winterdepression und leichten Depressionen unterstützend wirken.

Die dunklen Gedanken "wegschwitzen"

Ich will nicht romantisieren. Die Sauna heilt keine Depression. Aber sie kann dir eine Pause geben. Eine kleine Auszeit von den kreisenden Gedanken.

Für mich war das wichtig. Diese 15 Minuten, in denen ich nicht grübeln konnte. In denen ich einfach nur da war. In der Hitze. Im Moment.

Und nach mehreren Besuchen habe ich gemerkt: Diese Pausen summieren sich. Sie geben dir kleine Hoffnungsschimmer. Sie zeigen dir, dass es möglich ist, etwas zu fühlen. Auch wenn es nur Hitze ist.

Die Hitze der Sauna durchbricht die Taubheit. Für einen Moment fühlst du wieder, dass du lebst.

Meine persönliche Erfahrung: Wie mir der Day Spa in einer schweren Zeit half

In der Therme unter Leuten sein hilft gegen das Gefühl der Isolation.

Ich erzähle dir jetzt, wie es bei mir war. Nicht weil meine Geschichte besonders ist. Sondern weil sie vielleicht jemandem Mut macht.

Es war Winter. Draußen war es grau. Drinnen war es auch grau. Ich hatte keine Energie. Keine Lust auf nichts. Ich bin zur Arbeit gefahren, habe funktioniert, und bin nach Hause gefahren. Mehr nicht.

Meine Partnerin Steffi hat mich irgendwann vor die Wahl gestellt: Entweder ich hole mir Hilfe, oder sie zieht mich mit in die Therme. Notfalls mit Gewalt.

Ich habe die Therme gewählt. Weil es mir leichter fiel als der Gang zum Arzt. Das war feige. Ich weiß. Aber es war der erste Schritt.

Die Überwindung

Der erste Besuch war hart. Ich wollte nicht unter Menschen. Ich wollte nicht nackt in der Sauna sitzen. Ich wollte einfach nur nach Hause.

Aber Steffi hat mich nicht gehen lassen. Wir sind rein. In die erste Sauna. Ich habe mich unwohl gefühlt. Fremd. Fehl am Platz.

Und dann kam die Hitze. Und mit ihr eine seltsame Ruhe. Mein Kopf musste sich auf die Hitze konzentrieren. Auf das Atmen. Auf das Durchhalten.

Und für diese 12 Minuten war da kein Raum für die dunklen Gedanken. Es war nur Hitze. Nur Schweiß. Nur Sein.

Der Wendepunkt

Nach dem ersten Aufguss bin ich raus. Kalte Dusche. Ich war wütend auf die Kälte. Und gleichzeitig erleichtert. Ich habe etwas gefühlt. Wut. Schmerz. Leben.

Wir sind noch zweimal rein an diesem Tag. Und beim dritten Gang habe ich zum ersten Mal seit Wochen so etwas wie Entspannung gefühlt. Keine Freude. Aber auch keine Schwere mehr. Nur eine leichte Leichtigkeit.

Das war kein Wunder. Das war kein "alles ist jetzt gut". Aber es war ein Anfang. Ein kleines Zeichen, dass da noch etwas ist.

Die Regelmäßigkeit

Wir sind dann jede Woche gegangen. Samstags. Fester Termin. Kein Ausreden. Keine Diskussion.

Und mit jedem Besuch wurde es ein bisschen leichter. Ich habe die anderen Menschen nicht mehr als Bedrohung empfunden. Ich habe die Hitze als Chance gesehen. Als Möglichkeit, für einen Moment nicht in meinem Kopf gefangen zu sein.

Irgendwann habe ich angefangen, bewusst auf die Düfte zu achten. An manchen Tagen gab es Zitrus-Aufgüsse. An anderen Eukalyptus. Und ich habe gemerkt: Die Düfte machen etwas mit mir. Sie heben die Stimmung. Nicht dramatisch. Aber spürbar.

Meine Erkenntnis:

Die Sauna hat meine Depression nicht geheilt. Das haben professionelle Gespräche und Zeit getan. Aber die Sauna hat mir geholfen, nicht aufzugeben. Sie hat mir kleine Lichtblicke gegeben. Momente, in denen ich gespürt habe: Da ist noch Leben in mir.

Düfte als Stimmungsaufheller

Später habe ich mich mit Aromatherapie beschäftigt. Ich habe gelernt, dass bestimmte Düfte direkt auf das Limbische System wirken. Auf unser Emotionszentrum.

Zitrusdüfte wie Bergamotte oder Orange heben nachweislich die Stimmung. Sie sind keine Medizin. Aber sie sind kleine Helfer. Kleine Lichtblicke für das Gehirn.

Deshalb haben wir bei Sencify darauf geachtet, dass unsere Mischungen auch für solche Momente geeignet sind. "Gesunde Brise" mit Kamille wirkt beruhigend. "Durchatmen" mit Eukalyptus und Pfefferminze gibt Klarheit.

Es sind keine Wundermittel. Aber sie können unterstützen. In Kombination mit der Wärme. Mit der Gemeinschaft. Mit der Zeit für sich selbst.

Die Sauna war für mich kein Heilmittel. Aber sie war ein Anker. Ein Ort, an dem ich mich wieder spüren konnte.

Warum ich das schreibe

Ich schreibe das nicht, um die Sauna als Lösung für alles zu verkaufen. Ich schreibe das, weil ich weiß, wie es sich anfühlt, in diesem Loch zu stecken. Und wie verzweifelt man nach Wegen sucht.

Die Sauna war für mich ein Weg. Nicht der einzige. Aber ein wichtiger. Und vielleicht ist es für dich auch ein Weg. Vielleicht nicht die Sauna selbst. Aber vielleicht das Prinzip dahinter:

Raus aus der Isolation. Den Körper spüren. Kleine Momente schaffen, in denen die Dunkelheit keinen Platz hat.

Wenn du dich gerade in so einer Phase befindest: Bitte hol dir Hilfe. Sprich mit jemandem. Geh zum Arzt. Tu den ersten Schritt.

Und wenn du zusätzlich etwas tun willst, probier die Sauna. Oder die Therme. Oder den Day Spa. Nicht als Ersatz für Therapie. Sondern als Begleiter. Als kleiner Helfer auf dem Weg.

Du bist nicht allein. Auch wenn es sich gerade so anfühlt. Es gibt Wege da raus. Kleine Schritte. Einer nach dem anderen.

Was tut deiner Seele gut?

Teile deine Erfahrungen mit uns. Vielleicht hilfst du damit jemandem.

Zu den stimmungsaufhellenden Düften 🌿
Zurück zum Blog