300 Euro oder 150 Euro? Warum ich beim Wellnesshotel nicht mehr zahle
Christian ReindlIch bin Christian, komme aus Vohenstrauß und habe es damit nicht mal anderthalb Stunden in den Bayerischen Wald, sodass ich dort regelmäßig Wellness mache und über die Jahre einiges an Erfahrung gesammelt habe. Den Jagdhof kenne ich genauso wie diverse andere 5-Sterne-Häuser, aber auch die soliden Mittelklasse-Hotels, die nicht mit goldenen Wasserhähnen protzen, dafür aber liefern, worauf es mir wirklich ankommt. Und genau darum geht es mir heute: Was bringt mir der 300-Euro-Luxus tatsächlich im Vergleich zum soliden 180-Euro-Wellnesshotel?
Prestige auf Instagram oder echte Ruhe? Was wir wirklich beim Wellnessurlaub suchen
❓ Geht es den Leuten ab 300 Euro aufwärts wirklich noch ums Entspannen oder darum, auf TikTok und Facebook zu zeigen, dass man es sich leisten kann?
Diese Frage stelle ich mir jedes Mal, wenn ich in einem dieser Hochpreishotels sitze und das Publikum beobachte. Da kommen Paare zum Abendessen in Designerkleidung, als wäre es eine Modenschau statt eines entspannten Urlaubsabends, und ich frage mich, ob die wirklich wegen der Saunalandschaft hier sind oder wegen des Fotos vor dem beleuchteten Infinity-Pool. Das Publikum ändert sich nämlich merklich mit dem Preis, wohingegen ich in Hotels der mittleren Preiskategorie deutlich mehr Leute treffe, die einfach nur ihre Ruhe haben wollen und im Bademantel zum Frühstück schlurfen, ohne dass jemand schief guckt.
Bei meinen Wellnessurlaub Bayerischer Wald Erfahrungen habe ich festgestellt, dass der Instagram-Faktor in teuren Häusern oft überwiegt, sodass die eigentliche Entspannung manchmal auf der Strecke bleibt. Wenn du ständig das Gefühl hast, nicht overdressed genug zu sein, oder wenn am Pool mehr Handys als Bücher gezückt werden, dann ist das für mich kein Wellness mehr, sondern Stress in teurer Verpackung.
Buffet gegen A la Carte: Warum Service für mich der wahre Luxus ist

Beim Thema A la carte oder Buffet Wellness bin ich eindeutig positioniert: Ich will abends bedient werden, Punkt. Ein Buffet wirkt auf mich oft wie Massenabfertigung, da die Speisen nur aufgefrischt werden, wenn überhaupt, und das Hotel damit vor allem Personal spart. Du stehst in der Schlange, balancierst deinen Teller durch den Raum, und wenn du zum dritten Gang aufstehst, ist dein Platz schon halb abgeräumt. Das hat für mich nichts mit Erholung zu tun.
Michelin-Stern vs. Gutes Essen: Meine Erwartungshaltung an Wellnesshotel-Küche
Versteh mich nicht falsch: Ich brauche keinen Michelin-Stern und keine Molekularküche mit Schäumchen und Gelees auf dem Teller. Was ich will, ist ein ehrliches, gutes Essen, das frisch an meinen Tisch kommt, zubereitet von einem Koch, der sein Handwerk versteht. Ein saftiges Steak mit selbstgemachter Kräuterbutter, ein vernünftiger Schweinebraten mit Knödel oder ein frischer Fisch aus der Region, das ist für mich wahrer Luxus. Und genau den bekomme ich oft in Hotels, die 150 bis 190 Euro pro Nacht kosten, weil die sich auf das Wesentliche konzentrieren, statt mit Sternen und Hauben zu protzen.
Gutes Essen, das frisch zubereitet und am Tisch serviert wird, ist für mich wichtiger als jede Auszeichnung an der Wand.
Mein Sweetspot für Wellnesshotel Preis-Leistung im Bayerischen Wald
Nach all den Jahren und unzähligen Besuchen in unterschiedlichsten Hotels hat sich für mich ein klarer Wohlfühlbereich herauskristallisiert: Mein Sweetspot liegt bei Wellnesshotel Kosten pro Nacht zwischen 150 und 190 Euro. In dieser Preisklasse habe ich meine Ruhe, da geht es um mich und meine Erholung, nicht um das Sehen-und-Gesehen-werden. Die Hotels in diesem Segment müssen nicht mit goldenen Armaturen punkten, sondern mit solider Qualität, freundlichem Personal und einer Atmosphäre, in der ich im Bademantel einfach "Ich" sein darf.
❓ Woran erkenne ich eigentlich, ob ein Wellnesshotel sein Geld wert ist?
Für mich sind es die Details, die den Unterschied machen, nicht die großen Gesten. Ein sauberes, pickobello Doppelzimmer reicht mir völlig, solange die Matratze bequem ist und das Bad funktioniert. Ich brauche keine Suite mit separatem Wohnbereich, wenn ich eh die meiste Zeit im Spa verbringe. Was ich allerdings brauche, ist eine durchdachte Saunalandschaft mit verschiedenen Temperaturbereichen und vor allem vernünftige Aufgüsse, gerne mit hochwertigen Aromaölen.
Plastikliege oder Wasserbett: Worauf ich im Ruhebereich achte
Ein absolutes No-Go sind für mich Plastikliegestühle im Ruhebereich, das geht einfach gar nicht. Wenn ich nach einem intensiven Aufguss zur Ruhe kommen will, dann auf einem schönen Wasserbett oder hochwertigen Polsterliegen, die meinen Rücken entlasten und auf denen ich auch mal ein halbes Stündchen dösen kann. Das ist kein Luxus, das ist Grundausstattung für jedes Wellnesshotel, das sich so nennen will. Leider sparen gerade die vermeintlichen Luxushotels manchmal am falschen Ende, wohingegen bodenständige Häuser oft verstehen, dass es auf solche Details ankommt.

Private Pool Suite und Co: Wann sich der Aufpreis (nicht) lohnt
Kommen wir zum Thema Private Pool Suite sinnvoll oder Geldverschwendung. Meine ehrliche Meinung: Für die allermeisten Wellnessgäste ist ein Zimmer mit eigenem Pool rausgeworfenes Geld. Als normaler Besucher nutzt du sowieso den großen Poolbereich, die verschiedenen Saunen und Ruhezonen, sodass der private Pool im Zimmer die meiste Zeit leer bleibt, weil du einfach keine Zeit darin verbringst.
Die einzige Ausnahme sehe ich beim Honeymoon oder wenn du bewusst Zeit zu zweit verbringen willst, ohne ständig andere Gäste um dich herum zu haben. Dann kann so eine Suite mit privatem Außenpool oder Whirlpool tatsächlich Sinn machen, weil ihr euch dort zurückziehen könnt, wann immer euch danach ist. Aber für den klassischen Wellnessurlaub, bei dem es um Entspannung und gute Aufgüsse geht? Da investiere ich das Geld lieber in einen zusätzlichen Tag oder ein besseres Restaurant.
Beim Vergleich Luxushotel vs Wellnesshotel gewinnt für mich also meistens das solide Mittelklassehotel, weil es liefert, worauf es ankommt, ohne den ganzen Schnickschnack, für den ich letztlich nur bezahle, damit es auf Fotos gut aussieht.
